Abgasskandal Kraftfahrtbundesamt nimmt Opel ins Visier

Opel-Prototyp in Rüsselsheim.

(Foto: dpa)
  • Laut Bild am Sonntag muss Opel erklären, warum sich bei drei Fahrzeug-Modellen die Abgasreinigung während der Fahrt abschaltet.
  • Das Bundesverkehrsministerium bestätigt, dass eine Anhörung angesetzt ist.
  • Bislang hatte Opel mit dem Abgasskandal nichts zu tun.

Der Autobauer Opel muss im Diesel-Skandal wegen der Funktionsweise der Abgasreinigung bei drei Modellen Rede und Antwort stehen. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums bestätigte am Freitag, dass es "eine amtliche Anhörung gegen Opel wegen drei Euro-6-Modellen" gebe.

Laut Bild am Sonntag hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) in den vergangenen Monaten belastbare Hinweise gefunden, wonach der Autohersteller bei bestimmten Fahrzeugen die Abgasnachbehandlung aus technisch nicht erklärbaren Gründen während der Fahrt komplett abschaltet.

"Vor dem Ergebnis dieser Anhörung kann zur Unzulässigkeit der Abschalteinrichtung noch nichts abschließend gesagt werden", sagte der Sprecher des Bundesverkehrsministeriums. Nähere Angaben dazu und zur Zahl der betroffenen Fahrzeuge machte er nicht. Dem Bericht zufolge hat Opel nun zwei Wochen Zeit für eine Stellungnahme an das KBA.

Staatsanwaltschaft hatte Vorermittlungen eingestellt

Ein Unternehmenssprecher erklärte, Opel liege kein Bescheid des KBA vor. "Offene Verfahren, die vor mehr als zwei Jahren begonnen haben, können wir nicht kommentieren." Der Sprecher wies aber darauf hin, dass Opel bereits im Dezember 2015 Verbesserungspotential erkannt "und eine Technologie-Initiative für mehr Transparenz, Glaubwürdigkeit und Effizienz zum Vorteil der Kunden gestartet hat".

Anders als andere Autobauer hatte der wirtschaftlich angeschlagene Autohersteller bisher weder mit Ermittlungen der Justiz noch mit einem Pflicht-Rückruf zu tun. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte Vorermittlungen vor mehr als einem Jahr eingestellt.

VW hatte im September 2015 eingeräumt, bei Millionen Dieselautos Abgastests manipuliert zu haben. Der Konzern stürzte daraufhin in eine schwere Krise. Mittlerweile sind viele deutsche Autohersteller in den Abgas-Skandal verwickelt, es gibt Ermittlungen und unzählige Klagen.

Opel war zuletzt wegen Gerüchten über einen Teilverkauf des Entwicklungszentrums in die Schlagzeilen geraten, der mehrere tausend Arbeitsplätze in Deutschland kosten könnte. Die Planspiele hatten zu heftigem Streit zwischen Arbeitnehmervertretern und dem französischen Mutterkonzern Peugeot-Citroën (PSA) geführt.