Wie gefährlich ein Ermittlungsverfahren für einen Konzern ist, lässt sich gewöhnlich anhand von drei Fragen beantworten: Wie viele Verdächtige gibt es? Sind Vorstandsmitglieder unter den Beschuldigten? Sitzt schon jemand im Gefängnis? Das Verfahren mit dem Aktenzeichen 260 Js 28161/17, das die Stuttgarter Staatsanwältin Sibylle Gottschalch, 38, gegen Mitarbeiter von Daimler in aller Stille vorantreibt, wäre demnach eher zu vernachlässigen. Der Vorwurf wiegt schwer, das schon: Betrug und strafbare Werbung, weil der Autokonzern Abgasmessungen bei Diesel-Fahrzeugen manipuliert habe. Ermittelt wird aber nur gegen zwei Beschuldigte.
Abgasskandal:Für Daimler könnte es richtig gefährlich werden
Die Ermittlungen im Abgasskandal könnten nun auch für Daimler sehr gefährlich werden.
(Foto: REUTERS)- Von 2008 bis 2016 soll Daimler mehr als eine Million Fahrzeuge in Europa und den USA mit einem zu hohen Schadstoffausstoß verkauft haben.
- Die technischen Feinheiten sind ähnliche wie bei VW und Audi, die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das US-Justizministerium ermitteln mit großer Wucht.
- Es steht die Frage im Raum, ob der Fall Daimler einmal so etwas wie Volkswagen 2.0 werden kann.
Von Hans Leyendecker und Klaus Ott
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