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Nach Ölkatastrophe im Golf von Mexiko:BP zieht Chef Hayward vom Krisenmanagement ab

"Ich hätte ihn längst gefeuert", sagte Präsident Obama über BP-Chef Hayward. Der soll nun tatsächlich das Krisenmanagement für die Ölkatastrophe abgeben - zuvor war er vom US-Kongress harsch kritisiert worden.

Einen Tag nach seiner äußerst kritischen Anhörung im US-Kongress nimmt der britische Energiekonzern BP nimmt seinen Vorstandschef Tony Hayward aus der Schusslinie. "Er wird jetzt die Geschäfte an Bob Dudley übergeben, er wird häufiger zuhause und dort und hier sein", sagte BP-Aufsichtsratschef Carl-Henrik Svanberg dem Sender Sky News.

Tony Hayward

Einen Tag nach den kritischen Anhörungen im US-Kongress, muss BP-Chef Hayward nun das Krisenmanagement abgeben.  

(Foto: ap)

Hayward solle sich fortan stärker aus dem Hintergrund mit der Eindämmung der Ölpest im Golf von Mexiko befassen und die Folgeschäden minimieren. US-Medien hatten ihn zum "Gesicht der Ölpest" erklärt.

Svanberg wolle sich nun persönlich stärker um das Problem kümmern, nachdem es politische, finanzielle und rufschädigende Ausmaße angenommen habe. "Da sich dies nun in eine andersgeartete Krise verwandelt, komme ich ins Spiel", sagte er. "Solange wir diese Quelle nicht geschlossen haben und uns darum kümmern, wird es viele Anlässe zur Kritik geben."

"Wenig wahrscheinlicher Unfall mit sehr großen Folgen"

Die Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon am 20. April mit elf Toten bezeichnete er als "einen wenig wahrscheinlicher Unfall mit sehr großen Folgen".

Bob Dudley ist seit vergangenem Jahr geschäftsführender Direktor des Ölkonzerns. Zuvor hatte er das russisch-britische Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP geleitet, der drittgrößte Öl- und Gasproduzent in Russland.

Dudley wurde wegen eines andauernden Konflikts zwischen den beiden Haupteigentümern des Landes verwiesen.

Offen blieb, ab wann Dudley die Geschäfte von seinem Vorgänger übernimmt. Der Londoner Konzern war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

"Längst gefeuert"

Hayward hatte am Mittwoch vor dem US-Kongress ausgesagt. Dort bezog er zu seinem Krisenmanagement Stellung. Er nannte den Unfall "schrecklich" und versprach, die Sache "in Ordnung zu bringen".

Hayward habe bereits acht Wochen Zeit gehabt, sagte der Aufsichtsratschef dagegen nun in dem Fernsehinterview. "Jeder dachte, es würde schneller geschehen." Hayward habe mit seinen Aussagen die Amerikaner "verärgert". Zu seinen kontroversesten Äußerungen zählte die Forderung: "Ich möchte mein Leben zurück." Das sagte er vor Reportern im US-Bundesstaat Louisiana im Zusammenhang mit einer Entschuldigung für die Umweltkatastrophe bei Einheimischen. US-Präsident Barack Obama hatte in der vergangenen Woche gesagt, er hätte Hayward "längst gefeuert".

Der 53-jährige Hayward kam 1982 als Ingenieur zu BP. Vor drei Jahren wurde er Chef des Ölriesen und versprach, den Energieproduzenten grundlegend umzubauen. Er wollte BP wieder ein besseres Image verpassen. Die grün-gelbe Sonne des Firmenlogos sollte für Umweltbewusstsein und Ressourcenschonung strahlen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Svanberg bemühte sich, Zweifel an BPs Überlebensfähigkeit angesichts der Katastrophe zu zerstreuen. Er könne nicht sagen, wieviel das Desaster am Ende kosten werde. "BP ist ein sehr solides Unternehmen", sagte Svanberg, "wir werden das überleben".

© AFP/ehr

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