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Homeshopping:Nach der Verkaufsparty kann die Ernüchterung folgen

Einkaufen kann so entspannt sein: im heimischen Wohnzimmer, umgeben von Freunden. Doch Verbraucherschützer warnen.

Ob Dessous oder Duftkerzen, Küchenartikel oder Kosmetik: Viele Menschen werden regelmäßig zu Verkaufspartys eingeladen. Immer mehr Hersteller und Händler versuchen, ihre Waren über lockere Verkaufsveranstaltungen in heimeliger Wohnzimmeratmosphäre unters Volk zu bringen. Jeder zehnte Bundesbürger hat in den vergangenen zwölf Monaten Waren über diesen Vertriebsweg erworben, so eine Studie der Marktforscher von Prognos.

Tupper-Party

Einkaufen im Freundeskreis: Szene aus einer Tupperware-Party

(Foto: Foto: dpa)

"Gastgeberin zu sein, ist ganz einfach und macht riesig Spaß", so wirbt Party-Pionier Tupperware für sein Vertriebssystem. Wer als Gastgeber sein Wohnzimmer zur Verfügung stellt, bekommt je nach Umsatz Waren aus dem Tupper-Sortiment geschenkt. Durch das Verkaufsprogramm führen Verkäuferinnen oder Verkäufer, die hinterher auch mit den Kunden abrechnen. Bei anderen Anbietern fungieren die Gastgeber selbst auch gleich als Verkäufer.

Der Einkauf in Partystimmung ist allerdings nicht immer frei von Tücken. Ein Gläschen Sekt baut Hemmungen ab, mit guten Bekannten lässt es sich locker plaudern, die Warenvorführung ist kurzweilig und überzeugend - und schon ist die Bestellung unterschrieben. Oft stellt man jedoch hinterher fest, dass die Ware in vergleichbarer Qualität woanders billiger zu erstehen gewesen wäre. So mancher Verbraucher hat bei der Party nur eingekauft, um die freundlichen Gastgeber nicht zu enttäuschen oder ärgert sich bei der Ware über Macken und Mängel. In solchen Fällen ist es gut, die Hintergründe dieser Verkaufsform und seine Rechte als Käufer zu kennen.

Warum wählen Unternehmen diesen Vertriebsweg?

Der Vertrieb über Verkaufspartys ist für Unternehmen sehr kostengünstig, weil sie keine hohen Fixkosten für Werbekampagnen und Verkaufspersonal einkalkulieren müssen. Die Verkäuferinnen und Verkäufer arbeiten meist ausschließlich auf Provisionsbasis, und als Werbemittel genügen Prospekte und Warenproben.

Besonders angenehm für den Hersteller ist, dass der Interessent nicht wie im Kaufhaus oder Supermarkt einen direkten Vergleich mit Konkurrenzprodukten anstellen kann, sondern sich zunächst einmal auf die Aussagen der Verkäufer verlassen muss. Das hat indes dazu geführt, dass bei Verkaufspartys nicht selten drastisch überteuerte Produkte offeriert werden.