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Interview:Gitarre statt Revolver

Sänger Johannes Strate beantwortet Fragen, die ihm Leser der "SZ für Kinder" gestellt haben.

Die Band Revolverheld hat vier Alben veröffentlicht. Ihre Songs kennen viele aus dem Radio, zum Beispiel "Spinner", "Das kann uns keiner nehmen" oder "Ich lass für dich das Licht an". Der Sänger und Gitarrist Johannes Strate, 35, saß in der Jury der Kinder-Castingshow "The Voice Kids".

Friedrich, 11: Ist es schwer, in der Jury gerecht zu entscheiden?

Johannes Strate: Das ist schon schwer. Man drückt ja auf den Buzzer, wenn einen eine Stimme besonders berührt. Manchmal hat niemand aus der Jury gedrückt. Und hinterher merkt man: Das Kind singt ja super. Aber meistens ist es so, dass diejenigen, die außergewöhnlich singen, auch am weitesten kommen.

Carlo, 12: Was findest du denn ungerecht?

Strate: Wenn Leute ausgegrenzt werden. Das finde ich ungerecht.

Elliot, 15: Wurdest du schon mal ungerecht behandelt?

Strate: Ich wurde selbst mal ausgegrenzt. In der Schule. Ich wusste gar nicht, warum. Zwei Jungs hatten damit angefangen, und dann haben die anderen mitgemacht oder sich zumindest nicht dagegengestellt. In dieser Zeit habe ich viel mit den Lehrern geredet. Nach einem Jahr war das Ganze wieder vorbei. Aber seitdem achte ich darauf, dass niemand ausgegrenzt wird, weil ich ja weiß, wie blöd das für einen ist.

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Heute ist Johannes Strate berühmt. Doch als Kind hat er selbst erlebt, wie es ist, wenn man ausgeschlossen wird. Die Band "Revolverheld" hat er mit 22 Jahren gegründet. Diesen Namen bekam die Band aber erst 2004. Davor hieß sie "Manga" und dann eine Weile "Tsunamikiller".

(Foto: Nora Gethmann/People Picture)

Alex, 10: Warum bist du Musiker geworden?

Strate: Ich habe schon in der ersten Klasse ins Freundebuch geschrieben, dass ich Sänger werden möchte. Es ist ein Glücksfall, dass es mein Beruf geworden ist. Es war mein Plan A, und der hat geklappt.

Jeremy, 10: Was wolltest du sonst werden?

Strate: Ich habe Kulturgeschichte studiert. Wenn es mit der Musik nichts geworden wäre, hätte ich wahrscheinlich etwas mit Medien gemacht. In meiner Jugend habe ich mal beim Film gearbeitet, als Aufnahmeleiter bei Musikvideo-Drehs. Das hat auch Spaß gemacht.

Hanna und Zora, 8 und 11 Jahre: Mit wie viel Jahren hast du angefangen, Musik zu machen?

Strate: Ich habe schon mit drei oder vier Jahren gesungen, also nicht professionell. Es hat mir einfach immer viel Spaß gemacht. Mit zehn habe ich angefangen, Gitarre zu lernen und mit 15 meine erste Band gegründet.

Max und Richard, 8 und 11 Jahre: Warum heißt ihr Revolverheld?

Strate: Wir schießen mit Worten. Das heißt, unsere Texte sollen die Menschen direkt ansprechen.

Julia, 10: Wie ist es so bei der Band?

Strate: Wir sind alle enge Freunde und verbringen eine schöne Zeit miteinander.

Magdalena, 10: Gibt es bei euch manchmal Streit?

Strate: Früher schon immer mal. Aber immer eher inhaltlich. Zum Beispiel fand einer den Song gut, der andere nicht. Heute streiten wir relativ selten. Wir kennen uns nun so lange, dass wir die Schwächen der anderen kennen und auch wissen, wann jemand mal seinen Freiraum braucht.

Johannes, 12: Gibt es auch Zeiten, in denen Sie alles hinwerfen wollen?

Strate: Jetzt nicht mehr, aber die gab es auf jeden Fall. Unsere Band gibt es ja schon seit 13 Jahren. Am Anfang haben wir Konzerte gespielt, zu denen niemand oder kaum jemand gekommen war.

Veronika, 9: Haben Sie Angst, vor so vielen Fans auf der Bühne zu stehen?

Strate: Nee. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Ein bisschen nervös bin ich vorher, aber Angst habe ich nicht. Im Gegenteil, ich freue mich drauf.

Paul, 9: Was ist gerade dein Ohrwurm?

Johannes Strate: "ABC, die Katze lief im Schnee". Das will mein zweieinhalbjähriger Sohn Emil immer auf dem Weg zur Kita hören.

Fabian, 10: Was ist dein Lieblingslied?

Strate: "Jeremy" von Pearl Jam. Diese Band hat mich in den 90er-Jahren sehr geprägt. Damals habe ich meine ersten Bands gegründet.