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Anschlussfinanzierung Rechner 2020 – Jetzt aktuelle Anschlussfinanzierungen vergleichen und günstige Zinsen sichern

Haben Sie Ihr erstes Darlehen für das eigene Traumhaus oder die Eigentumswohnung erst einmal abgeschlossen, können Sie sich als Immobilienbesitzer beruhigt zurücklehnen und sich in Ruhe anderen wichtigen Baumaßnahmen widmen oder sich um den eigentlichen Umzug kümmern, der ja auch immer Nerven kostet. Falls alles nach Plan verläuft, erinnert außer den monatlichen Raten für die Baufinanzierung nicht mehr viel an den aufgenommenen Kredit.

Diese Phase der Entspannung währt aber leider nicht ewig. Je nachdem, wie lange Ihre erste Sollzinsbindung läuft, die Sie mit der Bank für die Erstfinanzierung vereinbart haben, steht nach 5, 10, oder sogar 25 Jahren eine Restschuld aus, welche Sie ebenfalls finanzieren müssen. Um diese Restschuld zu tilgen, sind Hausbesitzer nach einigen Jahren also auf einen neuen Kredit angewiesen – die sogenannte Anschlussfinanzierung. Häufig lohnt es sich, sich bereits wenige Jahre nach dem Erstabschluss nach einer Anschlussfinanzierung zu erkundigen, da Sie sich auf diese Weise oft sehr günstige Konditionen holen können und sich zudem eine gute Übersicht über Ihre Finanzplanung verschaffen.

Wer zum richtigen Zeitpunkt aktiv wird, kann bei einer solchen Finanzierung eine Menge Geld sparen. Dafür müssen Sie jedoch wissen, wann Sie auf welche Weise denn überhaupt aktiv werden sollen und das ist gerade für „Laien“ auf dem Kreditmarkt nicht ganz so einfach. Wer bereits einmal eine kurze Google-Suche durchgeführt hat, ist bereits auf Begriffe wie „Prolongation“, „Umschuldung“ oder gar „Forward-Darlehen“ gestoßen, die er oder sie vielleicht nicht richtig einordnen kann.

Aus diesem Grund haben wir Ihnen diesen Ratgeber erstellt, in welchem wir Ihnen Möglichkeiten, Risiken und Chancen einer Anschlussfinanzierung erklären. Wir zeigen Ihnen alle Möglichkeiten auf, die Sie in Deutschland bei seriösen Banken haben, um eine Restschuld bei der Baufinanzierung zu tilgen und gehen auf alle wichtigen Aspekte ein, die Sie dabei beachten sollten. In einem abschließenden FAQ-Bereich finden Sie zudem kompakte Antworten auf die häufigsten Fragen der deutschen Verbraucher.

Die Anschlussfinanzierung auf einen Blick

  • Sie benötigen eine Anschlussfinanzierung immer dann, wenn die erste Zinsbindung Ihres Baudarlehens ausläuft und Sie der Bank noch Geld schulden, also noch eine Restschuld besteht. Das ist ein typischer Vorgang, der bei acht aus zehn Finanzierungen in Deutschland vorkommt.
  • Eine Anschlussfinanzierung kann aber auch eine gute Gelegenheit sein, die Monatsrate der Finanzierung frühzeitig an Ihre aktuelle finanzielle und persönliche Situation anzupassen.
  • Meist legt die Hausbank drei Monate vor dem Ende der ersten Zinsbindung einen Vorschlag für eine Anschlussfinanzierung vor. Das Einholen von Angeboten anderer Anbieter lohnt sich aber fast immer. Hier gilt: Vergleichen spart Geld!
  • Als Verbraucher haben Sie drei Möglichkeiten, um Ihren Baukredit weiter zu finanzieren: Die Prolongation, die Umschuldung und das Forward-Darlehen. Wir haben Ihnen alle drei Optionen ausführlich im Ratgeber vorgestellt.
  • Gerade in Niedrigzinsphasen empfiehlt sich eine lange Sollzinsbindung und ein hoher Tilgungsanteil, da Sie von den aktuell günstigen Zinssätzen profitieren. Rechnen Sie dagegen mit steigenden Zinsen in der Zukunft, sollte ein Forward-Darlehen Sinn ergeben.
  • Wie bei allen anderen Krediten sollten Sie auch bei einer Anschlussfinanzierung auf die Höhe des Zinssatzes achten, aber auch weitere Faktoren mit einbeziehen, wenn Sie Angebote vergleichen. Mehr dazu erfahren Sie weiter unten im Ratgeber.

Was ist eine Anschlussfinanzierung?

AnschlussfinanzierungUnter einer Anschlussfinanzierung verstehen wir in der Regel eine Finanzierung, die Sie im Anschluss an eine bestehende Finanzierung bzw. einen laufenden Kredit abschließen, wenn noch eine Restschuld bei diesem Kredit oder dieser Finanzierung besteht. Wir unterschieden dabei gerne zwischen „echten“ und „unechten“ Anschlussfinanzierungen:

  • Eine unechte Anschlussfinanzierung beschreibt eine Änderung oder Anpassung der Kreditzinsen einer bereits bestehenden Finanzierung nach dem Ablauf der entsprechenden Zinsbindungsfrist.
  • Eine echte Anschlussfinanzierung ist dagegen eine Finanzierung, die Sie nach Ablauf der Laufzeit eines Kreditvertrags abschließen oder anwenden, etwa um die verbleibende Tilgungslast abzubezahlen. Dabei können Sie die Bank entweder wechseln – das nennt man Umschuldung – oder bei der bisherigen Bank weiter finanzieren, was wir unter einer Prolongation verstehen.

Bei einer Baufinanzierung oder Immobilienfinanzierung handelt es sich in der Regel um eine langfristig angelegte Finanzierung. Gerade Eigenheime finanzieren Verbraucher sehr häufig durch Eigenkapital, das sie im Vorfeld angespart haben, und Fördergelder bzw. Fördermittel, die sie abrufen können, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind und der Verbraucher diese auch nachweisen kann. Meistens klafft aber dann immer noch eine Lücke im Budget des Verbrauchers zur Finanzierung der eigenen vier Wände.

Diese Lücke füllen die meisten Verbraucher mit einem Baudarlehen, einem sogenannten Hypothekendarlehen, die sich dadurch auszeichnen, dass eine Bank dem Bauherren einen Kredit gewährt und im Gegenzug die Verbindlichkeit gegenüber der Bank ins Grundbuch eingetragen wird. Damit dient die finanzierte Immobilie der Bank als Sicherheit, falls Sie als Bauherr die monatlichen Raten der Finanzierung nicht mehr stemmen können. In der Regel vergeben Banken solche Kredite als langfristige Darlehen, die 10, 15 oder gar mehr als 20 Jahre Laufzeit haben können.

Die Laufzeit besagt allerdings nicht zwingend, nach welchem Zeitraum Sie als Kreditnehmer wieder zu 100 Prozent schuldenfrei sind, sondern gibt an, wie lange sich die Bank an den zum Zeitpunkt der Kreditvergabe gültigen Zinssatz bindet. Typische Baufinanzierungen unterliegen also immer einer sogenannten Zinsbindung. Als Verbraucher haben Sie das Recht, nach 10 Jahren von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen und den laufenden Vertrag trotz Zinsbindung an die neuen Marktbedingungen anzupassen, wenn die Bauzinsen in diesem Zeitraum etwa stark gefallen sind.

Aufgrund der hohen Summen, die Sie am Anfang einer Baufinanzierung aufnehmen, haben die meisten Verbraucher die Verbindlichkeit zum Ende der ersten Zinsbindung noch nicht abgetragen – selbst, wenn Sie eine langfristige Zinsbindung von 20 Jahren gewählt haben, kann das durchaus der Fall sein. In diesem Fall bleibt dann eine Restschuld übrig, die Sie als Bauherr im Anschluss direkt begleichen können. Als Lösung bietet sich hier dann eine Anschlussfinanzierung an.

Der Vorteil für Sie ist hier: Schließen Sie eine Finanzierung zu günstigeren Konditionen als bei Ihrer bisherigen Finanzierung ab, zahlen Sie in der nächsten Zinsperiode weniger für Ihre Baufinanzierung. Das gesparte Geld können Sie dann wiederum in eine zügigere Tilgung stecken, um so die Laufzeit der Finanzierung zu senken und damit einiges an Zinskosten einzusparen.

Wann benötigen Sie eine Anschlussfinanzierung?

Schon gewusst?Sie benötigen eine Anschlussfinanzierung immer dann, wenn Sie für Ihr Haus oder Ihre Wohnung eine Baufinanzierung aufgenommen haben und der Bank am Ende der ersten Zinsbindung noch Geld schulden, also noch eine sogenannte Restschuld besteht. Die Zinsbindung ist die Zeit, für die die kreditgebende Bank den Zinssatz bei Abschluss des Vertrags festgeschrieben hat. Typische Zinsbindungen sind etwa 5, 10, 15 oder gar 20 Jahre.

Ist diese Zeit dann verstrichen, schickt Ihnen die Bank üblicherweise eine neue Zinsvereinbarung oder einen neuen Konditionen-Vorschlag. Anschließend müssen Sie entscheiden, ob Sie diese unterschreiben oder doch lieber auf dem freien Markt nach besseren Alternativen suchen. Eine neue Zinsvereinbarung ist nötig, weil die Zinsbindung bei den meisten Baukrediten deutlich kürzer ist als die errechnete Zeit, bis Sie Ihre letzte Monatsrate bezahlen und endgültig schuldenfrei sind. Letzteres bezeichnen Banken dann auch gerne als Laufzeit.

Wie lange es dauert, bis Sie Ihr Baudarlehen vollständig zurückgezahlt haben, können Sie bei einem Baukredit mit fester Monatsrate – einem sogenannten Annuitätendarlehen – nur aus zwei Angaben berechnen: Dem anfänglichen Tilgungssatz und natürlich dem Zinssatz. Dazu ein kleines Beispiel: Nehmen wir einen Zinssatz von 2,0 % und eine anfängliche Tilgungsrate von ebenfalls 2,0 % an, dauert es knapp 35 Jahre, bis Sie die Baufinanzierung vollständig zurückgezahlt haben. Sie sehen also schon das „Problem“: Wenn Sie mit der kreditgebenden Bank eine erste Zinsbindungsfrist von etwa 15 Jahren aufgenommen haben, müssen Sie sich rein rechnerisch noch zweimal um eine Anschlussfinanzierung kümmern.

In der Praxis geht das aber meist deutlich schneller, weil Sie Gestaltungsmöglichkeiten bei der Rückzahlung haben und zusätzliches Vermögen oder Einkommen über kostenlose Sondertilgungen in die Finanzierung einbringen können. Statt der errechneten 35 Jahre dauert es dann oft nur 20 bis 25 Jahre, bis Sie als Kunde das Darlehen komplett getilgt haben. Vielleicht müssen Sie dann nur eine einzige Anschlussfinanzierung berechnen.

Wann sollten Sie mit der Planung der Finanzierung beginnen?

Falls Sie bereits eine Baufinanzierung bei einer Bank aufgenommen haben und die erste Zinsbindungsfrist demnächst ausläuft, meldet sich die Bank meist drei Monate davor bei Ihnen mit einem neuen Finanzierungsvorschlag. Dazu sind alle Banken in Deutschland sogar durch das Gesetz verpflichtet. Spätestens dann müssen Sie aktiv werden. Sie sollten Ihre persönliche Planung aber bitte schon weit vor diesem Zeitpunkt aufnehmen, am besten ein Jahr, bevor die Zinsbindung der bestehenden Finanzierung ausläuft. So haben Sie nicht nur genug Zeit, sich mit der aktuellen Zinsentwicklung vertraut zu machen, sondern können auch Offerten bei anderen Anbietern einholen, um diese mit dem Angebot Ihrer Hausbank zu vergleichen.

Ihr Vorteil dabei ist: Wenn Ihnen die bisherige Bank eine neue Offerte unterbreitet, sind Sie bestens vorbereitet und können direkt einschätzen, ob es sich um ein faires, sehr günstiges oder gar komplett überteuertes Angebot handelt. Zudem können Sie der Bank selbstverständlich auch Angebote von anderen Banken in Ihrer Umgebung vorlegen und versuchen, diese Konditionen auch bei der bisherigen Bank auszuhandeln. So sparen Sie sich den Wechsel zu einer neuen Bank, der neben ein wenig Papierkram und einem hohen Zeitaufwand auch immer mit Gebühren für die Umschreibung oder Neueintragung der Grundschuld verbunden ist, wenn es sich um klassisches Hypothekendarlehen handelt.

So bereiten Sie eine Anschlussfinanzierung am besten vor

Pfeil zum InhaltWenn Sie sich bereits ein wenig auf unserer Vergleichsseite umgesehen haben, werden Sie ein bestimmtes Mantra festgestellt haben, das wir immer wieder gerne wiederholen: Die passende Vorbereitung ist das A und O einer jeden günstigen Finanzierung. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Ratenkredit, Sofortkredit oder eben um eine Anschlussfinanzierung handelt. Die beste Vorbereitung für die Anschlussfinanzierung ist ein kurzer Blick auf die eigene Lebenssituation und ein kleiner Kassensturz, bei dem Sie sich die folgenden Fragen stellen uns selbst wahrheitsgemäß beantworten sollten:

  1. Haben Sie neben dem laufenden Baudarlehen noch Geld angespart? Oder erwarten Sie bis zum Ende der Zinsbindung noch eine größere Summe, etwa in Form einer Erbschaft oder Schenkung?
  2. Haben Sie Ihre Einnahmen oder Ausgaben wesentlich verändert? Das kann passieren, wenn Sie Nachwuchs bekommen oder den Job gewechselt haben, um nur zwei Beispiele zu nennen.
  3. Erwarten Sie in absehbarer Zeit große Veränderungen bei der Arbeit oder auch innerhalb der Familie, die einen Einfluss auf Ihre finanzielle Situation haben werden? Wir sprechen hier vor allem von Schwangerschaften, Krankheitsfällen und ähnlichen Dingen.

Je nachdem, wie Sie diese Fragen beantworten, bestimmen sie, wie die passende Anschlussfinanzierung für Sie persönlich aussehen muss:

  • Neue Kreditsumme: Die Restschuld, die Sie der Bank am Ende der ersten Zinsbindung noch schulden, können Sie in dem Moment grundsätzlich ganz oder nur teilweise zurückzahlen, wobei anders als bei einer vorzeitigen Kündigung keine Vorfälligkeitsentschädigung fällig wird. In der Praxis besprechen Sie das alles selbstverständlich mit Ihrer Bank, wenn diese sich drei Monate vor Ablauf der Zinsbindung mit der neuen Zinsvereinbarung bei Ihnen meldet.Dann ist es in der Regel auch kein Problem, zusätzliche Zahlungen bei einer Anschlussfinanzierung zu berücksichtigen. Schon rein rechtlich ergibt sich diese Möglichkeit nach § 489 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, BGB, wonach Sie einen Darlehensvertrag zum Ende der Zinsbindung mit einer Kündigungsfrist von einem Monat auflösen können. Geld, das Sie zwischenzeitlich angespart, geschenkt bekommen oder geerbt haben, können Sie also der Bank auf den Tisch legen und damit die Kreditsumme für den nächsten Finanzierungsabschnitt drücken. Das bedeutet letztlich, dass Sie eine Menge Zinsen sparen.
  • Neue Monatsrate: Sie können auch Ihre bisherige Monatsrate verändern, was immer dann sinnvoll ist, wenn sich Ihre Einnahmen oder Ausgaben geändert haben und Ihnen daher ein anderes Monatsbudget zur Verfügung steht als noch vor 5 oder 10 Jahren. Mit einer höheren Monatsrate können Sie das Baudarlehen schneller zurückzahlen, wenn sich die Zinsen nicht signifikant geändert haben. Es kann aber auch vorkommen, dass die alte Monatsrate für Ihre aktuelle Finanzsituation zu hoch ist. Auch in diesem Fall sollten Sie mit Ihrer alten oder neuen Bank unbedingt darüber sprechen und die Monatsrate dementsprechend anpassen, bevor Sie in die Schuldenfalle rutschen.
  • Neue Zinsbindung: Es kommt zwar nicht oft vor, aber es kann durchaus sein, dass sich Ihre Lebensumstände absehbar verändern, wenn Sie etwa in eine andere Stadt ziehen. Dann ist es sinnvoll, eine eher kurze Zinsbindung zu wählen – sagen wir 5 Jahre – damit Sie keine hohe Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank zahlen müssen, wenn Sie Ihr Haus am alten Wohnort verkaufen wollen. Es kann aber auch sinnvoll sein, eine langfristige Zinsbindung bei der Anschlussfinanzierung zu wählen, wenn Sie mit steigenden Zinsen rechnen und sich die günstigen Zinsen möglichst lange sichern wollen. Sie sollten in jedem Fall immer die verschiedenen Möglichkeiten abwägen, denn es gilt: Die passende Vorbereitung ist das A und O.
Ein Tipp zum Abschluss dieses Absatzes noch: Sie sollten Ihre neue Finanzierung immer so einstellen, dass Sie spätestens zum Eintritt in die Rente komplett schuldenfrei sind. Das gilt für jede Finanzierung, die Sie aktuell vielleicht noch vorhaben.

Welche Möglichkeiten stehen Ihnen bei der Anschlussfinanzierung zur Verfügung?

Wenn Sie als Verbraucher in Deutschland eine Anschlussfinanzierung für einen bereits laufenden Baukredit aufnehmen wollen, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die Sie zu verschiedenen Zeitpunkten abschließen können. Am Ende der Zinsbindung, also knapp drei Monate vor dem Ende dieser, stehen Ihnen zwei Varianten zur Auswahl:

  • Die Prolongation: Sie führen die Anschlussfinanzierung bei der Bank weiter, bei welcher Sie bereits die ursprüngliche Baufinanzierung aufgenommen haben und die wir an dieser Stelle als Hausbank bezeichnen wollen. Sie führen den Vertrag quasi weiter – prolongieren ihn – woher auch der Name dieser Variante stammt.
  • Die Umschuldung: Sie wechseln zu einem günstigeren Anbieter und führen bei dieser Bank Ihre Anschlussfinanzierung durch. Das nennen Experten im Fachbereich dann auch „Umschuldung“ einer Baufinanzierung.

Bereits weit vor dem Ablauf der ersten Zinsbindung können Sie sich aber schon ein günstiges Zinsniveau bei der Prolongation oder Umschuldung in Form eines Forward-Darlehens sichern. Dabei sichern Sie sich die günstigen Zinsen einer aktuellen Zeit für einen späteren Zeitpunkt. Das geht meist bis zu 5 Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

Doch was unterscheidet die einzelnen Arten der Anschlussfinanzierungen im Detail voneinander und welche Vor- und Nachteile bieten sie Ihnen? Oder konkret gefragt: Welche dieser Varianten ist optimal für Sie und Ihre Bedürfnisse geeignet? Das wollen wir Ihnen in den nächsten drei Absätzen ausführlich erklären.

Die Prolongation bei der alten Bank

Anschlussfinanzierung VergleichDie Prolongation ist die klassische Variante der Anschlussfinanzierung und das, was wohl die meisten von Ihnen auch unter einer solchen Finanzierung verstehen. Bei dieser Darlehensform schließen Sie mit Ihrer Hausbank einen neuen Vertrag für eine weitere Zinsbindung ab, allerdings zu neuen Konditionen. Unter der „Hausbank“ verstehen wir die Bank, bei der Sie Ihre ursprüngliche Baufinanzierung aufgenommen haben. Banken sind in Deutschland sogar gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Kunden spätestens 3 Monate vor dem Ende der ersten Zinsbindung ihr persönliches Prolongations-Angebot zuzuschicken. Der Begriff Prolongation stammt übrigens vom lateinischen Verb „prolungare“, was so viel wie „verlängern“ bedeutet. Sie verlängern quasi Ihren Vertrag bei der alten Bank zu neuen Konditionen.

Bei einer Prolongation haben Sie als Kreditnehmer den Vorteil, dass eine Übertragung der Grundschuld an eine neue Bank und die damit verbundene, erneute Bonitätsprüfung mit einer Abfrage bei der SCHUFA entfällt. Viele Bauherren entscheiden sich auch deshalb für die Prolongation, weil der damit verbundene Aufwand deutlich geringer ist. Wir können Ihnen aber immer wieder nur sagen: Ein Vergleich lohnt sich! Das werden Sie auch später im Ratgeber unter dem Punkt „Was kostet eine Anschlussfinanzierung?“ noch feststellen. Sie sollten einfach grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass Ihre Hausbank Ihnen als langjährigen Kunden automatisch auch den am Markt günstigsten Zins bietet. So läuft das Bankengeschäft bei den meisten Anbietern einfach nicht.

Das sind die wesentlichen Vor- und Nachteile einer Prolongation im Vergleich zu den anderen Varianten einer Anschlussfinanzierung:

  • Sie müssen mit der Bank keine Änderungen im Grundbuch vornehmen, die stets mit Gebühren verbunden sind.
  • Es ist keine erneute Prüfung der Bonität und damit auch keine SCHUFA-Abfrage notwendig.
  • Die Bank hat bereits alle notwendigen Unterlagen vorliegen.
  • Der Arbeitsaufwand ist sehr gering.
  • Der offene Markt bietet Ihnen meist noch günstigere Zinsen als die bei der Hausbank.
  • Kein Vergleich zu anderen Anbietern

Achten Sie bei einer Prolongation bitte ganz genau darauf, dass die Bank etwaige Sonderkonditionen wie Sondertilgungen oder Ratenpausen ohne Gebühren in den Vertrag mit aufnimmt. Das ist nämlich nicht immer automatisch der Fall!

Die Umschuldung zu einer neuen Bank

Falls Sie vorhaben, nach Ablauf der ersten Zinsbindung zu einer neuen Bank zu wechseln, handelt es sich bei diesem Vorgehen um eine sogenannte Umschuldung. Diese Form einer Anschlussfinanzierung lohnt sich immer dann, wenn Sie eine neue Bank finden, welche Ihnen bessere Konditionen für die Baufinanzierung anbietet als die bisherige Hausbank. Wie finden Sie das heraus? Nun, ganz einfach, in dem Sie einen Anschlussfinanzierung-Vergleich durchführen, in welchem Sie sich verschiedene Offerten von unterschiedlichen Anbietern einholen und diese nach dem Zinssatz und weiteren Faktoren – mehr dazu weiter unten im Ratgeber – vergleichen.

Neben einer Übertragung oder Neueintragung der Grundschuld fallen bei einer Umschuldung aber auch immer Notar- und Grundbuchkosten an, die Sie nicht unterschätzen dürfen. Daher gilt als Faustregel: Erst wenn die Konditionen bei der neuen Bank um mehr als 0,1 Prozentpunkte besser sind, lohnt sich im Regelfall eine Umschuldung angesichts des Mehraufwands wirklich. Hinzu kommt, dass die neue Bank vor Abschluss des Vertrags erneut Ihre Bonität prüfen wird. Entsprechende Unterlagen, die Sie dafür einreichen müssen, sollten Ihnen allerdings noch von der Bonitätsprüfung der Erstfinanzierung vorliegen. Lassen Sie sich aber bitte nicht von Haus aus vom bürokratischen Aufwand einer Umschuldung abschrecken. Eine Umschuldung geht in den meisten Fällen ziemlich einfach und kann Ihnen tausende Euro sparen, wie Sie weiter unten in diesem Ratgeber noch sehen werden.

Das sind die wesentlichen Vor- und Nachteile einer Umschuldung im Vergleich zu anderen Varianten einer Anschlussfinanzierung:

  • Sie haben die Möglichkeit, eine günstigere Finanzierung abzuschließen, als das bei Ihrer Hausbank möglich wäre.
  • Durch einen günstigeren Zinssatz können Sie sich aufgrund der langen Zinsbindungen schon bei kleinen Veränderungen große Geldsummen sparen.
  • Sie können mit der neuen Bank neue Konditionen wie kostenlose Sondertilgungen verhandeln.
  • Bei den meisten Banken fallen Bearbeitungs- und Vermittlungsgebühren an.
  • Sie müssen sich einer neuen Bonitätsprüfung und SCHUFA-Abfrage unterziehen.
  • Wechsel ist oft mit etwas bürokratischem Aufwand verbunden, der einige Verbraucher abschrecken könnte.

Das Forward-Darlehen

Mit einem sogenannten Forward-Darlehen können Sie sich günstige Zinsen bereits bis zu 5 Jahre vor Ablauf der ersten Zinsbindung sichern. Sie „frieren“ das günstige Zinsniveau quasi bis zum Ende der noch laufenden Zinsbindung ein und schließen dann zu diesen Konditionen ein Anschlussdarlehen ab. Banken lassen sich die Sicherung eines Zinssatzes allerdings immer mit einem Zinsaufschlag bezahlen, der zwischen 0,01 und 0,03 Prozentpunkten liegt. Diesen Aufschlag berechnet die Bank auf jeden Monat, für welche Sie den eingefrorenen Zinssatz bereitstellt. Wann sich ein Forward-Darlehen für Sie als Verbraucher genau lohnt, haben wir Ihnen auch in diesem Ratgeber zur Thematik genau erklärt.

Ganz allgemein gesagt lohnt sich ein Forward-Darlehen für Sie, wenn die Zinsen aktuell günstig sind und Sie in den kommenden Monaten und Jahren damit rechnen, dass die Bauzinsen wieder ansteigen. Beachten Sie aber bitte, dass der abgeschlossene Kreditvertrag sowohl für die Bank als auch für Sie verbindlich ist. Das heißt: Sollten die Zinsen wider Erwarten nicht ansteigen, sondern sogar noch weiter fallen, müssen Sie den Kredit trotzdem zu den dann teureren Konditionen aufnehmen. Sie haben keine Möglichkeit mehr, sich die günstigen Zinsen zu sichern, ohne eine hohe Vorfälligkeitsgebühr zu zahlen, welche eine Ablösung dann sowieso wieder nicht lukrativ macht.

Das sind die wesentlichen Vor- und Nachteile eines Forward-Darlehens im Vergleich zu anderen Varianten der Anschlussfinanzierung:

  • Sie können sich sehr gut gegen steigende Bauzinsen absichern.
  • Das Darlehen verschafft Ihnen bereits Jahre im Voraus eine große Planungssicherheit.
  • Sie können mit der Bank neue Konditionen wie kostenlose Sondertilgungen und Ratenpausen vereinbaren.
  • Bis zu 5 Jahre im Voraus verfügbar.
  • Für jedes Forward-Darlehen berechnet die Bank einen Zinsaufschlag zwischen 0,01 und 0,03 Prozentpunkten.
  • Sinken die Zinsen weiter, können Sie sich diese nicht mehr sichern, da Sie an das Darlehen gebunden sind.
  • Ein Forward-Darlehen ist daher bis zu einem gewissen Grad immer ein spekulativer Kredit.

Diese Kosten kommen bei einer Anschlussfinanzierung auf Sie zu

Bitte merken!Das können wir pauschal so nicht sagen, da es immer stark darauf ankommt, für welche Variante einer Anschlussfinanzierung Sie sich letztlich entschieden haben. Gehen wir die einzelnen Varianten also durch: Entscheiden Sie sich für einen Verbleib bei der Hausbank, die schon bisher Ihr Vorhaben finanziert hat, entstehen keine zusätzlichen Kosten für Sie. Ihre Baufinanzierung läuft dann einfach zu den neu ausgehandelten Konditionen weiter und Sie zahlen nur die anfallenden Zinskosten und etwaige Kosten für Sondertilgungen oder Ratenpausen.

Schulden Sie am Ende der Zinsbindung aber zu einer günstigeren Bank um, fallen Kosten an, vor allem Notar- und Grundbuchkosten für die Übertragung der Grundschuld. Wir sprechen hier meist von 0,1 % bis 0,2 % der Darlehenssumme. Das wären bei einer Restschuld von 100.000 Euro jedoch nur wenige hundert Euro. Merken Sie sich also als Faustformel: Liegt der neue Zins mindestens 0,1 % bis 0,2 % unter Ihrem bisherigen Finanzierungszins, lohnt sich die Umschuldung zu einer neuen Bank.

Sichern Sie sich dagegen einen günstigen Zins im Voraus mit einem Forward-Darlehen, zahlen Sie bei einer Laufzeit von etwa 10 Jahren und einer Vorlaufzeit von 12 Monaten bei vielen Anbietern zurzeit gar keinen Aufschlag. Andere Banken verlangen wiederum bei derselben Vorlaufzeit für die ersten 6 Monate einen Zinsaufschlag zwischen 0,01 und 0,03 Prozent pro Monat. Das kann sich auf die Jahre und Monate hinweg durchaus ansammeln, weswegen Sie unbedingt den Zinsaufschlag in die Berechnung bei einem Forward-Darlehen mit einfließen lassen müssen.

Aktueller ZinssatzZinsaufschlag pro MonatVorlaufzeit in MonatenZinsaufschlag gesamtAktueller Zins inkl. Aufschlag
2,00 %0,03 %361,08 %3,08 %

Obige Tabelle zeigt Ihnen, was wir dabei meinen: Falls Sie sich 36 Monate, also 3 Jahre, vor Ablauf der ersten Zinsbindung ein Forward-Darlehen zu einem Zinssatz von 2,00 % sichern, zahlen Sie inklusive des Zinsaufschlags am Ende 3,08 % Zinsen. Die Zinsen müssen in der Forward-Periode von 36 Monaten also von 2,00 % auf mindestens 3,10 % angestiegen sein, damit Sie ein lohnendes Geschäft abgeschlossen haben. Selbstverständlich schließen viele Kunden aber auch bei geringen Zinsnachteilen gerne ein Forward-Darlehen ab, da Sie so höhere Planungssicherheit genießen und sich gegen enorm steigende Zinssätze absichern können.

Beispielrechnung: So viel sparen Sie mit einem günstigen Kredit

Wie Ihre Anschlussfinanzierung am Ende aussieht, wenn Sie ein Angebot mit einem günstigeren Zins als bei Ihrer Hausbank finden, macht Ihnen das folgende Beispiel deutlich. Dabei nehmen wir an, dass Ihre Zinsbindung ausgelaufen ist und Ihre Restschuld noch immer 150.000 Euro beträgt. Im nachfolgenden Beispiel vergleichen wir zwei Angebote für eine Anschlussfinanzierung miteinander, die sich beim Sollzins um lediglich einen halben Prozentpunkt voneinander unterscheiden.

 Darlehen ADarlehen B
Darlehenssumme 150.000 Euro150.000 Euro
Dauer der Zinsbindung20 Jahre20 Jahre
Sollzins2,20 %2,70 %
Monatliche Rateca. 775 Euroca. 775 Euro
Restschuld nach 20 Jahren0 Euroca. 11.000 Euro
Zinskosten gesamtca. 35.400 Euroca. 47.000 Euro

Sie sehen also: Investieren Sie die Zinsersparnis von 0,5 % direkt in eine höhere Tilgungsrate, wie wir es im obigen Beispiel gemacht haben – genauer gesagt: 4 % Tilgungsrate statt 3,5 % Tilgungsrate – sind Sie bei einer gleichen monatlichen Rate am Ende der Zinsbindung komplett schuldenfrei, während Sie beim teureren Angebot noch knapp 11.000 Euro Restschuld finanzieren müssen. Ein weiterer Vorteil ist zudem: Sie zahlen weniger Zinsen. Wie viel Geld Sie mit einer günstigen Anschlussfinanzierung sparen können, hängt aber auch immer von den genauen Konditionen ab. Daher gilt einmal mehr: Die passende Planung und Vorbereitung ist bei der Wahl der richtigen Anschlussfinanzierung Trumpf!

Das sollten Sie bei der Anschlussfinanzierung noch beachten

AchtungDie grundsätzliche Zusammensetzung der zweiten Finanzierung unterscheidet sich nicht wesentlich von der Erstfinanzierung. Sie können jedoch bei jeder Anschlussfinanzierung alle bis dato vereinbarten Konditionen neu verhandeln, um so die Finanzierung optimal an die neue, geänderte Lebenssituation anzupassen. Denn bei vielen Verbrauchern haben sich über die Dauer von 10, 15 oder gar 20 Jahren nicht nur die persönlichen Lebensverhältnisse stark verändert – etwa durch Familienzuwachs oder einen neuen Job – sondern auch das Niveau der Bauzinsen wird seit dem Abschluss des ersten Darlehens einige Veränderungen durchlaufen haben. Damit Sie Ihre alte Baufinanzierung möglichst optimal auffrischen, haben wir Ihnen in den folgenden Absätzen alle wichtigen Entscheidungskriterien aufgelistet und erklärt, worauf Sie bei diesen bei Abschluss einer Anschlussfinanzierung genau achten sollten.

Der richtige Zinssatz

Einer der wichtigsten Bausteine einer jeder Immobilienfinanzierung ist die Höhe des Zinssatzes, den Sie als Darlehensnehmer für das entliehene Geld entrichten müssen. Die genaue Höhe des Zinssatzes ist immer von zwei wesentlichen Faktoren abhängig: Dem derzeitigen Bauzinsniveau und Ihrer persönlichen Bonität, wenn die Bank bonitätsabhängige Zinsen vergibt. Gerade in Niedrigzinsphasen lohnt sich der Abschluss einer Anschlussfinanzierung oder Baufinanzierung im Allgemeinen, da Sie in diesen Zeiten oft mit Zinssätzen zwischen 1 und 2 Prozent rechnen können, während Sie in „normalen“ Zinszeiten durchaus bis zu 5 Prozent zahlen können – selbst mit guter Bonität. Erwarten Sie einen langfristigen Anstieg der Bauzinsen, können Sie sich bereits jetzt die günstigen Zinsen zu diesem Zeitpunkt für eine Finanzierung in der Zukunft sichern.

Auf den ersten Blick mag der Unterschied zwischen 2,0 % und 2,5 % Zinsen für den Verbraucher nicht so groß erscheinen. Bedenken Sie aber: Es handelt sich hier nicht um einen Ratenkredit über 12 Monate Laufzeit, sondern um eine Baufinanzierung mit Zinsbindungen von 15 Jahren und mehr. Über solche langen Perioden können 0,5 Prozentpunkte schnell einen Unterschied von mehreren tausend Euro ausmachen.

Die passende Zinsbindung

Unter der Zinsbindung verstehen wir die Zeitspanne, in der beide Seiten – Bank und Kreditnehmer – die Konditionen der Finanzierung nicht verändern können. Diese sollte sich immer an der erwarteten Entwicklung der Bauzinsen orientieren. Wenn Sie in Hochzinsphasen mit fallenden Zinsen rechnen, sollten Sie eine möglichst kurze Zinsbindung wählen, um von den zukünftig niedrigeren Zinsen zu profitieren. Befinden Sie sich dagegen in einer Niedrigzinsphase würden wir Ihnen zu einer möglichst langen Zinsbindung raten, um sich die niedrigen Zinsen langfristig zu sichern.

Die richtige Tilgungsrate

Sehr viele Bauherren machen den Fehler, der Tilgung des Kredits zu wenig Beachtung zu schenken. Dabei ist der Tilgungssatz in einer Baufinanzierung oder Anschlussfinanzierung sogar wichtiger als der Zins. Denn je schneller Sie Ihr Darlehen tilgen, desto schneller zahlen Sie der Bank das Baugeld zurück und desto weniger Jahre zahlen Sie folglich Zinsen. Daher sollten Sie bei der Zusammenstellung Ihrer Anschlussfinanzierung darauf achten, den Tilgungssatz immer an Ihre aktuelle Lebenssituation anzupassen. Ist Ihr Finanzspielraum seit dem Abschluss der ersten Zinsbindung etwa gewachsen, sollten Sie das überschüssige Geld unbedingt in eine höhere Tilgung des neuen Darlehens investieren und profitieren anschließend von einer großen Zinsersparnis.

Kostenlose Sondertilgungen

Da Sie nun um die Bedeutung der Tilgung bei der Anschlussfinanzierung Bescheid wissen, wollen wir auch kurz auf die Möglichkeit von außerplanmäßigen Sondertilgungen eingehen. Auch mit diesen Tilgungen können Sie über die gesamte Laufzeit hinweg Zinszahlungen effektiv vermeiden. Bei den meisten Banken können Sie kostenlose Sondertilgungen von bis zu knapp 5 Prozent von der Darlehenssumme vornehmen, aber auch höhere oder niedrigere Beträge sind durchaus üblich. Rechnen Sie etwa mit spontanen außerplanmäßigen Geldflüssen können sogar Sondertilgungen in Höhe von 10 Prozent oder mehr sinnvoll sein. Besprechen Sie das im Zweifelsfall einfach mit Ihrer Hausbank.

Bietet Ihnen eine Bank dagegen nur Sondertilgungen gegen Gebühren in Form einer Vorfälligkeitsentschädigung an, sollten Sie genau prüfen, ob sich der Einsatz des Eigenkapitals dann überhaupt noch lohnt. Denn diese Gebühren sind meist sehr hoch.

Anschlussfinanzierung-Vergleich: So gehen Sie schrittweise vor

Wie wir bereits erwähnt haben, beinhaltet eine gelungene Anschlussfinanzierung nicht nur einen günstigen Zinssatz, sondern viele weitere Faktoren und Aspekte. Wir zeigen Ihnen im folgenden Absatz, welche Schritte Sie auf dem Weg zum Abschluss einer Anschlussfinanzierung erledigen müssen. Bitte lassen Sie keinen dieser Schritte aus, sondern planen Sie die Kreditaufnahme wirklich sorgfältig. Denn wie sagen wir so gerne: Die richtige Planung ist das A und O einer jeden Kreditaufnahme.

Schritt 1: Zeitpunkt des Ausstiegs prüfen

Bitte merken!Die erste wichtige Frage, die Sie sich stellen müssen: Wann endet die Zinsbindungsfrist meiner ursprünglichen Baufinanzierung? Denn allerspätestens zu diesem Zeitpunkt müssen Sie für eine passende Anschlussfinanzierung gesorgt haben. Das können Sie entweder mit einem Kredit beim bisherigen Kreditgeber oder einer Umschuldung zu einem anderen Anbieter erledigen.

Selbstverständlich haben Sie aber auch deutlich früher die Option, aus einem laufenden Kreditvertrag auszusteigen. Das gilt etwa für alle Baufinanzierungen in Deutschland ab einer Laufzeit von 10 Jahren mit einer Kündigungsfrist von 6 Monaten. Ein Forward-Darlehen können Sie dagegen bis zu 5 Jahre vor dem Ende der ersten Zinsbindung abschließen.

Schritt 2: Eckdaten der neuen Finanzierung

Bevor Sie jetzt aber direkt loslegen und sich Angebote beim bisherigen Kreditgeber und anderen Banken einholen, müssen Sie zunächst die Eckdaten Ihrer Anschlussfinanzierung festlegen. Zu diesen zählen

  • Die benötigte Kreditsumme
  • Die maximale Monatsrate
  • Die Dauer der Zinsbindung und
  • Der passende Tilgungssatz

Haben Sie diese und weitere individuelle Eckdaten – etwa kostenlose Sondertilgungen oder Ratenpausen – festgelegt, können Sie nun zu Punkt 3 und der Planung Ihrer Anschlussfinanzierung übergehen.

Schritt 3: Anschlussfinanzierung planen

Zunächst sollten Sie dabei die Entwicklung des Zinsniveaus genauer ins Auge nehmen. Am besten behalten Sie die Entwicklung der Bauzinsen über die gesamte Laufzeit Ihrer Baufinanzierung immer ein wenig im Blick. Ihr Ziel muss natürlich sein, sich möglichst niedrige Zinsen für die Anschlussfinanzierung zu sichern. Dabei spielt das richtige Timing eine entscheidende Rolle, weswegen Sie sich spätestens ein halbes Jahr vor Ende der ersten Zinsbindung erste Angebote einholen sollten – von der Hausbank und auch von anderen Anbietern.

Auch ein sogenanntes Forward-Darlehen sollte bereits viel früher ein Bestandteil Ihrer Gedanken sein. Falls Sie sich bereits Jahre im Voraus einen günstigen Zins sichern könne, sichern Sie sich nicht nur gegen steigende Zinsen ab, sondern genießen obendrein neben einem günstigen Zins auch noch eine hohe Planungssicherheit. Anschließend fahren Sie bitte bei Schritt 4 fort.

Schritt 4: Richtigen Tilgungssatz festlegen

Falls Sie Ihren Anbieter bei der Anschlussfinanzierung wechseln wollen, können Sie sich meist über niedrigere Zinsen als beim bisherigen Kredit freuen. Diese Zinsersparnis sollte jedoch nicht in einer niedrigen Monatsrate versanden, sondern von Ihnen richtig genutzt werden. Belassen Sie die Monatsrate stattdessen auf dem gleichen Niveau, wenn das immer noch zu Ihrer Lebenssituation passt, und erhöhen Sie stattdessen die Tilgung, um das Darlehen schneller abzuzahlen.

Und es kommt sogar oft noch besser: Bei vielen Verbrauchern hat sich die persönliche Einkommenssituation seit dem Abschluss des ersten Darlehens wesentlich verbessert. Diese Einnahmen können Sie nun in eine höhere Monatsrate und Tilgung investieren. So sind Sie schneller schuldenfrei und sparen sich auch noch unnötige Zinszahlungen. Eine echte Win-win-Situation.

Die Wahl der richtigen Tilgung bei der Anschlussfinanzierung ist sogar noch wichtiger als ein günstiger Zinssatz, da Sie so eine Menge Geld sparen können. Schenken Sie der Tilgung also bitte genug Aufmerksamkeit!

Schritt 5: Anschlussdarlehen beantragen

Haben Sie alle Schritte erledigt, sollten Sie nun eine Anschlussfinanzierung abschließen. Welche Variante für welchen Kunden nun wirklich die beste ist, können wir so pauschal nicht beurteilen. Es kommt immer stark auf die persönlichen Umstände und das derzeitige Zinsniveau an. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von einem Berater Ihrer Hausbank in einem persönlichen Gespräch aufklären und scheuen Sie nicht davor zurück, auch direkte Fragen zu stellen. Es geht schließlich um Ihr Geld!

4 wichtige Tipps für eine günstige Anschlussfinanzierung

AnschlussfinanzierungenDamit Sie auch stets die beste und günstigste Anschlussfinanzierung für Ihre Immobilie oder Ihr Eigenheim finden, sollten Sie sich so gut es geht über diese Art der Baufinanzierung informieren und ein paar Tipps befolgen, die Sie unbedingt beachten sollten. So ist der rechtzeitige Vergleich von Angeboten nicht der einzige Punkt, der auf Ihrer To-do-Liste stehen muss. Im Folgenden haben wir Ihnen vier wichtige Tipps gegeben, die Sie bei jeder Anschlussfinanzierung befolgen sollten und die Ihnen auf dem Weg zu einer günstigen Finanzierung weiterhelfen.

Tipp 1: Rechtzeitig Angebote einholen und vergleichen

Holen Sie sich bitte immer spätestens 3 bis 6 Monate vor der Ablauf Ihrer ersten Zinsbindung Angebote bei Ihrer Hausbank und anderen Anbietern ein. Anderenfalls meldet sich Ihre bisher finanzierende Bank genau 3 Monate vor Ablauf der ursprünglichen Zinsbindung mit einem Prolongation-Angebot bei Ihnen. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie sich aber bereits über die Konditionen auf dem Markt informiert haben, damit Sie direkt sehen können, ob Ihnen die Bank ein faires, sehr günstiges oder übertrieben teures Angebot offeriert. Mit einem Anschlussfinanzierung-Vergleich können Sie innerhalb von nur wenigen Minuten sehen, welche Bank Ihnen derzeit die besten Konditionen anbietet.

Tipp 2: Auf die Nebenbedingungen achten

Die meisten Verbraucher achten beim Vergleich verschiedener Anschlussfinanzierungen ausschließlich auf den Zinssatz, den diese Bank ihnen anbietet. Der richtige Zins ist zwar weiterhin der wichtigste Punkt bei jeder Baufinanzierung, doch sollten sie auch die Nebenbedingungen der einzelnen Offerten miteinander vergleichen. Bietet Ihnen eine Bank neben einem günstigen Zins etwa kostenlose Sondertilgungen oder eine Option zum Tilgungssatzwechsel an, kann das bei einer engen Entscheidung durchaus zum entscheidenden Faktor werden.

Tipp 3: Zunächst mit der Hausbank verhandeln

Wenn Sie das erste Angebot Ihrer Hausbank nicht zufrieden stellt, sollten Sie nicht direkt die Flinte ins Korn werfen und sich nach einem alternativen Anbieter umsehen. Denn die Konditionen für ein Anschlussdarlehen sind auch immer ein wenig Verhandlungssache. Daher sollten Sie zunächst mit Ihrer Hausbank verhandeln und versuchen, einen günstigeren Zins auszuhandeln. Legen Sie Ihrer Bank dabei die günstigeren Zinsangebote der Konkurrenz vor und gehen Sie durchaus selbstbewusst in das Gespräch hinein. Dabei sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, dass Sie für die Bank als langjähriger Kunde, der seine Raten stets pünktlich bezahlt hat, ein niedriges Investitionsrisiko darstellen.

Die Bank hat also ein Interesse daran, Sie als Kunde zu behalten. Das dürfen Sie nie vergessen!

Tipp 4: Zinsersparnis in Tilgung investieren

Wenn Sie bei einer Anschlussfinanzierung durch einen schnellen und unkomplizierten Vergleich und einem daraus resultierenden niedrigeren Zins Geld gespart haben, sollten Sie dieses Geld nicht direkt wieder verprassen, sondern am besten in eine höhere Tilgung investieren, wenn Ihnen diese Möglichkeit zur Verfügung steht. Dadurch haben Sie den Vorteil, dass Sie Ihr Darlehen schneller abzahlen und damit am Ende wesentlich mehr Geld sparen als durch einen niedrigen Zinssatz allein. Wie viel Geld das im Einzelfall genau sein kann ist selbstverständlich unterschiedlich. Eine gute Orientierungshilfe bietet Ihnen unsere Berechnung unter dem Punkt „Was kostet ein Anschlussdarlehen?“, die wir weiter oben im Ratgeber durchgeführt haben.

Wie verhandeln Sie am besten mit Ihrer Bank?

Einen Punkt sollten Sie bei dieser Frage immer im Hinterkopf behalten: Die Bank will Sie als Kunde für die Anschlussfinanzierung unbedingt behalten, da Sie bereits bewiesen haben, dass Sie Ihre Monatsraten rechtzeitig und vollständig zurückzahlen können. Doch es gibt auch noch weitere Gründe für das Verhalten der Bank:

  • Die Bank hat ein geringeres Ausfallrisiko, da Sie bewiesen haben, dass Sie Raten pünktlich zahlen können.
  • Die Bank hat deutlich weniger Bearbeitungsaufwand als bei einer neuen Erstfinanzierung, da alle benötigten Unterlagen bereits vorliegen und geprüft wurden. Auch eine neue Bonitätsprüfung ist nicht notwendig.
  • Sie bieten der Bank deutlich höhere Sicherheiten, da sich durch die Tilgung während der ersten Zinsbindung die Restschuld verringert hat. Somit ist auch die Kreditsumme des neuen Baukredits niedriger, was für Sie von Vorteil ist.

Diese Punkte sollten Sie bedenken, wenn Sie mit Ihrer Bank um die neuen Konditionen verhandeln. Dabei sollten Sie durchaus selbstbewusst in das Gespräch hineingehen. Außerdem sollten Sie nicht direkt das erste Prolongation-Angebot der Bank annehmen, sondern einen Anschlussfinanzierung-Vergleich durchführen, um so günstigere Angebote auf dem Kreditmarkt zu finden. Mit diesen Offerten können Sie nun Druck auf die Bank ausüben und dieselben Konditionen einfordern. Einen Versuch ist das zumindest immer wert.

FAQs: Ihre wichtigsten Fragen kompakt beantwortet

Was verstehen wir unter dem Begriff Bereitstellungszinsen?

Bei sogenannten Bereitstellungszinsen handelt es sich um ein Entgelt für die vom Kreditinstitut bereitgestellten und vom Kreditnehmer noch nicht in Anspruch genommenen Darlehen oder Darlehensteile. Solche Zinsen kommen etwa bei einem Forward-Darlehen in der Forward-Periode vor.

Was ist ein Volltilgerdarlehen?

Bei einem Volltilgerdarlehen wählen Sie Sollzinsbindung und Tilgung der Immobilienfinanzierung genau so, dass am Ende keine Restschuld übrigbleibt. Sie zahlen dabei wie beim klassischen Annuitätendarlehen eine monatlich gleichbleibende Rate. Bei einem Volltilgerdarlehen schließen Sie nur einen einzigen Vertrag über ein Baudarlehen für die gesamte Rückzahlungsdauer der Baufinanzierung ab. Je kürzer die Sollzinsbindung dabei ist, desto höher ist auch die Tilgung des Darlehens.

Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?

Als Sollzins, ehemals Nominalzins, bezeichnen wir den Zinssatz, den Sie als Kreditnehmer als Preis für den Nennbetrag des Darlehens zahlen müssen. Die Höhe der laufenden Zinsrate wird immer durch den Sollzins bestimmt. Die tatsächlichen Kosten eines Darlehens gibt allerdings nur der effektive Jahreszins an, da dieser alle Zusatzkosten enthält. Für einen Angebotsvergleich eignet sich daher nur der Effektivzins und nicht der Sollzins.

Fallen beim Abschluss einer Anschlussfinanzierung Gebühren an?

Wenn Sie Ihre alte Baufinanzierung bei der bisher finanzierenden Bank weiterführen, fallen keine Kosten an. Wollen Sie dagegen zu einem neuen Anbieter umschulden, können Kosten für die Umschreibung der Grundschuld anfallen. Daher lohnt sich eine Umschuldung auch meist nur bei einem Zinsunterschied von mindestens 0,1 %, eher 0,2 %. Bei einem Forward-Darlehen sollten Sie zudem immer den Zinsaufschlag der Bank in Ihre Berechnungen mit aufnehmen.

Hat sich die Stiftung Warentest mit Anschlussfinanzierungen beschäftigt?

Gerade in Niedrigzinsphasen interessieren sich viele Verbraucher für eine Baufinanzierung und müssen daher irgendwann auch einen Gedanken an eine mögliche Anschlussfinanzierung verschwenden. Da die Nachfrage nach solchen Finanzierungen in den letzten Jahren stetig da gewesen ist, hat sich auch die Stiftung Warentest bereits ausführlich mit dem Thema „Anschlussfinanzierung“ auseinandergesetzt. Da die Experten der Stiftung Warentest aufgrund ihrer langjährigen Test- und Vergleichserfahrung beim deutschen Verbraucher ein hohes Ansehen genießen, sind das gute Nachrichten für alle Kreditnehmer.

Eine Übersicht über alle Ratgeber, Artikel, Tests und mehr finden Sie unter diesem Link auf der Webseite der Stiftung Warentest. Besonders interessant dürfte für Sie aber der spezielle Anschlussfinanzierungs-Test der Stiftung Warentest sein, den Sie unter diesem Link aufrufen können. Dabei geben Ihnen die Experten der Stiftung hilfreiche Tipps, wie Sie sich bereits Jahre im Voraus günstige Zinsen für Ihre Anschlussfinanzierung sichern können. Wir können Ihnen den Ratgeber nur weiterempfehlen.

Kann Öko Test einen eigenen Anschlussfinanzierung-Vergleich anbieten?

FragezeichenViele deutsche Verbraucher sind auch immer wieder an der Meinung von Öko Test zu bestimmten Gesellschaftsthemen interessiert. Im Bereich der Anschlussfinanzierungen kann Öko Test zwar nicht mit der Anzahl an Tests, Artikeln und Ratgebern der Stiftung Warentest mithalten, hat sich aber in den vergangenen Monaten und Jahren dennoch an manchen Stellen mit Baufinanzierungen und dergleichen beschäftigt.

Eine Übersicht über alle Ratgeber von Öko Test zur Thematik finden Sie unter diesem Link. Besonders interessant dürfte für Sie dabei der Ratgeber von Öko Test rund um das Thema Baufinanzierung sein, in welcher Öko Test selbst ausdrücklich darauf hinweist, dass bei der Wahl der passenden Finanzierung nicht nur die Zinsen entscheidend sind. Den kompletten Ratgeber können Sie unter diesem Link aufrufen und durchlesen.

Fazit: Frühzeitig planen und Angebote vergleichen lohnt sich!

Für Hausbesitzer ist der Ablauf einer Zinsbindung meist mit Stress verbunden, doch denken die wenigsten Deutschen an die Möglichkeiten, die Ihnen eine Prolongation, Umschuldung oder der Abschluss eines Forward-Darlehens bringen kann. Kreditnehmer, die sich frühzeitig mit einer Anschlussfinanzierung befassen, können eine Menge Geld sparen. Als Verbraucher sollten Sie den Abschluss einer solchen Finanzierung also nicht als Ärgernis, sondern vielmehr als goldene Möglichkeit betrachten.

Es gilt: Frühzeitig planen, Angebote vergleichen und dann erst eine Finanzierung abschließen. Das lohnt sich gewiss immer!