Der Krieg, den die Nationalsozialisten entfacht haben, geht im Frühjahr 1945 zu Ende, am 30. April erobern US-Soldaten München.
Zweiter Weltkrieg
:Münchens letzte Zeitzeugen
Sie waren Kinder oder Jugendliche, als der Zweite Weltkrieg endete. Nun gehören sie zu den wenigen Münchnerinnen und Münchnern, die noch leben und von der NS-Zeit berichten können. 13 Erinnerungen.
Orte mit Nazi-Vergangenheit
:Spuren der Tyrannei in München
Die Villa eines berühmten Schriftstellers, die zum Lebensborn-Heim wurde, eine Grundschule, in der ein Bombensuchkommando aus KZ-Häftlingen hauste, oder ein paar Meter ziviler Ungehorsam in der Stadtmitte: acht Orte mit düsterer NS-Geschichte.
Was aus Münchens Nazis wurde
:Die sadistische „Schwester Pia“
Eleonore Baur war eine Duzfreundin von Hitler und Himmler. Im KZ Dachau trat sie als Diva auf und ließ Gefangene privat für sich arbeiten.
Tag für Tag: Kriegsende in München
:„Ich denke daran, was er litt, und kann meine Tränen nicht zurückhalten“
Mit der offiziellen Kapitulation in Berlin ist die Nazi-Herrschaft in ganz Deutschland vorbei – doch nicht der Schmerz der Befreiten, die ihre Gefangenschaft in den Lagern überlebt haben.
80 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs
:„Einer hat mich umarmt und meinen Stiefel geküsst“
US-Veteran Bud Gahs ist einer der letzten lebenden Befreier des Konzentrationslagers Dachau. Ein Gespräch mit dem 100-Jährigen über das Vorgehen der US-Truppen am Ende des Krieges, die Zeit danach – und warum heute alle jungen Männer zum Militär sollten.
Nachkriegszeit
:Deutschlands größter Schwarzmarkt war in Bogenhausen
In der Möhlstraße entsteht nach dem Krieg ein gewaltiger Umschlagplatz für Kaffee, Zigaretten, Schokolade und vieles mehr. Razzien setzen ihm nach Jahren ein Ende. Doch wie kam es, dass ausgerechnet im feinen Bogenhausen ein solcher Markt entstand?
Todesmärsche der KZ-Häftlinge
:Bayerns dunkelstes Kapitel
Als das Ende des Dritten Reiches bereits unmittelbar bevorstand, zwang die SS Zehntausende Gefangene auf Todesmärsche. Über ein Verbrechen, an dem sich vielerorts auch die bayerische Bevölkerung beteiligte. Und über Helden, die über sich hinauswuchsen.
Befreiung des KZ Dachau vor 80 Jahren
:„Jetzt weiß ich, warum wir kämpfen“
Als Truppen der US-Armee das Konzentrationslager Dachau am 29. April 1945 befreiten, trafen sie auf rund 32 000 völlig entkräftete Häftlinge – und auf Berge von Leichen. Ein Rückblick auf historische Stunden zwischen Freude und Verderben.
Kriegsgefangenenlager Stalag VII A
:Schwieriges Erbe
Am 29. April 1945 befreien amerikanische Truppen das Stalag VII A in Moosburg. 150 000 Gefangene aus der ganzen Welt wurden von 1939 bis 1945 registriert. Einige Baracken stehen noch, ein einzigartiges Mahnmal. Darf man sie abreißen? Mancher wünscht sich das.
Zweiter Weltkrieg
:Die letzten Zeitzeugen sorgen sich um die Zukunft
Es gibt immer weniger Münchnerinnen und Münchner, die den Zweiten Weltkrieg erlebt haben und ihre Erinnerungen teilen können. Hier erzählen einige ihre Geschichte. Manche erst jetzt, um den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen etwas entgegenzusetzen.
München-Schwabing
:Boheme und Nazi-Bonzen
Ein neues, kundiges Stadtteilbuch zeigt Schwabing auch in seinen dunklen Kapiteln
Moosach
:Das Kriegsende im roten Schulhaus
Doug Claus besitzt ein Dokument aus der Nacht der Kapitulation mit 31 Unterschriften, unter anderem der von General Eisenhower. Der in München lebende US-Amerikaner versucht, alle Unterzeichner zu identifizieren
75 Jahre Kriegsende
:Der Nazi-Bürgermeister von München
Als glühender Antisemit setzte Karl Fiehler alles daran, dass München eine Vorreiterrolle bei der Judenverfolgung einnimmt. Nach dem Krieg wollte er von den Naziverbrechen nichts gewusst haben - und versuchte, die Pension eines OB einzuklagen.
Zweiter Weltkrieg
:Der Tyrann von München
Gewalttätig, skrupellos und korrupt: Christian Weber war einer der einflussreichsten Nazis in München. Er bereicherte sich so hemmungslos, dass er damit selbst in der NSDAP aneckte.
Schauplatz
:Späte Scham
Die Feldherrnhalle war ein Kultort der Nazis, nach dem Krieg prangt dort ein Schriftzug, der die Verbrechen anprangert
Weltkriegsende in München
:Ruinenjahre
Im Jahr 1945 war München so zerstört, dass man überlegte, die einstige Metropole nicht mehr aufzubauen - und stattdessen eine neue Stadt am Starnberger See zu errichten. Dass es anders kam, lag vor allem an zwei Männern.
Weltkriegsende in München
:"Der Hass muss freie Bahn haben"
Paul Giesler ging als Gauleiter von München-Oberbayern mit äußerster Härte vor. Wer in den Verdacht geriet, nicht auf der Seite des NS-Regimes zu stehen, musste mit dem Schlimmsten rechnen.
Obermenzing
:Als der Krieg zu Ende ging
"Obermenzinger Hefte" schildern den Tag der Befreiung 1945
Oswald Schäfer
:Ein klassischer Schreibtischtäter
Der letzte Chef der Münchner Gestapo übte Terror von seinem Büro aus. Mehrfach wurde er vor Gericht gestellt - doch die Urteile gegen ihn fielen mild aus.
Franz Ritter von Epp
:Reichsstatthalter ohne Macht
Der "Befreier von München" war Namensgeber zahlreicher Plätze und Straßen in Bayern. Die Karriere des Generalmajors begann mit dem Völkermord in Deutsch-Südwestafrika.
Hermann Esser
:Hitlers treuer Agitator
Der Duz-Freund des "Führers" unterstützte diesen während dessen politischen Anfängen maßgeblich. Nach der Wiedergründung der NSDAP erhielt er die Mitgliedsnummer 2.
Weltkriegsende in München
:Musik für Schokolade
Im Mai 1945 sind Brot, Mehl und Fleisch knapp, die Münchner hamstern, der Schwarzmarkt blüht. Und Josef Steidle, erst 17 und schon Kriegsveteran, schlägt sich mit seiner Harmonika durch.
Schauplatz der Geschichte
:Geplünderte Geschäfte in München
Es seien einfach zu viele gewesen, erklärte die 42. US-Infanterie-Division später: zu viele Zivilisten, die in München die Warenlager plünderten. Die Soldaten hätten beim besten Willen nichts tun können. Beim Blick auf dieses Foto klingt diese ...
Leben im besetzten München
:Radfahren nur mit schriftlicher Erlaubnis
Die US-Militärregierung erlässt für die Münchner strenge Regeln, die aber schon bald wieder gelockert werden.
SZ-Serie: Das Weltkriegsende
:Endlich keine Bomben mehr
Als die amerikanischen Soldaten Ende April 1945 München einnehmen, herrscht bei vielen Bewohnern große Erleichterung, Frauen schmücken die Jeeps der GIs mit Osterprimeln - es kommt aber auch zu Schusswechseln.
Weltkriegsende in München
:Marsch in die Gefangenschaft
In langen Kolonnen ziehen deutsche Soldaten durch das Karlstor stadtauswärts. Sie haben kampflos kapituliert.
SZ-Serie: Das Weltkriegsende
:Ankunft in der Hölle
Am 29. April 1945 erreichen US-Truppen das KZ Dachau. Was die Soldaten sehen, versetzt sie in einen Schockzustand: Tausende Tote im Güterzug, ausgemergelte Häftlinge. Aber es gibt auch den überschwänglichen Jubel der Geretteten.
Schauplatz
:Todesmarsch Richtung Süden
Wenige Tage vor der Befreiung trieb die SS fast 7000 KZ-Häftlinge in Richtung Südtirol. Mehr als 1000 Gefangene überlebten den Marsch nicht
Terror der letzten Tage
:Im Zeichen des Werwolfs
In München und im Umland gingen die Nazis brutal gegen tatsächliche oder vermeintliche Widerständler vor
Schauplatz
:Der "bayerische Eiffelturm"
Auf dem 146 Meter hohen, hölzernen Ismaninger Sendeturm ruhten die Hoffnungen der Freiheitsaktion
SZ-Serie: Das Weltkriegsende
:Die Stadt funktioniert
München liegt in Trümmern, doch die Verwaltung kümmert sich bis zuletzt um Gas, Wasser, Strom und sogar um den Zutritt ins Hallenbad. Den Beamten geht es um Normalität - und um die Kriegsindustrie.
Oberschleißheim
:Geschichten über Mut und Verblendung
Ein zerstörtes Schloss, Dramatisches am Fliegerhorst: Ortschronist Otto Bürger hat das Kriegsende dokumentiert
Schauplatz
:Arbeitslager in der Nachbarschaft
Die leeren Räume, die kahlen Wände, der verwitterte Putz - die Baracke 5 des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers an der Ehrenbürgstraße in Neuaubing ist ein hässlicher Ort. Beklemmend aber wird er erst, wenn man weiß, was sich hier abgespielt hat. Etwa ...
Gescheiterte Vertuschung
:Die Namen der Nazis
Der Freimanner Papiermüller Hans Huber verhindert, dass die NSDAP ihre Mitgliederkartei vernichten lässt. Doch die Amerikaner wollen von den brisanten Akten erst einmal nichts wissen
Kommentar
:Verdienstvoller Provokateur
Um auf den oftmals fragwürdigen Umgang mit der NS-Geschichte hinzuweisen, tritt Aktionskünstler Wolfram Kastner Politikern und Behörden oft auf die Füße. Nun wird sein Einsatz endlich belohnt
Notizen einer Nationalsozialistin
:"Das Herz sagt uns: durchhalten"
Wolfhilde von König schreibt als Jugendliche während der Diktatur Tagebuch. Selbst in der Niederlage steht sie weiter zum Regime.
Schauplatz
:Propagandaverlag
Ein Gebäude im Lehel stand im Mittelpunkt der Propaganda-Maschinerie der Nazis
Gedenk-Aktion
:Erinnerung mit weißen Fahnen an zentralen Tag in der Geschichte Münchens
Zum 75. Jahrestag der Befreiung Münchens von den Nationalsozialisten werden in der Stadt weiße Fahnen gehisst. Auch die Bürger sollen mitmachen.
SZ-Serie: Das Weltkriegsende
:Täuschung bis zum Schluss
Mobilisieren, drohen und den Willen zum Weiterkämpfen aktivieren: Der Historiker Sven Keller über die Propaganda der Nazis in den letzten Kriegstagen in München.
Schauplatz: Kirche
:"Der Sakraments-Empfang ist immer besser geworden"
Im April 1945 sind die meisten Münchner Kirchen zerstört. Doch die Gläubigen versuchten bis zuletzt, so etwas wie Normalität zu leben.
SZ-Serie
:Zwischen Terror und Angst
Im April 1945 leben die Münchner in Ruinen. Es fehlt an allem. Das Regime ist entschlossen, die Stadt zu verteidigen. Doch die meisten Bürger wollen nur noch überleben.