Wirtschaftlicher Druck und veränderte Lesegewohnheiten: Der Verleger Martin Balle und SZ-Chefredakteur Wolfgang Krach diskutieren im Salon Luitpold in München die Frage, ob die Pressefreiheit in Deutschland unter Druck gerät.
Kulturpolitik
:Die potemkinsche Mediengruppe
16 Magazine, Agenturen und Verlage gehören nach eigenen Angaben zur Weimer Media Group. Ein Blick hinter die Fassade lässt dieses Gebilde schnell in sich zusammenfallen.
Journalismus
:Umbauten beim „Spiegel“
Einer geht, einer bleibt: Stefan Ottlitz verlässt den „Spiegel“-Verlag, Thomas Hass leitet das Unternehmen nun als alleiniger Geschäftsführer.
Mehr als 100 000 Euro Förderung
:Welche bayerischen Verlage Prämien bekommen
Von Sophie Scholls Tagebüchern bis zu chinesischer Science-Fiction: Zehn unabhängige Verlage in Bayern erhalten in diesem Jahr eine Verlagsprämie vom Freistaat.
Europäische Union
:Verfahren gegen Google wegen möglicher Benachteiligung von Verlagen
Brüssel verdächtigt den US-Konzern, Medien und Nachrichtenverlage in seinen Suchergebnissen zu benachteiligen. Bei einem Verstoß drohen Geldbußen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Todestag
:„Helmut Schmidt in Saft und Kraft“
Was hätte der Kanzler getan? Zwei Hamburger Zeitungen fragen, wie der vor zehn Jahren verstorbene Welterklärer, Herausgeber und Raucher unsere Krisen lösen würde. Doch die Ikonisierung kennt Grenzen.
Pressefreiheit
:Die Unabhängigkeit verkauft
In Ungarn wechselt das meistgelesene Online-Medium die Seiten: Der Schweizer Verlag Ringier hat den „Blikk“ abgegeben – nun gehört er einem Unternehmen, das Viktor Orbán treu ist.
Elke Heidenreich
:Jemand findet, ich soll das lesen
Zu viel, zu schlecht, zu überflüssig: Unsere Autorin versinkt in neuen Büchern und läuft Gefahr, die Lust am Lesen zu verlieren. Ein Wutausbruch.
Literatur
:„Diese Genres haben Menschen von Netflix zurückgeholt zum Lesen“
Retten New-Romance-Romane die Buchbranche? Hat anspruchsvolle Literatur noch eine Chance? Fragen an Karin Schmidt-Friderichs, scheidende Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, und ihren Nachfolger Sebastian Guggolz.
Medien und Politik
:Der doppelte Weimer
Der Kulturstaatsminister und ehemalige Verleger habe sein Unternehmen „verlassen“, hieß es. Tatsächlich hält er nach wie vor 50 Prozent daran. Interessenkonflikte sind kaum vermeidbar.
Israel
:Der große Freund
Der Chef des Springer-Verlags, Mathias Döpfner, wird in Jerusalem mit der höchsten Ehrenmedaille Israels geehrt. Derweil beschäftigt die Justiz des Landes die Frage, wie eine „Bild“-Schlagzeile zum Gaza-Krieg zustande kam.
Kritik an Wolfram Weimer
:Reden kostet nichts
Der Kulturstaatsminister wird von der AfD angegangen, weil das Magazin „The European“ aus seinem Familienunternehmen ungefragt Politikerreden abdruckte, auch von Alice Weidel. Die drängendere Frage ist jedoch eine andere.
Frankfurter Buchmesse
:Ist der Kunst noch zu helfen?
Neben Romantik-Boom, KI und einer Handvoll Bestseller wird die Hochliteratur immer mehr zum Nischenprodukt. Beobachtungen von einer Messe, auf der die Büchermenschen ratlos sind – aber nicht verzweifelt.
Literatur und Kunstfreiheit
:Die Räume werden enger
Wie viele Romane oder Romanpassagen werden nie gedruckt, weil Juristen vorher einschreiten? Ein Blick in die Welt der Verlagsjustiziare, die immer wichtiger wird in einer veränderten Öffentlichkeit.
Was der neue Allee Verlag plant
:Ein Verlag für die Vielfalt Europas
Veronika Siska hat den Allee Verlag in München gegründet, der sich für literarische Stimmen aus unterrepräsentierten Sprachen Europas einsetzt. Zeugt das von Mut oder Übermut?
Buchhandel
:Derzeit nicht verfügbar
Ausgerechnet zum Start der Messe in Frankfurt sind erfolgreiche Bücher wie das der Buchpreis-Gewinnerin kurzzeitig nicht lieferbar: Die Druckereien sind zu schlecht besetzt. Wie Verlage mit der Situation umgehen und was das für die Leser bedeutet.
Michael Krüger
:„Ich würde gerne als Krähe wiedergeboren werden“
Michael Krüger blickt auf ein Leben mit Dichtern und Gedichten zurück, die er verlegte oder selbst schrieb. Ein Gespräch mit dem polnischen Lyrikerkollegen Tadeusz Dąbrowski über die flüchtigste und kostbarste aller Kunstformen.
Börsenverein
:Der Spitzenvertreter der Buchbranche
Wer ist Sebastian Guggolz, der neu gewählte Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels? Als Gründer eines Berliner Kleinverlags ist ihm schon Unwahrscheinliches gelungen.
Berenberg Verlag
:Der kleine Gewichtheber
Berenberg, einer der feinsten Buchverlage Deutschlands, muss schließen – obwohl ein Titel des Hauses aktuell auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises steht.
Emmanuel Carrère
:Dafür sollte er endlich den Prix Goncourt bekommen
Erneut macht Emmanuel Carrère aus einem Stück seiner eigenen Geschichte fabelhafte Unterhaltung: Gerade ist in Frankreich „Kolkhoze“ erschienen, ein Buch über das Leben seiner Eltern.
Zeitungsverlage
:Kinder, hier gibt’s was umsonst
Wie bringt man junge Menschen dazu, sich mehr bei Qualitätsmedien zu informieren? Norwegen erprobt ein neues Modell: Anfixen für lau.
Literatur
:Es ist jetzt seine Welt
Er findet seine Stimme erst noch und erzählt doch schon von einem ganzen Jahrhundert: Auf einen Eistee in Zürich mit Nelio Biedermann, dessen Roman „Lázár“ die erstaunlichste Entdeckung der Saison ist.
Caroline Wahl
:Die junge Frau und der fiese Chef
In ihrem dritten, extrem smarten Roman „Die Assistentin“ erzählt die Bestsellerautorin Caroline Wahl von einem betreuungsintensiven Verlagsleiter. Aber vor allem von ihrer Heldin, die keine Lust hat, ihm zu dienen.
Prominente
:Wochenend und Sonnenschein
Der mediale Sommer von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hätte ausgesprochen unpolitisch sein können. Dann vergleicht sie ein rechtspopulistisches Portal mit einer linken Tageszeitung.
Jubiläumsjahr
:Thomas Mann für jedes Bedürfnis
Von der Strandlektüre bis zum schweren Band für die Handbibliothek: Zum Thomas-Mann-Jubiläumsjahr gibt es wichtige neue Bücher.
Genre-Literatur
:Jetzt auch ohne Schweinefleisch
Jugendliche Leserinnen lieben die Zeitreise-Romanzen der „Edelstein-Trilogie“ von Kerstin Gier. Jetzt hat die Autorin neue Fassungen auf den Markt gebracht: woker, vegetarischer, mit neuem Ende. Sind die noch der Liebe wert?
Buchmarkt
:Hier schrieb ein Mensch
Mit den Fortschritten der künstlichen Intelligenz wird die Zahl KI-generierter Bücher explodieren. Jetzt sollen Gütesiegel bezeugen, was noch von echten Autoren stammt. Eine hilflose Antwort?
Nachruf auf Pierre Nora
:Leuchtturm des französischen Geistes
Er verhalf Denkern wie Michel Foucault und Jacques Le Goff zu Weltruhm, prägte das Verlagshaus Gallimard wie die Académie française. Zum Tod des französischen Historikers und Lektors Pierre Nora.
Journalismus
:Hausfrauen, vereinigt euch
Frauenzeitschriften leiden unter sinkenden Auflagen, doch ohne sie hätte es wohl keine Frauenbewegung gegeben. Ein Buch würdigt ihre kulturgeschichtliche Bedeutung und die Pionierin Lina Morgenstern.
Medien
:Die Kunst, Weimer zu sein
Unser Autor erinnert sich an den langen Sommer 2003, als mit dem Magazin „Cicero“ auch die Marke „Wolfram Weimer“ gegründet wurde. Zum erstaunlichen Werden und Sein des neuen deutschen Staatsministers für Kultur und Medien.
200 Jahre Börsenverein des Deutschen Buchhandels
:Von Amazon bis Zensur
Die Literaturbranche lebt von Überzeugungstätern. Sie organisieren sich im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, den es seit genau 200 Jahren gibt. Zum Geburtstag gibt es natürlich: ein Buch.
Verlagsbranche
:Burda teilt sich auf
Das Medienunternehmen trennt den Verlag vom Digitalgeschäft. Einen Verkauf einzelner Titel soll es nicht geben. Was sich ändert.
Münchner Leute der Woche
:Ex-Kommunalreferentin ist jetzt Yoga-Lehrerin
Kristina Frank macht eine Fortbildung am Strand in Indien, Verleger Lothar Schirmer hat Grund zum Feiern und Clara Proksch buddelt im Sand für „Jugend forscht“- und gewinnt.
NS-Vergangenheit in der Presse
:Wenn die Aufarbeitung 80 Jahre später beginnt
Der Verleger der NS-Parteizeitung „Donaubote“, Wilhelm Reissmüller, wurde nach 1945 Verleger des „Donaukuriers“. Wie ihm das gelang, und warum er gegen alle Kritik in der Bundesrepublik noch mit höchsten Ehren ausgezeichnet wurde.
Fall Jolanda Spiess-Hegglin
:Dieses Urteil könnte den Boulevardjournalismus verändern
Die Schweizer Ex-Politikerin Jolanda Spiess-Hegglin muss vom Ringier-Verlag entschädigt werden. Das hat ein Gericht zehn Jahre nach einer Kampagne der Zeitung „Blick“ entschieden. Ein Präzedenzfall in Sachen Persönlichkeitsrecht?
Neue Kooperation der Verlegerverbände
:Wehrt euch, Journalisten!
Fake News, öffentlich-rechtliche Expansion, KI: Unabhängiger Journalismus steht unter Druck. In einem neuen Bündnis wollen sich rund 500 deutsche Verlage nun schlagkräftiger verteidigen.
Nachruf auf Hans Dieter Beck
:Der Unvermeidliche
Ohne seine Bücher kann kein Student Jura studieren, kein Staatsanwalt anklagen, kein Richter richten: Zum Tod von Hans Dieter Beck, dem größten juristischen Verleger in Europa.
KI und Literatur
:Tausend Seiten in zehn Tagen
Eine Autorin veröffentlicht weit über hundert Sachbücher in einem Jahr. Wie ist das möglich? Eine Spurensuche in der Welt des Selfpublishing – und der KI.
Buchverlag
:Sachbücher für Internet-Kids
Wie gelingt es einem Verlag mit Sachbüchern für Kinder im Online-Zeitalter zu überleben? Ein Besuch bei Tessloff in Nürnberg, dem Herausgeber der bekannten Reihe „Was ist was“.
Burda-Verlag
:Kinder an der Macht
Hubert Burda übergibt an seine Erben Elisabeth und Jacob. Über einen „epochalen“, auch heiklen Generationenwechsel in einem der größten deutschen Medienunternehmen.
Auszeichnung für Münchner Verleger
:Lothar Schirmer erhält Kulturellen Ehrenpreis
Der Kunstbuch- Verleger und Sammler wird von der Stadt München mit diesem Preis als „Universalgestalt der Kunst- und Buchwelt“ gewürdigt.
Gedenkfeier für Jürgen „Yussof“ Knauss
:Wo Dankbarkeit und Liebe Geschwister sind
Beim Abschied von Werber und Verleger Jürgen Knauss versammelt sich die Literatur- und Kulturszene im Literaturhaus. Der Agenturchef prägte den Slogan „Ich liebe es“.
Bayerischer Buchpreis
:Bitte nicht schimpfen
Als Martina Hefter und Clemens Meyer zuletzt um den Deutschen Buchpreis konkurrierten, gewann sie, und er rastete aus: Jetzt treten die beiden beim Bayerischen Buchpreis wieder gegeneinander an – und die Jury diskutiert live. Riskant!
KI sagt Bestseller vorher
:Die Atombombe
Bald steht den deutschen Verlagen eine Software zur Verfügung, die den Verkaufserfolg eines Buches mit einer Trefferquote von bis zu 99 Prozent prognostizieren kann. Das könnte die publizistische Landschaft grundlegend verändern.
ARD
:„Tagesschau“ macht Stimmung in eigener Sache
Vor der Ministerpräsidentenkonferenz warnt die „Tagesschau“ in den Hauptnachrichten und auf Instagram vor der geplanten Verschärfung der Regeln für ARD und ZDF im Internet. Ist das beitragsfinanzierte PR?
Deutscher Verlagspreis 2024
:Spitzenpreis für Mixtvision
Der Münchner Mixtvision Verlag gewinnt einen der drei Spitzenpreise des Deutschen Verlagspreises. Verleger Sebastian Zembol erhält 50 000 Euro.
Frankfurter Buchmesse
:Preise, Proteste, Personenschützer
Clemens Meyer, Roberto Saviano, Suhrkamp, Identitätspolitik: Ein Glossar der Aufregerthemen der diesjährigen Frankfurter Buchmesse.
Bücher aus Bamberg
:Der Verlag mit dem Wal
Kein Amazon, keine E-Books, kein Druck in Fernost: Vor zehn Jahren hat Ralf Rebscher den Magellan Verlag aus der Taufe gehoben – mit scheinbar traumtänzerischen Prinzipien. Was daraus wurde? Eine Erfolgsgeschichte.
Deutscher Buchpreis an Martina Hefter
:Wer vom Schreiben leben kann
Martina Hefter gewinnt den Deutschen Buchpreis mit ihrem irrwitzigen Roman über Menschen, die sich nach Liebe sehnen und Geld brauchen.
Buchbranche
:Klaus Füreder übernimmt Buchhandlung L. Werner
Der Standort in der Maxvorstadt wird aufgegeben und das Geschäft in die Arabella Buchhandlung am Rosenkavalierplatz integriert.