Japan

Vor Schlimmerem bewahrt

Der frühere japanische Premier Naoto Kan blickt zurück auf die Katastrophe von Fukushima: In seinem Buch beschreibt er, was alles schieflief in den Tagen nach dem Reaktor-Unglück.

Von Christoph Neidhart, Tokio

Jahrestag der Fukushima-Katastrophe
Chronologie der Katastrophe in Japan

Als die Welt den Atem anhielt

Die Bilder waren aus weiter Ferne aufgenommen, unscharf. Die Meldungen überschlugen sich - wurden zunehmend prekärer. Vor einem Jahr hat die Welt gebannt nach Japan geblickt. Erdbeben, Tsunami, Atomkatastrophe - die dramatischen Ereignisse im Minutenprotokoll.

TEPCO's workers stand near the crippled TEPCO's Fukushima Daiichi nuclear power plant ractor buildings in Fukushima
Untersuchungsbericht zu Fukushima-1

"Dann verlieren wir auch noch Tokio"

Panik, Verwirrung und Wutanfälle: Ein Untersuchungsbericht unabhängiger Experten zeigt, wie konfus die Kommunikation zwischen dem Fukushima-Betreiber und Japans Regierung war. Offenbar verhinderte erst das Eingreifen des damaligen Premiers Kan eine vollständige Evakuierung der Anlage - und damit noch schlimmere Folgen für das Land.

Yakuza, Japans Mafia

Frauen für das Sexgewerbe und Männer für Fukushima

Die japanische Mafia-Organisation Yakuza ist eine Wirtschaftsmacht. Ihr Einfluss reicht von den größten Konzernen des Landes über Prostitution bis in die Tiefen des Atommüllgeschäfts in Fukushima-1. Seit kurzem machen die Mafiosis auch in Hedgefonds.

Von Christoph Neidhart

Panda als weibliches Gesicht 2011

Damenwahl der BBC erzürnt die Briten

Michele Bachmann, Gabriele Giffords und Tian Tian, die Pandabärendame: Die Auswahl der weiblichen Gesichter des Jahres 2011 der BBC bringt die Gefühle so mancher Briten in Wallung. Warum eigentlich?

Von Lena Jakat

Sarkozy und wie ihn die Welt sieht 14 Bilder
Internationale Politiker des Jahres 2011

Rettet Europa, rettet die Welt!

2011 war ein turbulentes Politik-Jahr: Tauwetter in Birma, Frühling in Arabien und ein heißer Herbst in Europa. Nicht nur der Euro, nein, die gesamte EU musste gerettet werden. Welcher Politiker hat 2011 die beste Figur abgegeben? Stimmen Sie ab!

Lady Gaga fordert Anti-Mobbing-Gesetz
VIP-Klick: Lady Gaga

Date mit Obama

Der Selbstmord eines 14-Jährigen hat Lady Gaga so erschüttert, dass sie sich ans Weiße Haus gewandt hat. Die Sängerin fordert nun ein Anti-Mobbing-Gesetz und will sich deswegen mit Barack Obama treffen.

Yoshihiko Noda
Kabinettsumbildung in Japan

Mit neuer Mannschaft auf altem Kurs

Japans neuer Premier Noda will mit einem verjüngten Kabinett die dringlichen Probleme seines Landes lösen. Der Kurs bleibt vorerst der gleiche: Wie sein Vorgänger will er die Steuern erhöhen, um die vom Tsunami zerstörten Gebiete wieder aufzubauen und die japanischen Staatsschulden zu tilgen. Außerdem will Noda seine zerstrittene Partei einen.

Japan Prime Minister Noda
Neuer Regierungschef in Japan

Noda zum Ministerpräsidenten gewählt

Yoshihiko Noda tritt wie erwartet die Nachfolge des zurückgetretenen Naoto Kan als japanischer Ministerpräsident an. Noda will die Steuern erhöhen, um die Tsunami-Region wieder aufzubauen - einen Atomausstieg lehnt er ab.

Nachfolger von Naoto Kan

Yoshihiko Noda wird neuer Regierungschef Japans

Der bisherige Finanzminister Yoshihiko Noda ist in einer Stichwahl zum neuen Parteichef der regierenden Demokratischen Partei gewählt worden - als Favorit galt während des Wahlkampfs eigentlich ein anderer. Das gebeutelte Land dürfte Noda vor große Herausforderungen stellen. Sein Vorgänger war wegen schlechten Krisenmanagements zurückgetreten.

File picture of International Atomic Energy Agency (IAEA) inspection team members in Fukushima Prefecture
Atomabfall von Fukushima

Erst verstrahlt, dann verbrannt

Radioaktive Erde wird vergraben, verstrahlter Klärschlamm verheizt - und der noch geschäftsführende Premier Naoto Kan bittet um eine temporäre Deponie. Fünf Monate nach der Atomkatastrophe von Fukushima entsorgt Japan radioaktiven Müll höchst fragwürdig.

Von Christoph Neidhart, Tokio

Japan's Prime Minister Naoto Kan leaves at a news conference announcing his resignation, at his official residence in Tokyo
Rücktritt von Premier Naoto Kan

Japan versucht die Schnellheilung

Zwei Tage Wahlkampf, zwei Tage wählen: Japans regierende Demokratische Partei will nach dem Rücktritt von Premier Kan in vier Tagen eine neue Regierung aufstellen. So soll das Land schnell aus der Dauerkrise kommen - doch der Plan birgt Gefahren.

Von Christoph Neidhart, Tokio

Moody's senkt Bonität Japans um eine Note
Kritik am Krisenmanagement nach Fukushima

Japanischer Premier Naoto Kan tritt zurück

Seine Umfragewerte waren miserabel, die Kritik am Krisenmanagement nach Fukushima riss nicht ab. Nun zieht Japans Premierminister Naoto Kan die Konsequenzen und tritt zurück. Seine Nachfolge scheint schon geregelt - auf den neuen Mann warten große Probleme.

Japan's Prime Minister Kan attends a plenary session at the Lower House in Tokyo
Japanische Regierung

Ministerpräsident Kan kündigt Rücktritt an

Japan steht erneut vor einem Wechsel an der Regierungsspitze. Monatelang stand Naoto Kan wegen seines unzureichenden Umgangs mit der Natur- und Atomkatastrophe in der Kritik, die Umfagewerte des Premiers rutschten in den Keller. Nun zeigt er sich bereit zurückzutreten - sobald bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

Somali woman holds her malnourished child at the Banadir hospital in southern Mogadishu
Politik kompakt

USA bewilligen Millionenhilfe für Ostafrika

Zehntausende Kinder sind im Süden Somalias in den letzten Monaten verhungert. Weitere 640.000 haben noch immer nicht genug zu essen. Jetzt hat die US-Regierung 105 Millionen Dollar bewilligt, um die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen.

Kurzmeldungen im Überblick

Politik kompakt

Türkei besetzt Militärspitze neu

Ministerpräsident Erdogan festigt seine Kontrolle über die Armee: Wegen Putschvorwürfen gegen Hunderte Militärangehörige war die Armeeführung zurückgetreten - nun hat die Türkei die vakanten Posten neu besetzt.

Kurzmeldungen im Überblick

Sport kompakt

Lance Armstrong beschuldigt Behörden

Früherer Radprofi fühlt sich betrogen, Thor Hushovd gewinnt die 16. Etappe der Tour de France, deutsche Säbel-Männer holen EM-Silber, japanische Fußball-Nationalmannschaft wird euphorisch empfangen.

Sport kompakt

17 Bilder
Frauen-WM 2011: Reaktionen

"Das Herz der Frauen gepackt!"

Japanische Zeitungen bringen nach dem Erfolg der Frauen-Nationalelf bei der WM Sonderausgaben heraus, die Fans feiern auf den Straßen von Tokio. US-Präsident Barack Obama verfolgt das WM-Endspiel im Weißen Haus und schreibt unentwegt auf Twitter. Reaktionen zum WM-Finale.

Havariertes Atom-Kraftwerk Fukushima Daichii
Japan: Energiepolitik nach Fukushima

Doch kein voller Atomausstieg

Atomkraft, jein danke: Japans Ministerpräsident Kan denkt laut über einen Ausstieg aus der Kernenergie nach, doch Regierungssprecher Edano widerspricht: Die Abkehr von der Atomkraft sei nur eine "Hoffnung für die ferne Zukunft".

Japan's newly appointed reconstruction minister Ryu Matsumoto speaks at a news conference after resigning his post, in Tokyo
Japan: Wiederaufbau nach Fukushima

Minister tritt nach einer Woche im Amt zurück

Schwerer Schlag für Japans Ministerpräsidenten Naoto Kan: Eine Woche nach Amtsantritt muss sein Minister für den Wiederaufbau der Katastrophengebiete seinen Posten bereits wieder räumen - wegen umstrittener Äußerungen in den zerstörten Regionen.

Mission in lebensgefährlicher Umgebung: Arbeiter vor einem explodierten Reaktor in Fukushima
Japan: Atomruine Fukushima

Bedrohlicher Rückschlag

Wettlauf gegen die Zeit: Ein Anstieg der Strahlung stoppt die Reinigung hochradioaktiven Wassers, die Brennstäbe müssen aber weiter gekühlt werden - wohin mit den verseuchten Wassermassen?

Atomkatastrophe in Fukushima

Super-GAU schon nach fünf Stunden

Doppelt so viel Radioaktivität und eine deutlich frühere Kernschmelze: Japan muss eingestehen, dass die Nuklearkatastrophe in Fukushima schlimmer ist als anfangs eingeräumt. Wurde bewusst verharmlost, um die Sicherheitsmängel anderer AKWs zu verschweigen?

Von Christoph Neidhart, Tokio

Politik kompakt

Polizisten nach Talokan-Attentat festgenommen

Nach dem tödlichen Anschlag im nordafghanischen Talokan vermuteten Experten von Anfang an, dass einheimische Sicherheitskräften an der Tat beteiligt waren. Nun wurden fünf terrorverdächtige Polizisten verhaftet, die den Gouverneurssitz eigentlich bewachen sollten.

Kurzmeldungen im Überblick

Angela Merkel, Nicolas Sarkozy 18 Bilder
G-8-Gipfel in Deauville

Pomp, Proteste und ein Babybauch

Der mächtigste Mann der Welt kommt zu spät - und zu Fuß, Angela Merkel muss bei der Sarko-Show mehr als Tätscheleien aushalten und Carla Bruni-Sarkozy streichelt ihren Babybauch. Auf dem G-8-Gipfel spielen die Politiker heile Welt, hinter verschlossenen Türen ging es aber um ernste Themen. Nur einer fällt negativ auf: Silvio Berlusconi. Natürlich.

A worker walks through Tokyo Electric Power's Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant's Unit 1 reactor in Fukushima prefecture in this handout photo released by TEPCO
Japan: Atomruine Fukushima

Tepco öffnet Türen von Reaktor 1

Spezielle Filter im havarierten Atomkraftwerk Fukushima haben die Radioaktivität in Block 1 weit genug gesenkt, um Arbeiter in den Meiler zu lassen. Die schlechte Nachricht ist: Aus dem Kraftwerk Tsuruga an der Westküste entweicht erneut Radioaktivität.