Der norwegische Karikaturist war jahrzehntelang mit spitzer Feder im „Simplizissimus“ gegen politische Extremisten zu Felde gezogen. Dann kam Hitler an die Macht. Olaf Gulbranssons Reaktion beschäftigt bis heute die Sachwalter seines künstlerischen Erbes.
Reformkurs
:Wie geht es weiter mit der Raubkunst in den Museen des Freistaats?
15 Monate Forschung pro Gemälde. Bayerns Kunstministerium bewilligt fünf neue Stellen für Provenienzforscher, um schneller mit der Bearbeitung der Verdachtsfälle voranzukommen.
150. Geburtstag von Konrad Adenauer
:Der autoritäre Demokrat
Gleich drei neue Bücher beleuchten das Leben des ersten Kanzlers der Bundesrepublik – und sie ergänzen einander wegen unterschiedlicher Schwerpunkte auf ideale Weise. Konrad Adenauer wies den Deutschen den Weg nach Westen.
Kampf gegen Rechtsextremismus
:Das scharfe Schwert der Historiker
Philipp Ruch vom Zentrum für Politische Schönheit und der Historiker Thomas Weber werben streitlustig für neue Ansätze der Geschichtswissenschaft zur Rettung der Demokratie. Der Untergang Weimars müsse ganz anders betrachtet werden als bisher.
Neue Biografie über Hermann Göring
:Massenmord und Ritterspiel
Der Journalist Andreas Molitor porträtiert die NS-Größe Hermann Göring, der für die Ausbeutung der Sowjetunion zuständig war. Einige Kindheitserlebnisse werden jedoch für den späteren Verbrechensweg arg überinterpretiert.
Nazi-Vergangenheit des deutschen Sports
:„Man kann aus der Hall of Fame ja auch keine Hall of Shame machen“
Gleich 15 deutsche „Hall of Fame“-Athleten waren Mitglied der NSDAP, hat eine SZ-Recherche ergeben. Müssen sie rausgeworfen werden? Eine Expertenkommission empfiehlt eine differenzierte Reaktion.
Biografie über Erich von dem Bach-Zelewski
:Himmlers Massenmörder
Erich von dem Bach-Zelewski war im besetzten Osteuropa für den Tod Hunderttausender verantwortlich. Seine Strategie der Selbstinszenierung als „Problemlöser“ half ihm auch nach 1945. Jan Kreutz hat nun die zahllosen Selbstzeugnisse des SS-Offiziers ausgewertet und eine erhellende Biografie vorgelegt.
Biografie über Robert Servatius
:Der Lobbyist der NS-Verbrecher
Der Jurist Robert Servatius verteidigte in Nürnberg und Jerusalem NS-Größen mit immer gleicher Taktik. Und er verteidigte sich damit auch selbst, schreibt sein Biograf Dirk Stolper.
Charta der Vertriebenenverbände
:„Eine bewusste Abkehr von Rache“
Bundeskanzler Friedrich Merz würdigte die Leistungen der Heimatvertriebenen für die junge Bundesrepublik. Vor 75 Jahren gaben sie sich eine Charta, die für Versöhnung plädierte.
Evangelische Versöhnungskirche
:Gedenken an den Whistleblower der Gaskammern
Kurt Gerstein war Nazi und SS-Mann. Doch er informierte auch ausländische Diplomaten und Kirchenvertreter über den Massenmord in den Vernichtungslagern.
Analyse der NS-Zeit
:Hitler erklären auf 128 Seiten? Ja, geht!
Es muss nicht immer eine dicke Biografie sein, um Adolf Hitlers Person und Politik der Vernichtung zu verstehen. Es reicht, zu Sybille Steinbachers präziser Einführung zu greifen.
Bücher über das Kriegsende vor 80 Jahren
:In der Niemandszeit
Der Alltag der Menschen in der Ausnahmesituation des Frühjahrs 1945 ist Gegenstand zahlreicher Bücher zum Kriegsende. Doch nur Tagebucheintrag an Tagebucheintrag zu reihen, reicht nicht für eine große Erzählung zwischen Katastrophe und Neubeginn.
Die Deutschen und die NS-Zeit
:Die dunklen Ecken der Erinnerungskultur
Die meisten Deutschen halten sich 80 Jahre nach Kriegsende zugute, sich der Vergangenheit gestellt zu haben. Mitnichten, sagen die Autoren zweier neuer Bücher. Sie handeln von Selbstgefälligkeit, Selbsttäuschung und vom Unwillen zu trauern.
Deutsche Geschichte
:Mehrheit hält AfD für unwählbar
Das Wissen um die NS-Verbrechen sensibilisiert laut einer Studie viele Deutsche für die Gefahr durch Rechtsextremismus. Zugleich haben antisemitische und geschichtsrevisionistische Haltungen zugenommen.
Buch über „Das Kanzleramt“ in der frühen BRD
:Diese lästige Demokratie
NS-Vergangenheit verharmlosen, alte Kameraden fördern, Pressefreiheit und Forschung behindern – das war der Dreiklang aus dem Bonner Kanzleramt bis zum Ende der 1960er. Eine umfassende Studie bringt bislang unbekannte Details aus der Schaltzentrale der Macht ans Licht.
Buch über das Jahr 1925 in der Weimarer Republik
:Der Monarchist mit der Zeitbombe
Im April 1925 wurde Paul von Hindenburg zum Reichspräsidenten gewählt, mit dessen Hilfe Rechtsextremisten die Demokratie abschaffen wollten. Für den Historiker Wolfgang Niess ein „Schicksalsjahr“.
Geschichte Kölns von 1918 bis 1933
:„Nur ein frohes Volk kann neue Zeiten bauen“
Christoph Nonns meisterliche und höchst unterhaltsame Geschichte Kölns von 1918 bis 1933 belegt: Die Weimarer Republik war nicht von vornherein zum Untergang verdammt.
Suhrkamp-Verleger
:Ein bisschen NSDAP
Die Akten zur kurzen Parteimitgliedschaft des legendären Suhrkamp-Verlegers Siegfried Unseld erzählen eine hochinteressante, weil völlig normale Geschichte: die einer deutschen Familie in bösen Jahren.
„Zweite Karrieren“ von NS-Eliten nach 1945
:Schweigen, leugnen, weitermachen
Viele NS-Spitzenmänner kamen nach 1945 schnell wieder in leitende Funktionen. Wie lief die Aufarbeitung und was wurde dabei versäumt? Hans-Ulrich Thamer versucht eine Bilanz der „Behördenforschung“.
AfD-Wahlwerbung
:Sitzplatz ganz rechts am Fenster
Die AfD druckt „Flugtickets“, um Asylbewerber zur Ausreise aufzurufen. Oder sind auch Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft gemeint? Über Wahlkampf in NSDAP-Tradition und das zynische Spiel mit der Mehrdeutigkeit.
Zweiter Weltkrieg in Italien
:Der „gute Deutsche“, der gegen die Faschisten kämpfte
Ein deutscher Marine-Obergefreiter wird 1944 in Italien zum Deserteur und Partisanen. Ulrike Petzold über den ungewöhnlichen Weg des Bremers Rudolf Jacobs.
Aufarbeitung von NS-Medizinverbrechen in Bayern
:Die Opportunisten vom Amt
Wie gingen Ärzte und Medizinbürokratie nach 1945 mit ihren Verbrechen um? Die Historikerin Sophie Friedl folgt ihnen auf dem steinigen und gewundenen Weg zwischen Anpassung und echter demokratischer Umorientierung.
NSDAP-Mann Max Brose
:Vom NS-Profiteur, der zum Vorbild erklärt wurde
Erst Vergangenheit erforschen, dann über Straßen-Benennungen entscheiden – das wäre logisch. Beim „Wehrwirtschaftsführer“ Brose hat Coburg die umgekehrte Reihenfolge gewählt. Jetzt zeigt sich, wie fragwürdig das war.
Juden in München
:Der Nazi-Terror von Giesing
Hans Zöberlein war „einer der aktivsten Nazis in ganz München“, sagt Historiker Herbert Dandl. Unter ihm und den NS-Verbrechern litten viele jüdische Menschen in Giesing und Harlaching. Dandl hat 282 Schicksale in einem Gedenkbuch gesammelt.
NS-Geschichte
:Ehemaliger KZ-Steinbruch wird Teil der Gedenkstätte Flossenbürg
Auf diese Weise soll der Ort, an dem sich Tausende zu Tode geschuftet haben, öffentlich zugänglich gemacht werden und einen Beitrag zur Aufklärung über die Verbrechen des NS-Regimes leisten.
Ziviler Widerstand
:„Endlich ein Mann. Frisch, klar, aktiv“
Wer war Carl Goerdeler, der ehemalige Oberbürgermeister von Leipzig, der als „Kopf des zivilen Widerstands“ gegen Hitler gilt? Peter Theiners Biografie über einen einsamen Politiker mit hochfliegenden Plänen.
MeinungPopulismus
:Donald Trump und seine Helfer nutzen Propaganda in einer Weise, wie man sie von faschistischen Bewegungen kannte
Der künftige US-Präsident hat die Differenz zwischen Wahrheit und Lüge eingeebnet, und zwar in einer Perfektion, die man in den Demokratien des Westens noch nicht erlebt hat. Dafür gibt es leider Vorbilder in der Geschichte.
Graphic Novel über 1933 und die Folgen
:Für Schwarz, Rot und Gold
Niels Schröder erzählt vom Ende des „Reichsbanners“, das sich gegen die Feinde der Weimarer Republik stemmte. Und vom hohen Preis, den drei tapfere Demokraten in der NS-Zeit dafür zahlen mussten.
Zeitgeschichte
:Die Akte Reissmüller
Zeitlebens bestritt Wilhelm Reissmüller seine NS-Nähe, klagte bis ans Bundesverfassungsgericht. Nun kommt die Wahrheit über den einflussreichen Verleger aus Ingolstadt ans Licht – ein Lehrstück mangelnder Aufarbeitung.
ExklusivKultur
:Claudia Roth nennt Bauhaus-Kritik der AfD „absolut inakzeptabel“
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur verweist darauf, dass die AfD in Sachsen-Anhalt „erschreckend ähnliche Argumente und Formulierungen“ wie die NSDAP verwende.
Karl Mayr
:Vom „Geburtshelfer Hitlers“ zum Spitzel für die SPD
Er war ein früher Förderer Adolf Hitlers, sah in dem jungen Gefreiten einen „müden, streunenden Kater, der seinen Herrn sucht“. Karl Mayr war ein fanatischer Nazi – bis er die Seiten wechselt und auf der Fahndungsliste der Gestapo landet.
NS-Besatzer und der Warschauer Aufstand 1944
:„Jeder Häuserblock ist zu sprengen“
Die Verheerungen und Mordaktionen der deutschen Besatzer während des Warschauers Aufstands 1944 sind hierzulande noch immer weithin unbekannt. Stephan Lehnstaedts Buch liefert profunde Aufklärung.
„Schicksalsstunden einer Demokratie“
:Die laxe Republik
Der junge Staat hat sich nach 1918 nicht genug gegen die Radikalisierung seiner Gegner gewehrt, urteilt der Historiker Volker Ullrich. Und doch wäre die NS-Diktatur vermeidbar gewesen. Was das für die heutige Krisenzeit und einen möglichen neuen Rechtsruck bedeutet.
Biografie zum 20. Juli 1944
:Regimesturz „um jeden Preis“
Der Reserveoffizier Cäsar von Hofacker entwickelte sich vom glühenden Hitler-Verehrer zur zentralen Figur des militärischen Widerstands im besetzten Paris. Seine Enkelin Valerie Riedesel erzählt zum 80. Jahrestag des Hitler-Attentats seine Geschichte.
Buch über den „Röhmputsch“ 1934
:Hitlers „zweite Machtergreifung“
Peter Longerich erklärt, wie das junge NS-Regime vor 90 Jahren seine erste Großkrise bewältigte: mit einer mörderischen politischen Säuberungswelle gegen die SA-Führung und andere Gegner. Die schlechte Stimmung im Volk besserte das Blutbad nicht – im Gegenteil.
NS-Geschichte
:Weitere Bauarbeiten auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände
Mehr als 85 Millionen Euro wollen Stadt, Freistaat und Bund in den Lern- und Begegnungsort Zeppelinfeld und Zeppelintribüne investieren.
MeinungPrantls Blick
:Braunes Konfetti
Warum man heute beim Prozess über die Verfassungsfeindlichkeit der AfD hundert Jahre zurückdenken sollte - an das Strafverfahren gegen den Putschisten Adolf Hitler.
Das Politische Buch
:Höckes Machtlabor
Thüringen war Schauplatz historischer Kleinstaaterei, erster Aufmarschplatz der Nazis und ist heute der Testfall für die Demokratie. Der Journalist Martin Debes erklärt, warum hier früher geschieht, was dem Rest des Landes noch bevorstehen könnte.
Politisches Buch "Talar und Hakenkreuz"
:Hitlers willige Gelehrte
Michael Grüttner hat eine großartige Gesamtdarstellung über die Universitäten in der NS-Zeit vorgelegt. Die Quellen offenbaren eine Allianz zum beiderseitigen Nutzen von Regime und Forschenden.
ExklusivSporthelden
:Die deutsche Geschichte lässt niemanden los
Als die Sporthilfe 2008 die „Hall of Fame des deutschen Sports“ gründete, wollte sie auch die Brüche der Nation offenlegen – und nahm ehemalige NSDAP-Mitglieder auf. Doch nun zeigen Recherchen: Nicht fünf der Geehrten waren in der Nazipartei – sondern 15. Darunter zwei der größten deutschen Sporthelden.
Weimarer Republik
:Der Kampf der Bilder
Das Staatsarchiv Bamberg zeigt eine aufschlussreiche Ausstellung mit Wahlplakaten aus dem Jahr 1924. Ihr Themen weisen große Parallelen zu heute auf.
NS-Geschichte
:Wie sich ein niederbayerischer Nazi am Holocaust in der Ukraine beteiligte
Über den NSDAP-Kreisleiter Josef Glück war wenig bekannt - bis ein Politikwissenschaftler akribisch nachforschte und die Verstrickung des ehemaligen Bürgermeisters von Zwiesel und Regen an einem Massenmord in der Ukraine aufdeckte.
SZ-Podcast "Auf den Punkt" - am Wochenende
:Holocaust-Überlebende: "Die Demos gegen Rechtsextremismus machen Hoffnung"
Am 27. Januar 1945 hat die Rote Armee Auschwitz befreit. Das Datum ist zum jährlichen Holocaust-Gedenktag geworden. Doch schützt Erinnerung vor Wiederholung?
Das Politische Buch
:Julius Streichers Echokammer
Das antisemitische Massenblatt "Der Stürmer" hatte eine extrem aktive Fangemeinschaft. Die Historikerin Melanie Wager hat erstaunliche und erschreckende Fakten in den Archiven gesammelt - die auch mit Blick auf die Gegenwart von Bedeutung sind.
Rechtsextremismus
:„Es geht um die Sehnsucht nach Vertrautem“
Der Historiker und Holocaust-Forscher Ulrich Herbert über den Rechtsextremismus der AfD, deren Nähe zur NSDAP und die Möglichkeiten und Folgen eines Parteiverbots.
Buch über Adolf Wagner
:Ein Tyrann ganz nach dem Geschmack der Nazis
Adolf Wagner propagierte die Vernichtung der Juden mit Leidenschaft und ging in seinen Gräueltaten weit über NS-Vorgaben hinaus. Ein Buch zeigt, wie wichtig skrupellose Typen wie er für das Terrorregime der Nationalsozialisten waren.
Das Politische Buch
:Tatsächlich Stellvertreter
Für Manfred Görtemaker ist Rudolf Hess keineswegs der mediokre Nazi aus der zweiten Reihe. Sein Einfluss war demnach viel größer als bisher angenommen. Der Historiker rückt noch weitere Mythen zurecht, etwa was Hess letztlich zu seinem Flug nach Schottland antrieb.
ExklusivEvonik-Chef Kullmann
:"Wer AfD wählt, gefährdet Jobs"
Christian Kullmann, Chef des Chemiekonzerns Evonik, warnt nach Wilders' Wahlerfolg in den Niederlanden vor dem Erstarken der Rechtspopulisten. Er erinnert an das Versagen deutscher Eliten während des Aufstiegs Hitlers und fordert, die Wirtschaft müsse endlich Farbe bekennen für die Demokratie.
AfD
:Höcke und der Nazi-Spruch
Das Landgericht Halle eröffnet ein Strafverfahren gegen den AfD-Rechtsaußen Björn Höcke wegen Verwendens einer SA-Parole. Doch der will es gar nicht so gemeint haben.
Landtagswahl in Bayern
:Plakate mit verbotener SA-Losung in Passau aufgetaucht
Es soll sich laut Polizei um Plakate der AfD handeln, auf denen Sprüche der Sturmabteilung der NSDAP standen. Die Plakate wurden entfernt.