Millionen Senioren leben in Wohnungen, in denen der Rollator nicht durch die Tür passt und sie kaum in die Dusche kommen. Mit der alternden Babyboomer-Generation wird sich das Problem weiter verschärfen. Deutschland ist darauf nicht vorbereitet.
Sommer der Sozialreformen
:Was auf Pflegebedürftige und ihre Familien zukommt
Steigende Beiträge, geringere Leistungen, zu wenig Personal – und immer mehr alte Menschen: Die Pflege in Deutschland braucht dringend Hilfe. Reichen die Pläne der Bundesregierung?
Debatte
:Schluss mit der Betreuungslüge
Kitas, Ganztagsschulen und Pflegeheime sollen eine gute Betreuung bieten. Doch in vielen Einrichtungen herrschen Personalnot und Überforderung. Zeit für mehr Realismus und weniger leere Versprechen.
Reformen
:Die Wut der Frauen
Kinderbetreuung, Pflege, Rente: Die Reformpläne der Regierung treffen vor allem auch Frauen. Hier erzählen fünf von ihnen, wie sich die Vorhaben auf ihr Leben auswirken könnten.
Pflegende Angehörige
:Wer zahlt für Lotte?
Ohne ihre Babysitterin würden die Zischkes die Sommerferien mit ihren zwei behinderten Kindern kaum schaffen. Doch die geplante Pflegereform könnte genau dieses Modell unmöglich machen. Ein Hilferuf.
ExklusivBundesarbeitsministerium
:Sozialausgaben steigen auf Rekordniveau
Rente, Pflege, Arbeitslosigkeit: Deutschland gibt mehr Geld für Soziales aus, mittlerweile fast ein Drittel der Wirtschaftsleistung. In einem Bereich aber gibt es einen überraschenden Rückgang.
Modellprojekt in Karlsfeld
:Wie digital wird die Altenpflege?
Ein Modellprojekt hat im Haus Curanum in Karlsfeld dreieinhalb Jahre lang getestet, wie Technologien die Pflege künftig unterstützen können. Dabei wird es aber vor allem auf mehr qualifizierte Arbeitskräfte ankommen.
Gesundheitsversorgung in Wolfratshausen
:Einwände gegen Pläne fürs neue Demenzzentrum
Am geplanten Standort für den Neubau in Weidach fürchten Anwohner massive Verkehrs- und Umweltauswirkungen. Die Prüfung ihrer Einwendungen zieht das Bebauungsplanverfahren in die Länge.
MeinungNina Warken
:Die Ministerin möchte tatsächlich bei den pflegenden Angehörigen sparen
Die Pflegekassen stecken tief im Minus, aber wie das Milliardenloch füllen? Na klar, man nehme bei jenen, die ohnehin schon den größten Teil der Arbeit erledigen. Das ist widersinnig.
Reformpläne
:Was kommt jetzt auf Pflegebedürftige und Beitragszahler zu?
Der Pflegekasse fehlen Milliarden, darum nimmt die Gesundheitsministerin eine große Reform des Systems in Angriff. Die Widerstände sind riesig, denn der Plan trifft fast jeden und jede. Ein Überblick.
SZ am Abend
:Nachrichten vom 4. Juni 2026
Was heute wichtig war.
Wegen Milliardendefizit
:Die Pflege wird für viele teurer
Höhere Beiträge für Kinderlose und Gutverdiener, mehr Eigenanteile für Heimbewohner, härtere Regeln für die Einstufung in Pflegegrade: Eine Reform soll die Versicherung stabiler aufstellen. Andernfalls drohen Milliardendefizite.
MeinungPro und Contra
:Sollen Kinderlose mehr Geld in die Pflegeversicherung einzahlen?
In der Pflegeversicherung droht ein Milliardendefizit. Und so wird offenbar im Gesundheitsministerium erwogen, Kinderlose künftig einen noch höheren Beitrag zahlen zu lassen.
Sozialpolitik
:Union will Eigenheim bei Finanzierung der Pflege einbeziehen
In der Diskussion um die Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung fordern Vertreter der Union mehr Eigenverantwortung bei der Vorsorge und mehr Eigenbeteiligung von Pflegepatienten. „Wer Vermögen besitzt, muss zunächst eigenes Vermögen einsetzen ...
Pflege und Gesundheit
:Wirtschaftsweise fordern deutliche Einschnitte im Sozialstaat
Weniger Geld für Krankenhäuser und Pharmakonzerne, Kürzungen in der Pflege: Die Wirtschaftsweisen fordern Sparmaßnahmen im Sozialbereich – damit die Deutschen mehr Geld auf dem Konto haben. Worum geht es im Einzelnen?
Sparpläne
:Was über die Kürzungen beim Elterngeld und in der Pflege bekannt ist
Die Bundesregierung will 350 Millionen Euro beim Elterngeld einsparen und Pflegeleistungen kürzen. In der Koalition droht neuer Ärger.
Kulturpaten in München
:Demenz erträglicher machen
Für die Krankheit gibt es fast nie eine Heilung. Doch das Projekt „Kulturpaten und Gäste“ schafft es, manche Symptome zu lindern. Was dahintersteckt.
Telemedizin
:Wie ein Heim in Traunstein alten Leuten die Fahrt ins Krankenhaus erspart
Videocall statt Notaufnahme: Krankenhausbesuche sind für demenzkranke Menschen oft eine Qual. Im Altenheim Palling klären sie medizinische Fragen deshalb jetzt anders.
Interview mit DGB-Chefin Yasmin Fahimi
:„Das ist aberwitzig, vollständig aberwitzig“
Die Reformdebatte mache sie wütend, sagt Yasmin Fahimi. Ob Gesundheit, Arbeitsrecht, Sozialstaat – die DGB-Vorsitzende stellt sich gegen mehrere Pläne der Bundesregierung. Sie fordert ganz andere Lösungen.
Geriatrie in Lenggries
:Reha-Klinik droht das Aus
Die geriatrische Einrichtung stellt „vorübergehend“ den Betrieb ein und meldet Insolvenz an. Wegen mutmaßlicher Hygienemängel und unsachgemäßer Medikamentenabgaben prüft das Landratsamt einen Widerruf der Konzession.
Familienpolitik
:Sparen bei Kindern und Inklusion? Was wirklich geplant ist
Ein Kürzungspapier von Bund, Ländern und Kommunen löst bei Alleinerziehenden und pflegenden Eltern einen Aufschrei aus. Die Regierung will beruhigen: Noch sei nichts entschieden. Aber grundlos sind die Sorgen nicht.
Landratsamt München
:Informationstag rund ums Älterwerden
Am 19. Mai werden Unterstützungsangebote vorgestellt, es gibt Vorträge über Pflege und Experten beantworten Fragen. Die Anmeldung läuft bis 30. April.
Pflege und Gesundheit
:„Wenn was schiefläuft, ist es zu spät“
Leistbare Pflege gilt als Kern öffentlicher Daseinsfürsorge – doch die Kosten eines Seniorenheims bringen viele Städte und Gemeinden an ihre Grenzen. Muss gute Pflege zwangsläufig teuer sein? Experten erklären, wie Kommunen trotz knapper Kassen ihre Seniorenheime lebenswert und dabei wirtschaftlich führen können.
Pflegende Angehörige
:Wenn Sorge zur Belastung wird
Wer sich um psychisch erkrankte Angehörige kümmert, gerät schnell an seine Grenzen. Günter Badura , Pflegedienstleiter im KBO-Klinikum Taufkirchen, erklärt in einem Vortrag, wie Unterstützung gelingt, ohne sich selbst zu überfordern.
200 Jahre LMU Klinikum
:Eine Jubiläumsfeier im Sitzen
700 geladene Gäste aus Politik und Wissenschaft feiern das 200-jährige Bestehen des LMU Klinikums. Über einen langen Abend mit einem Versprechen und einer ganz besonderen Innovation.
Demenz
:„Die meisten Angehörigen wurschteln sich alleine durch“
Demenz ist eine besonders tückische Erkrankung. Doch die Anzahl der Betroffenen wächst stetig, auch im Landkreis Bad Tölz Wolfratshausen. Angehörige sind mit der Pflege oft überfordert, dabei gibt es zahlreiche Hilfsangebote. Welche im jeweiligen Fall sinnvoll sind, erklärt der Pflegestützpunkt im Landratsamt.
Reden wir über Geld
:„Täter haben ein Gespür dafür, wann die Menschen besonders verletzlich sind“
Ordensschwester Bernadette Brommer kümmert sich um Opfer von Erbschleichern. Sie weiß, was es bedeutet, wenn das Vermögen der Mutter plötzlich an wildfremde Menschen geht. Und erklärt, warum der finanzielle Verlust oft nicht das Schlimmste ist.
Munich Economic Debates
:Einmal Bad putzen, bitte!
Die Gesellschaft altert, es gibt zu wenige Pflegekräfte. Können Roboter hier eine Hilfe sein? Ja, sagt der Münchner Robotik-Professor Alexander König. Die Geschwindigkeit ihrer Entwicklung sei „atemberaubend“.
Häusliche Pflege
:Warum so viele alte Menschen nicht das Geld erhalten, das ihnen zusteht
Alte Kleidung, einfachste Möbel – wenn die Pflegeberaterin Anika Grashof alte Menschen zu Hause besucht, sieht sie viel Armut. Jetzt zeigt eine Studie zur häuslichen Pflege: Das System der Hilfsgelder ist so kompliziert, dass Hunderttausende leer ausgehen.
Pflege am Lebensende
:Aus Liebe zu den Menschen
Miriam Alkämper hat sich mit gerade mal 20 Jahren dazu entschieden, auf einer Palliativstation zu arbeiten. Hier erklärt sie, warum angesichts des Todes Stühle manchmal wichtiger sind als Spritzen.
Nürnberg
:Pflegedienst-Mitarbeitende wegen Betrugs verurteilt
Mit falschen Abrechnungen brachten sie Kranken- und Pflegekassen um fast 430 000 Euro. Jetzt gab es Bewährungsstrafen für die fünf Angeklagten. Und was ist mit dem Geld?
Pflege im Alter
:So lange wie möglich selbständig daheim
Für eine menschenwürdige Versorgung im Alter bräuchte es auch eine faire Finanzierung durch die Pflegeversicherung, kommentieren Leser.
Architektur auf dem Land
:Wo Bayerns schönste Tagespflege steht
Müssen Pflegeeinrichtungen eigentlich immer nach Krankenhaus aussehen? In Burghausen steht der Gegenbeweis. Über einen Ort, der weit älter ist als seine Gäste.
Pflege und Migration
:„Es gibt Faktoren, die ein würdevolles Altern erschweren“
Ältere Migranten zählen zu der am stärksten wachsenden Bevölkerungsgruppe in Deutschland. In der Pflege werden sie dennoch übersehen, sagt Altersforscherin Hürrem Tezcan-Güntekin.
Psychologie
:Wenn Kinder die Elternrolle übernehmen
Papa trösten, den kleinen Bruder versorgen, den Haushalt schmeißen: Wenn Eltern aus verschiedenen Gründen an die Belastungsgrenze kommen, übernehmen Söhne und Töchter viel Verantwortung. Wann wird es zu viel?
Reform der Pflegeversicherung
:3286 Euro für einen Pflegeplatz – und das ist nur der Eigenanteil
Die Kosten für die Pflegeversicherung steigen massiv. Der Grund dafür sei nicht allein der demografische Wandel, betont die Barmer-Krankenkasse – und fordert deshalb eine schnelle Reform.
Literatur
:Diagnose: hoffnungslos?
In seiner Novelle „Die Lebensentscheidung“ schreibt Robert Menasse über einen EU-Beamten, der sich um seine kranke Mutter kümmern will. Das erinnert nicht zufällig an das kränkelnde Europa.
Medizin
:Schwester Ursula weiß immer Rat
Eine aktuelle Meta-Analyse zeigt: In vielen Fällen könnten Pflegekräfte Tätigkeiten von Ärzten übernehmen – manchmal sogar besser.
SZ-Pflegekolumne: Auf Station
:Wie sich die Pflege auf Intensivstationen verändert
Vor 21 Jahren hat Pola Gülberg ihr Ausbildung in der Pflege abgeschlossen. Vieles funktionierte damals anders als heute. Und auch die Zukunft wartet mit Neuerungen – eine davon betrifft sie ganz persönlich.
Migration und Fachkräftemangel
:Von Bangalore nach Burgau - gekommen, um zu pflegen
Kliniken und Heime werben immer mehr ausländische Mitarbeiter an. Sie sollen sich wohlfühlen – und bleiben. Klappt das bei fünf jungen Inderinnen?
Pflegestützpunkt in Bad Tölz-Wolfratshausen
:Lotse durch den Pflege-Dschungel
In den vier Sozialräumen des Landkreises stehen jetzt Ansprechpartnerinnen für betreuungsbedürftige Senioren und ihre Angehörigen zur Verfügung. Außerdem werden Außensprechstunden und Hausbesuche angeboten.
SZ-Pflegekolumne: Auf Station
:Wenn Patienten nicht mal mehr den eigenen Kopf stabil halten können
Wer nach langer Zeit an der Beatmungsmaschine wieder aufwacht, kann sich zunächst nur schwer bewegen – wenn überhaupt: Die Muskulatur ist verkümmert. Wie Pola Gülberg und ihre Kolleginnen aus der Physiotherapie dann vorgehen.
Im Mehrgenerationenhaus Zenja
:Pflegestützpunkt startet Beratung in Germering
Die kostenfreien Beratungen rund um das Thema Pflege gibt es nun auch im Germeringer Mehrgenerationenhaus Zenja.
Pflege
:Staatsregierung will weniger Kontrollen in Heimen
Künftig soll nur noch der Medizinische Dienst und nicht mehr die Heimaufsicht regelmäßig Bayerns Pflegeheime überprüfen. Das soll Bürokratie vermeiden. Aber bleibt der Schutz der Alten und Schwachen gewahrt?
MeinungPflege
:Ein Heim ist immer nur die zweitbeste Lösung
Wer das zweifelhafte Glück hat, dort untergekommen zu sein, macht schnell eine Erfahrung: Die Versorgung ist trotz Premiumpreisen eher dürftig. Gäbe es denn gar keine Alternative dazu? Doch.
Medizin
:„Wenn du jetzt nicht deine Klappe hältst, dann knallt’s!“
Lästereien, Machtspiele, Mobbing: Eine giftige Stimmung auf Station trägt zum Fachkräftemangel in der Pflege bei. Dabei geht es auch anders. Folge 13 der SZ-Kolumne „Zwischen Leben und Abschied“ aus dem Alltag eines Intensivpflegers.
Medizin
:„Ich stech’ dich ab, wenn ich hier raus bin“
Beschimpfungen, Drohungen, Schläge – für viele Pflegekräfte ist das Alltag. Folge neun der SZ-Kolumne „Zwischen Leben und Abschied“ aus dem Alltag eines Intensivpflegers.
Medizin
:„Nun hau endlich ab!“
Nach einer schweren Erkrankung verlieren viele Menschen den Lebensmut. Manchmal hilft da nur: streng sein. So wie bei Dieter. Folge 18 der SZ-Kolumne „Zwischen Leben und Abschied“ aus dem Alltag eines Intensivpflegers.
Medizin
:Wenn nichts mehr hilft, die Maschinen aber weiterlaufen
Eine Patientin liegt im Sterben, doch die Familie will sie nicht gehen lassen. Wann ist es genug? Folge acht der SZ-Kolumne „Zwischen Leben und Abschied“ aus dem Alltag eines Intensivpflegers.
Medizin
:Wie ich mich überwunden habe, über meine Schwerhörigkeit zu sprechen
Lippen lesen, freundlich nicken, ablenken: Über Jahre habe ich versucht, mein schlechtes Gehör zu verheimlichen. Aber sollte man sich für seinen Körper schämen? Folge elf der SZ-Kolumne „Zwischen Leben und Abschied“ aus dem Alltag eines Intensivpflegers.