Die neue Dauerausstellung in Marbach will den Dichter politischer und lebensnäher zeigen. Doch trotz Pathos und Ausrufezeichen bleibt die Form der Präsentation wohltuend klassisch.
Modehistorie
:Die Königin trägt Puderrosa
Marie Antoinette prägte die Mode und den Zeitgeist einer ganzen Epoche. Eine große Londoner Ausstellung würdigt sie jetzt als erste Influencerin der Geschichte.
Christine Wunnicke und Hans Pleschinski im Gespräch über Freundschaft und Literatur
:„Das queere Personal hat bei uns eine große und sehr belebende Bedeutung“
Christine Wunnicke und Hans Pleschinski sind seit Jahrzehnten befreundet, und sie interessieren sich für ähnliche Themen. Wie beeinflussen die Schriftsteller einander? Ein Gespräch über Freundschaft, Konkurrenz und Figuren aus der Geschichte.
MeinungPrantls Blick
:Mehr Feiertage, bitte!
Warum die Diskussion über die Abschaffung arbeitsfreier Tage falsch und schädlich ist: Die Republik braucht mehr, sie braucht neue bundesweite Gedenktage – wenigstens einen solchen Tag.
Christine Wunnickes Roman „Wachs“
:Die Anatomin entdeckt die Liebe
Christine Wunnicke ist die unübertroffene Meisterin schmaler historischer Romane für Fans des Grotesken: In ihrem Buch „Wachs“ sieht man, wer am modernen Wissen über den weiblichen Körper eigentlich mitgearbeitet hat.
Paris
:Die Herrin über sechs Millionen Skelette
Schädel, Wirbelkörper, Schulterblätter: In den Pariser Katakomben lagern Knochen aus zwölf Jahrhunderten, fein säuberlich sortiert nach Körperteilen. Ein Rundgang mit der Leiterin Isabelle Knafou, die sagt: Ein ganz wunderbarer Beruf.
Deutsches Historisches Museum Berlin
:Es werde Licht
„Was ist Aufklärung?“ Das Deutsche Historische Museum Berlin geht dieser Frage in einer grandiosen Ausstellung nach – und zeigt die Umsetzung einer epochalen Idee in die Praxis.
Kurfürst Karl Theodor
:Bayerns verkannter Kurfürst
„Schlimmer Regent“, ein „Vieh“: Keiner der bayerischen Kurfürsten erfuhr eine solche Abneigung wie der Pfälzer Karl Theodor. Kein Wunder, wollte er doch Bayern gegen die österreichischen Niederlande eintauschen. Dabei könnte man ihm durchaus dankbar sein.
MeinungGeschichte
:Die Revolution wurde vor 500 Jahren im Südharz geboren
1524 hielt der kämpferische junge Pastor Thomas Müntzer seine „Fürstenpredigt“. Ein Jahr später waren er und 6000 seiner Anhänger tot.
300. Geburtstag von Immanuel Kant
:Der Mensch könnte ja besser werden
Warum Kant moralisch an der Französischen Revolution festhielt, trotz ihrer Gräuel.
Aktuelles Lexikon
:Jakobiner
Der Name ist Sinnbild für die Radikalisierung von Teilen einer fortschrittlichen Bewegung. Eine Tendenz, derer die SPD eher unverdächtig ist.
MeinungIran
:Die Ohnmacht der Straße
Die Proteste in Iran jähren sich, die Mullahs sind immer noch an der Macht - und werden es wohl noch eine Weile bleiben. Gelungen ist es ihnen, weil sie einen entscheidenden Vorteil hatten.
Historie
:Die hohe Schule der Gewalt
Kein Land verehrt seine staatlichen Institutionen so innig wie Frankreich - und kein Land ist so schnell bereit, sie in Brand zu stecken. Eine kleine Geschichte des Volkszorns.
Bundeswehr
:Tradition mit dunkler Geschichte
Die Aussetzung der Wehrpflicht 2011 gilt manchen heute als Fehler - doch damals gab es ernsthafte Gründe dafür.
Friedrich Christian Laukhard: "Meine Kampagne in Frankreich"
:Der Anfang allen Elends
Vom Schicksal einer Invasionsarmee: Die Aufzeichnungen des einfachen Soldaten Friedrich Christian Laukhard aus dem Ersten Koalitionskrieg.
Dem Geheimnis auf der Spur
:Meister des Spektakels
Der Hochstapler und Trickbetrüger Alessandro di Cagliostro gehört zu den schillerndsten Gestalten des 18. Jahrhunderts, weil er sich immer wieder neu erfand.
MeinungCoronavirus
:Zum Glück kompliziert
Freiheit ist einer der höchsten Werte überhaupt. Zu ihr aber gehören auch Zumutungen, denn sie ist nicht denkbar ohne das soziale Gefüge, das sie trägt. Das lehrt die Erfahrung der Pandemie.
Nicolas Chamforts vollständige Aphorismen
:Die Sache mit der Liebe und dem Rauch
Albert Camus nannte ihn den "Moralisten der Revolte", Nietzsche fand, er sei der witzigste unter ihnen, als Frauenverächter macht ihm so leicht keiner etwas vor: Nicolas Chamforts Aphorismen liegen jetzt vollständig vor.
"À la Carte!" im Kino
:Revolution im Kochtopf
Die Tragikomödie "À la Carte!" erzählt von einer der wichtigsten Erfindungen in der Geschichte Frankreichs: dem Restaurant.
Michael Köhlmeier: "Matou"
:Endloses Schnurren
In "Matou" erzählt ein Kater seine sieben Leben. Michael Köhlmeier packt enorm viel Material in diesen Roman. Dann vergreift er sich.
Französische Revolution
:Marie Antoinettes Schmachten
Wissenschaftler haben zensierte Textstellen in Briefen der französischen Königin an ihren Geliebten Axel von Fersen wieder lesbar gemacht. Und die dabei eingesetzte Technik kann noch mehr.
MeinungFrankreich
:Macron ehrt Napoleon, um sich zu helfen
Zum 200. Todestag des Kaisers veranstaltet der Präsident einen Staatsakt - auch aus Kalkül vor der Wahl in einem Jahr.
Königin Marie Antoinette
:Party-Girl, Puppe, Revolutionsopfer
Geboren als österreichische Erzherzogin, zwangsverheiratet mit Ludwig XVI., geköpft von Revolutionären: Über das teilweise skurrile Andenken an die französische Königin.
René Descartes
:Der mysteriöse Tod des großen Philosophen
René Descartes starb 1650 plötzlich in Schweden. Wurde der Franzose mit Arsen vergiftet? Das behaupten manche - und verweisen auf eine angebliche Geheimbotschaft.
Frankreich zur Königszeit
:Wie ein Halsband eine Staatskrise auslöste
Im 18. Jahrhundert, kurz vor der Französischen Revolution, stürzte ein Betrugsskandal Frankreich in die Krise. Mit dabei: eine raffgierige Adelige, ein liebestoller Kardinal und Königin Marie Antoinette.
Nationalfeiertag in Frankreich
:In Gedenken an Charlie
Kampfflieger, Eliteeinheiten und mexikanische Falkner: Frankreich feiert den Jahrestag der Revolution. Präsident Hollande erinnert bei der Parade in Paris auch an die jüngsten Terroranschläge.
"Leb wohl, meine Königin" im Kino
:Draußen rollen die Köpfe
Mit den Augen der königlichen Vorleserin blickt Regisseur Benoît Jacquot auf Versailles in den Tagen der Revolution. Ihrer Klassenzugehörigkeit wegen müsste Sidonie eigentlich zu den Aufständischen überlaufen, tatsächlich ist sie ihrer Königin jedoch "ergeben wie ein Groupie". Der Hof als Ort der - natürlich verbotenen - Liebe.
Revolutionsdrama eröffnet 62. Berlinale
:Zeiten des Aufbruchs
Das Thema passt: Bereits zu ihrem Auftakt am Donnerstagabend kommt die Berlinale mit dem französischen Revolutionsdrama "Leb wohl, meine Königin!" auf den Punkt. Denn im Mittelpunkt des diesjährigen Programms stehen gesellschaftliche Umbrüche in Vergangenheit und Gegenwart. In diesem Fall dürfen sich die Fans auf Diane Kruger als Marie Antoinette freuen.
Europa und das Ende einer Ära
:Erwarten wir Dankbarkeit?
Sorgen um Demokratie und Kapitalismus treffen auf Abstiegsängste, wenn sich Bestseller und der Akademientag die Frage stellen: "Endet das europäische Zeitalter?" Wenn ja, was wäre daran so furchtbar?
Geschichte von Haiti
:Napoleons Schmach
Die Wurzeln des Elends liegen in der Vergangenheit. Haiti bezahlt immer noch für seine Befreiung vor 200 Jahren. Auch damals nahmen die Wichtigen der Welt den Insel-Staat nicht ernst.