Nach sieben Jahren in der Psychiatrie

Mollath wäre unter Auflagen zu Gutachten bereit

"Ich habe nichts zu verheimlichen": Gustl Mollath erklärt sich zu einem neuerlichen Gutachten bereit, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" richtet er auch eine Bitte an Ministerpräsident Seehofer.

Von Olaf Przybilla, Bayreuth

Verfahren gegen Gustl Mollath
Verfahren gegen Gustl Mollath

Vorgetäuschte Aufklärung

Die Nürnberger Staatsanwaltschaft will im Fall Mollath ein neues psychiatrisches Gutachten anfertigen lassen. Doch um zur Wahrheit zu gelangen, müsste sie viel früher ansetzen - und die strafrechtlichen Vorwürfe überprüfen, deretwegen Gustl Mollath überhaupt in die Psychiatrie kam.

Ein Kommentar von Olaf Przybilla

Gustl Mollath, Fall Mollath
Verfahren gegen Gustl Mollath

Der dritte Mann

Ein weiteres Detail in der irrwitzigen Geschichte des Fall Mollath: Im Urteil gegen Gustl Mollath heißt es, in seinem Wahn habe er beliebige Personen mit Schwarzgeldvorwürfen überzogen. Genannt wird aber gerade mal ein einziger Name - der eines Gerichtsgutachters. Und der ist in dem Fall alles andere als unbeteiligt. Die Argumentation von Justizministerin Merk gerät dadurch weiter ins Bröseln.

Von Olaf Przybilla und Uwe Ritzer, Nürnberg

Sitzung des bayerischen Landtags
Bayerns Justizministerin Merk und der Fall Mollath

Eingemauert im Justizpalast

Wenn es um den Fall Mollath geht, hat Bayerns Justizministerin Beate Merk bislang alle Fragen abgeblockt. Doch nun geht ihre Mauertaktik nicht mehr auf. Die CSU-Frau ist nicht mehr unantastbar.

Von Frank Müller und Mike Szymanski

Hintergründe zum Fall Mollath

Justizopfer oder Paranoiker?

Vorwurf der Körperverletzung und Streit um Schwarzgeldgeschäfte: Im August 2001 nimmt das Drama um Gustl Mollath seinen Anfang. Im September 2004 landet er erstmals in der Psychiatrie, in der auch noch heute sitzt. Eine Chronologie des Falls.

Von Olaf Przybilla und Uwe Ritzer

Sitzung des bayerischen Landtags
Neue Gutachten im Fall Mollath

Die Festung bröckelt

Sitzt Gustl Mollath zu Unrecht in der Psychiatrie? Die bayerische Justizministerin Beate Merk hat sich in dem Fall lange hinter den Mauern ihres Amtssitzes verschanzt. Als schließlich aber auch Ministerpräsident Horst Seehofer unruhig wurde, hat sie den Druck auf die Justiz erhöht. Jetzt soll es neue Gutachten geben.

Von Olaf Przybilla, Uwe Ritzer und Mike Szymanski

Seehofer Mollath
Neue Untersuchung im Fall Mollath

Warum Seehofer eingreift

Bayerns Ministerpräsident Seehofer dringt darauf, den Fall des womöglich zu Unrecht in die Psychiatrie eingewiesenen Gustl Mollath neu aufzurollen. Die Causa hätte ihm gefährlich werden können. Für seine Einmischung muss er jetzt mit der Empörung der Juristen rechnen. Für Seehofer ist es das kleinere Übel.

Ein Kommentar von Olaf Przybilla

Nach Zwangsunterbringung in Psychiatrie

Bayerische Staatsregierung reagiert im Fall Mollath

In die Affäre um die Zwangsunterbringung von Gustl Mollath kommt Bewegung: Nach SZ-Informationen will die Staatsanwaltschaft Nürnberg vor Gericht beantragen, dass der Fall noch einmal überprüft wird. Auch Ministerpräsident Seehofer hat sich eingeschaltet.

Von Mike Szymanski und Olaf Przybilla

Justizskandal in Bayern? Gustl Mollath sitzt seit Jahren in der Psychiatrie. Der SZ und der SWR-Sendung "Report Mainz" liegen Papiere vor, die die Justiz in Erklärungsnot bringen.
Fall Mollath

Die Psychiatrie, der dunkle Ort des Rechts

Seit fast sieben Jahren ist Gustl Mollath in der Psychiatrie, weil die bayerische Justiz ihn für unzurechnungsfähig und gemeingefährlich hält. Der Fall zeigt: Eine Justiz, die Menschen ohne gründlichste Prüfung einen Wahn andichtet, ist selbst wahnsinnig.

Ein Kommentar von Heribert Prantl

Sitzung des bayerischen Landtags
Nach Gutachten im Fall Mollath

"Merk hat versucht, Dinge zu vertuschen"

Gustl Mollath hat zahlreiche Hinweise zu Schwarzgeldtransfers gegeben, doch die Justiz lehnte Ermittlungen ab. "Rechtsstaatswidrig" nennt Strafrechtsexperte Strate dieses Vorgehen. Die Freien Wähler glauben, dass Justizministerin Merk versucht hat, Dinge zu vertuschen.

Report Mainz
Ungereimtheiten im Fall Mollath

Deckname "Monster"

Im Fall Mollath geraten Staatsanwaltschaft und Bayerns Justizministerin Merk immer stärker in Erklärungsnot: Gustl Mollath hatte vor seiner Unterbringung in der Psychiatrie zahlreiche Hinweise zu Schwarzgeldtransfers bei der Hypo-Vereinsbank gegeben, doch die Justiz lehnte Ermittlungen ab. Zu Unrecht - wie ein Gutachten besagt, das der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt.

Von Olaf Przybilla und Uwe Ritzer, Nürnberg

Report Mainz
Fall Mollath

Vom Richter "malträtiert und provoziert"

Augenzeugen berichten, wie der Angeklagte Gustl Mollath vom Richter im Prozess schikaniert und anschließend in die Psychatrie geschickt wurde. Der inzwischen pensionierte Jurist rechtfertigt seine umstrittene Verhandlungsführung - wird jedoch auch dabei wieder laut.

Von Olaf Przybilla und Uwe Ritzer, Nürnberg

Fall Mollath

Das Schweigen der Banker

Kein Gericht und kein Gutachter glaubte Gustl Mollaths Berichten über Schwarzgeldgeschäfte von HVB-Mitarbeitern. Er landete in der Psychiatrie. Die Hypo-Vereinsbank wusste seit Jahren, dass viele Geschichten von Mollath stimmen - und tut bis heute so, als ginge sie das alles nichts an. Eine Spurensuche.

Von Olaf Przybilla und Uwe Ritzer, Nürnberg

Fall Mollath

Anzeigen gegen Ministerin Merk

Verdacht der Strafvereitelung oder Freiheitsberaubung: In der Sache Gustl Mollath sind Anzeigen erstattet worden - auch gegen Justizministerin Beate Merk.

Fall Mollath

Wenn der Zeuge nicht gefragt wird

Er hat das Ehepaar Mollath lange gekannt, als Zeuge wurde er jedoch nicht befragt: Weil Edward Braun aber noch immer von Gustl Mollaths Unschuld überzeugt ist, gab er von sich aus eine eidesstattliche Erklärung ab - und bekam dafür Ärger vom Gericht.

Von Olaf Przybilla, Nürnberg

Fall Mollath

Abgestempelt als "wahnhafte Störung"

Seit sechs Jahren sitzt Gustl Mollath in der Psychiatrie - und das, obwohl ein interner Bericht der Hypo-Vereinsbank seine Hinweise auf Schwarzgeldgeschäfte bestätigt hat. Justizministerin Merk behauptet, die Frage illegaler Finanztransaktionen habe für seine Einweisung keine entscheidende Rolle gespielt.

Von Olaf Przybilla und Uwe Ritzer, Bayreuth

Sitzung des bayerischen Landtags
Nach Unterbringung in Psychiatrie

Schöffe kritisiert Mollath-Verfahren

Die Justiz tat seine Erzählungen über Schwarzgeldgeschäfte als Hirngespinste ab, doch ein ehrenamtlicher Richter hält das Urteil zu Mollaths Unterbringung in der Psychiatrie für höchst angreifbar. Im Landtag verstärkt derweil die Opposition den Druck auf Justizministerin Merk.

Von Olaf Przybilla und Frank Müller

Merk im Fall Mollath unter Druck

Es wird eng für die Ministerin

Es ist blamabel für eine Staatsanwaltschaft, wenn sie Hinweisen auf Schwarzgeldgeschäfte nicht nachgeht. Noch dubioser aber ist das Verhalten der bayerischen Justizministerin Merk im Fall Mollath. Man kann es bestenfalls für bare Unkenntnis halten.

Ein Kommentar von Olaf Przybilla

Vorwürfe gegen Hypo-Vereinsbank

Gustl und das Schwarzgeld

Gustl Mollath behauptete, die Hypo-Vereinsbank sei in Schwarzgeld- und andere dunkle Geschäfte verwickelt. Als er in die Psychiatrie eingewiesen wurde, schwieg die Bank. Dabei wusste sie da bereits, dass einige seiner Vorwürfe stimmten. Ein Revisionsbericht bringt die HVB nun in Bedrängnis.

Von Olaf Przybilla und Uwe Ritzer, Nürnberg