Spitzentreffen im Kanzleramt

Fiskalpakt-Verhandlungen stehen vor dem Durchbruch

Keine Entscheidung, doch zumindest eine deutliche Annäherung: Die Bundesregierung will nach SPD-Angaben schon in den kommenden Wochen die Einführung einer Finanzmarktsteuer auf EU-Ebene vorantreiben. Allerdings feilschen Regierung und Opposition noch um andere Forderungen.

Venizelos kritisiert IWF-Chefin

"Lagarde hat die Griechen beleidigt"

Der Vorsitzende der griechischen Sozialisten ist verärgert - über Christine Lagarde. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds hatte in einem Interview angegeben, nur wenig Mitleid mit dem hochverschuldeten Land zu haben. Die Französin solle ihre kritischen Äußerungen zur Steuermoral der Griechen überdenken, fordert Evangelos Venizelos. Tausende wütende Kommentatoren auf Facebook sehen das ähnlich.

Deutsche Bundesbank - Jens Weidmann
Euro-Krise

Bundesbankpräsident Weidmann warnt Griechenland vor Vertragsbruch

Klare Ansage an Athen: Sollte Griechenland die bestehenden Verträge mit der EU und dem IWF nicht einhalten, entfalle damit die Grundlage für weitere Finanzhilfen, warnt Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Auch einen Austritt des Landes aus der Euro-Zone schließt er im Interview mit der SZ nicht aus.

Zentrale Gedenkfeier fuer Opfer von Rechtsterrorismus
Vor der Abstimmung über das zweite Hilfspaket

Innenminister Friedrich legt Griechen Austritt aus der Euro-Zone nahe

Er widerspricht der Linie von Angela Merkel: Innenminister Hans Peter Friedrich plädiert für einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Rauswerfen will er das verschuldete Land nicht - er wünscht sich, dass die Griechen von selbst gehen. Unterdessen soll es vor der Bundestags-Abstimmung über das zweite Rettungspaket bereits Überlegungen für weitere Milliardenhilfen geben.

Fitch warns EU of credit-rating regulation effects
Schuldenkrise

Ratingagentur Fitch stuft fünf Euro-Länder herab

Fitch senkt erneut den Daumen: Die US-Ratingagentur stuft die Bonität von fünf Euro-Ländern herab. Zu den betroffenen Staaten zählen mit Italien und Spanien auch die dritt- beziehungsweise viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone.

Bankenchef Ackermann zur griechischen Schuldenkrise

"Wir nehmen fast 70 Prozent Verlust in Kauf"

Noch immer steht eine Einigung mit den privaten Gläubigern aus, doch Bankenchef Ackermann lässt durchblicken, dass die Finanzinstitute erheblich höhere Verluste hinnehmen als die bisher genannten 50 Prozent. Unterdessen drängt Euro-Gruppenchef Juncker Europa, die Anstrengungen für die Rettung Griechenlands zu erhöhen.

A protester carrying a banner withdraws money from an ATM machine of a bank during a demonstration in Madrid
Zuwanderung aus Spanien und Griechenland

Die Krise treibt sie nach Deutschland

In ihrer Heimat herrscht eine tiefe Wirtschaftskrise, selbst Uni-Absolventen finden oft keinen Job. Deshalb flüchten viele gut ausgebildete Spanier und Griechen dorthin, wo es bessere Chancen auf Arbeit gibt: nach Deutschland. Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen einen massiven Anstieg der Zuwanderung aus beiden Ländern.

Von Oliver Klasen

SZ-Magazin
Zehn Jahre Euro-Bargeld

Der tristeste Geburtstag aller Zeiten

Zehn Jahre ist es her, dass wir mit feuchten Augen die ersten Euromünzen in Empfang nahmen. Und jetzt? Altersmäßig noch nicht mal in der Pubertät, bereitet der Euro allen nur Ärger. Wird der runde Geburtstag dennoch irgendwo gefeiert? Wir haben nachgefragt.

Von Wolfgang Luef

Frank-Walter Steinmeier
Euro-Krise

Steinmeier rechnet mit EU-Austritt Großbritanniens

Nach dem Brüsseler EU-Gipfel stehen die Briten in Europa alleine da - SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier glaubt deshalb, dass das isolierte Land bald Konsequenzen ziehen wird. Der Oppositionsführer hält eine Grundgesetzänderung für nötig, um den Euro zu retten - aus der CSU kommt Widerspruch.

Weidmann folgt Weber als Bundesbankpraesident
Euro-Rettung

Bundesbank bittet Bundestag um Hilfe

Die Bundesbank will dem Weltwährungsfonds nur dann weitere Milliarden für die Euro-Rettung zur Verfügung stellen, wenn der Bundestag das absegnet. Dadurch gefährdet sie zwar ihre Unabhängigkeit, aber die Alternative wäre aus Sicht der Bundesbank noch riskanter.

Von Claus Hulverscheidt, Berlin

Bericht des Internationalen Währungsfonds

Geldgeber rügen langsames Reformtempo in Griechenland

Die Wachstumsaussichten sind düster, die Reformen kommen zu langsam voran und vor allem gegen die Steuerhinterziehung unternimmt die griechische Regierung zu wenig. So das wenig schmeichelhafte Urteil der Experten des Internationalen Währungsfonds. Nur wenn das Land sein Geschäftsgebaren fundamental umstelle, könne der Weg aus der Rezession gelingen.

Neuer Druck auf Cameron nach EU-Streit
Britische Regierung streitet über Europa

Cameron in der Klemme

David Camerons Veto beim EU-Gipfel hat einen Sturm ausgelöst, der schlimme Folgen haben könnte: für die britische Wirtschaft wie auch seine Koalition mit den Liberaldemokraten. Zwar lässt sich der Premier von seinen europaskeptischen Tories als Held feiern, doch so heroisch scheint sein Auftritt in Brüssel nicht gewesen zu sein: Einiges spricht dafür, dass sich Cameron schlicht und einfach verzockt hat.

Ein Kommentar von Christian Zaschke, London

Bericht: Bund erwaegt Verstaatlichung der Commerzbank
Folgen der Schuldenkrise

Stresstest lässt Europas Banken verzweifeln

Niederschmetternde Nachricht für die Finanzbranche: Laut Banken-Stresstest brauchen Europas Institute mehr als 100 Milliarden Euro zusätzlich. Alleine sechs deutsche Finanzhäuser benötigen 13 Milliarden Euro - darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank. Und sie haben nur wenig Zeit, die Kapitallücke zu schließen.

Von Harald Freiberger

Vor dem Treffen in Brüssel

Was Sie über den EU-Gipfel wissen müssen

Es ist der Gipfel, der den Euro retten soll - doch nicht einmal die Tagesordnung ist klar. Merkel und Sarkozy wollen Änderungen an den Verträgen debattieren, ihre Gegner lieber über mehr Feuerkraft und eine Banklizenz für den Rettungsfonds. Ein Überblick über die Themen des Gipfels, die politischen Fronten und mögliche Folgen eines Scheiterns.

Von Johannes Aumüller und Thorsten Denkler

French President Nicolas Sarkozy statement on euro crisis
Sarkozy zur Euro-Krise

"Wir werden leiden"

Es ist eine Blut-Schweiß-und-Tränen-Ansprache: Frankreichs Präsident Sarkozy wirbt bei seinen Landsleuten angesichts der Euro-Krise für einen strikten Sparkurs und das Ende der Schuldenpolitik. Außerdem fordert er einen engen Schulterschluss mit Deutschland - und handelt sich dafür heftige Kritik der Opposition ein. "Madame Merkel entscheidet, Monsieur Sarkozy folgt", lästert Sozialisten-Chef Hollande.

Von Stefan Ulrich

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EZB kauft Staatsanleihen

Draghi lehnt dauerhafte Retterrolle ab

"Und am Ende hilft uns die EZB": Nach diesem Motto drängen viele Politiker die Europäische Zentralbank, immer mehr Staatsanleihen der Krisenländer aufzukaufen. Doch nicht nur Deutschland sträubt sich - auch EZB-Chef Draghi wehrt sich gegen zu große Erwartungen an seine Institution.

EU Commission Promote A Stronger Euro Zone
Kampf gegen die Schuldenkrise

Europa wagt sich an die Billionen-Frage

Der Rettungsfonds steht: Die Euro-Finanzminister einigen sich, wie der Hebel konkret funktionieren soll. Von Januar an können Krisenstaaten mindestens 750 Milliarden abrufen - und schon bald soll Italien vorbeugende Kredite beantragen. Zugleich erwartet Polens Finanzminister, dass mehr Billionen nötig werden als erwartet.

Von Cerstin Gammelin und Claus Hulverscheidt

EU Leaders Push To Solve Debt Woes
Ausdehnung des Euro-Rettungsschirmes

Hebeln - aber wie?

Es scheint klar, dass sich die Staatenlenker zur Rettung des Euro für einen sogenannten Hebel entscheiden. Ungewiss ist hingegen das konkrete Modell. Neben einer Versicherungsvariante gibt es nun eine neue Möglichkeit. Doch dabei spielen Schwellenländer eine wichtige Rolle - und das könnte den Ansatz massiv erschweren.

Von Claus Hulverscheidt und Hans-Jürgen Jakobs

01:03
Schuldenkrise

Merkel hält Druck auf Griechenland aufrecht

Trotz des Abrückens des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou vom Vorschlag eines Referendums hält Bundeskanzlerin Angela Merkel den Druck auf die Regierung in Athen hoch.

Greek Prime Minister George Papandreou arrives at an urgent cabinet meeting in the Greek parliament in Athens 01:12
Griechenland

Papandreou kämpft

Der griechische Regierungschef kämpft in Athen um sein politisches Überleben.

Italy Prime Minister Silvio Berlusconi gestures as he attends a meeting in Rome
Schuldenstaat Italien

Berlusconi fürchtet die Signale aus Griechenland

Silvio Berlusconi ist entsetzt: Der riskante Kurs des griechischen Ministerpräsidenten lässt auch das Vertrauen der Finanzmärkte in das schuldengeplagte Italien weiter schwinden. Papandreou dagegen verteidigt seine Volksabstimmungs-Pläne - und zeigt sich demonstrativ optimistisch.

Tripartite social summit at EU council headquaters in Brussels
Vor G-20-Gipfel in Cannes

Und jetzt sind mal die anderen dran

Die EU denkt, sie habe genug geliefert - und fordert, dass sich an der weiteren Eindämmung der Krise auch andere Länder beteiligen. Kommissionschef Barroso und Ratspräsident Van Rompuy drängen in einem offenen Brief auf eine weltweite Finanztransaktionssteuer und sehen insbesondere China in der Pflicht.

TV-Interview von Präsident Sarkozy

Frankreich senkt Wachstumsaussichten für 2012

Nicolas Sarkozy schwört die Franzosen auf eine rigide Sparpolitik ein: Sechs bis acht Milliarden müssten zusätzlich gespart werden. Zugleich revidiert die Regierung ihre Prognose für das kommende Jahr: Nur noch um ein Prozent werde die Wirtschaft wachsen.

EU-Sondergipfel zur Schuldenkrise

Wer die Euro-Rettung wirklich blockiert

Der drohende Bankrott Griechenlands und anderer Schuldenstaaten ist die größte Krise, die der Euro je durchzustehen hatte. Doch die Politiker der Euro-Gruppe zaudern und zanken. Das eigentliche Problem aber sind gar nicht die Streitigkeiten vor dem EU-Gipfel oder die Privatfehde zwischen Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy: Die wirklichen Bremser sitzen im Deutschen Bundestag.

Ein Kommentar von Stefan Kornelius

A Greek flag is reflected on a glass building damaged by recent civil unrest in central Athens
Ringen um Rettung Griechenlands

Troika-Bericht treibt Finanzminister zur Verzweiflung

Die Euro-Finanzminister sind schockiert: In ihrem Bericht rechnet die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds damit, dass Griechenland bis 2020 Finanzhilfen von 252 Milliarden Euro benötigen wird - im schlimmsten Fall noch viel mehr. Dann würde auch kein Rettungsschirm mehr helfen. Alle Hebel-Modelle wären Makulatur.

Von Cerstin Gammelin, Brüssel