Ägypten

Drei Jahre Haft für Mubarak

Ein Gericht verurteilt den ägyptischen Ex-Präsidenten Hosni Mubarak wegen Korruption zu einer dreijährigen Haftstrafe. Auch seine Söhne müssen ins Gefängnis.

Ägypten

Sechs Tote bei Bombenanschlägen in Kairo

Terror in Ägyptens Hauptstadt: Nach einer Serie von Bombenangiffen in Kairo melden die Behörden sechs Tote. Zum Anschlag auf das Polizeihauptquartier bekennt sich eine Al-Qaida-nahe Gruppe. Am Tatort attackiert eine wütende Menschenmenge ein ARD-Kamerateam.

Proteste in Ägypten

17 Tote bei Straßenschlachten

Gewalttätige Proteste in Ägypten: Trotz Verbot demonstrieren die islamistischen Muslimbrüder weiter gegen den Sturz von Präsident Mohammed Mursi und das geplante Verfassungsreferendum. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei sterben 17 Menschen.

File picture shows a woman taking part in a protest rally against then Egyptian President Mursi and the Muslim Brotherhood in Cairo
Studie zum arabischen Raum

Lage der Frauen in Ägypten am schlimmsten

Sexuelle Gewalt, Frauenhandel, Ausschluss aus dem politischen Prozess: In keinem Land der arabischen Welt ist die Situation für Frauen so katastrophal wie in Ägypten. Dazu trägt auch eine grausame Praxis bei, die keine islamische, sondern eine afrikanische ist.

Von Sonja Zekri, Kairo

Proteste in Ägypten

USA wollen Kairo die Militärhilfen kürzen

Die Regierung von US-Präsident Obama zieht offenbar Konsequenzen aus den blutigen Unruhen in Ägypten: Aus der Verwaltung heißt es, Obama wolle dem Land die Militärhilfen kappen - in welcher Höhe ist aber noch unklar.

Verbot der Muslimbrüder in Ägypten

Wie zu Mubaraks Zeiten

Die Muslimbrüder sind wieder das, was sie Jahrzehnte lang waren: verboten. Ein ägyptisches Gericht untersagt der größten islamistischen Organisation jedwede Tätigkeit. Damit zwingt es ihre Mitglieder zurück in den Untergrund. Das Vorgehen erinnert an die Mubarak-Herrschaft.

Von Sonja Zekri

Freilassung von Ägyptens Ex-Machthaber Mubarak

Für jeden ein anderes Signal

Die Entscheidung, Mubarak vorläufig freizulassen, bedeutet noch keinen Freispruch. Trotzdem stellt sich die Frage nach dem politischen Signal. Für die Muslimbrüder ist die Freilassung ein Beweis für die Rückkehr zu alten Zeiten. Entscheidend ist nun, ob die Jugendrevolutionäre die Freilassung des Mannes hinnehmen, den sie 2011 gestürzt haben.

Ein Kommentar von Tomas Avenarius, Kairo

Smoke rises over Ramses Square as members of the Muslim Brotherhood and supporters of ousted Egyptian President Mohamed Mursi protest in front of Azbkya police station in Cairo
Ägypten

Sicherheitskräfte belagern Moschee in Kairo

Nach einer blutigen Nacht bleibt die Lage in Ägypten angespannt: Anhänger des entmachteten Präsidenten Mursi verschanzen sich einem Gotteshaus in der Innenstadt von Kairo, Polizei und Militär umstellen das Gebäude. Hunderte Islamisten harren noch immer in der Moschee aus. In der Nacht soll es zu Schusswechseln gekommen sein.

Zusammenstöße in Ägypten

Rauch, Blut und kein Ende in Sicht

Kairo ist im Ausnahmezustand. Gebäude brennen, Verletzte werden auf Schubkarren von der Straße geschafft, vor Angst halb irre Menschen suchen ihre Angehörigen. Doch der Kampf ist noch nicht zu Ende. Ein Führer der Muslimbrüder ruft dazu auf, das Regime zu stürzen und gratuliert den gefallenen Märtyrern - auch seiner eigenen Tochter.

Von Sonja Zekri, Kairo

Eid al-Fitr at supporters of ousted president Morsi sit-in in Cai
Machtkampf in Ägypten

Polizei will islamistische Protestlager aushungern

Sie wollen bleiben, wo sie sind: Ägyptische Islamisten haben sich in ihren Protestcamps in Kairo regelrecht eingemauert. Die Polizei will den Widerstand der Muslimbrüder ohne Blutvergießen brechen und das Leben für die Menschen in den Lagern immer schwerer machen.

Ägypten

Unbekannte werfen Bombe auf Polizeiwache

Aus einem fahrenden Auto haben sie den Sprengsatz auf die Polizeistation geworfen: In der ägyptischen Provinz Dachalia haben Unbekannte einen Menschen getötet und mehrere verletzt. In Kairo wurde außerdem eine Demonstration von Mursi-Anhänger angegriffen.

Supporters of the Muslim Brotherhood attend a protest in support
Aufstand in Ägypten

Muslimbrüder wollen EU als Vermittler akzeptieren

Bislang zeigten sich die Muslimbrüder in Ägypten kompromisslos. Nun sind die Islamisten aber bereit, die EU als Vermittler zu akzeptieren. Doch die Macht des Militärs ist nahezu unkontrollierbar und die Demonstrationen dauern an. Die Chance auf eine Versöhnung schwindet.

Von Tomas Avenarius und Sonja Zekri, Kairo

Proteste in Ägypten
Großdemonstrationen in Kairo

"Das Volk will den Sturz des Regimes"

Die Angst vor neuer Gewalt wächst: Mit Großdemonstrationen will eine Protestbewegung in Kairo den islamistischen Präsidenten Mursi am Jahrestag seines Amtsantritts zu Fall bringen. Am symbolträchtigen Tahrir-Platz versammelten sich bereits Mittags Tausende, um Mursis Rücktritt zu fordern.

Proteste der Opposition in Kairo
Vor Mursis Amtsjubiläum

Landesweit kommt es in Ägypten zu Unruhen

Tausende Gegner und Anhänger von Präsident Mursi gehen in Ägypten auf die Straße. Bei Ausschreitungen sind seit Freitag mindestens vier Menschen getötet worden, darunter ein amerikanischer Student. Zahlreiche Ausländer verlassen das Land, für Sonntag sind weitere Massenkundgebungen geplant.

Egyptian President Mohamed Morsi  cuts ties to Syria
Proteste in Ägypten

Mursi will Gegner einbinden

Nach fast einem Jahr an der Macht zieht der ägyptische Präsident Mursi Bilanz. Er räumt Fehler ein und kündigt Reformen in der islamistisch geprägten Verfassung an. Schon kurz vor seinem Amtsjubiläum kommt es zu gewaltsamen Zusammenstößen: Mursis Gegner fordern Neuwahlen, seine Unterstützer stärken dem Präsidenten mit Demonstrationen den Rücken.

Ägypten

Mursi setzt Justizreform aus

Seit Monaten schwelt in Ägypten der Machtkampf zwischen Muslimbrüdern und der Justiz. Präsident Mursi rückt nun von seiner umstrittenen Justizreform ab und will mit den Richtern verhandeln. Seine Pläne hätten 3000 von ihnen den Job gekostet.

Vorwürfe gegen Ägyptens Sicherheitskräfte

Notoperation ohne Betäubung

Neue Enthüllungen belasten Ägyptens Militär schwer: Während und nach der Mubarak-Ära sollen Soldaten noch selbst im Krankenhaus äußerst brutal gegen Demonstranten vorgegangen sein. Menschenrechtler ziehen Vergleiche zu Kriegsverbrechen.

Von Johannes Kuhn

Protesters against Egypt's President Mohamed Mursi light fireworks as they gather at Tahrir Square in Cairo
Zweiter Jahrestag des Arabischen Frühlings

Was von der Revolution bleibt

Die arabische Welt findet keinen Frieden: Tunesier, Libyer und Syrer wollen sich nicht arrangieren, in Ägypten stecken Muslimbrüder und Säkulare im Grabenkampf. Das Land fürchtet sich vor Gewaltexzessen, gerade am zweiten Jahrestag der Revolution. Manche fragen sich, wem die Aufstände genutzt haben - außer al-Qaida und anderen Steinzeitkriegern.

Ein Kommentar von Sonja Zekri, Kairo

Palestinians demand the announcement of an Islamic Caliphate
Mubarak und Ägyptens Zukunft

Tod ohne Bedeutung

Ägypten hat kein Parlament, keine neue Verfassung - und derzeit auch keinen Präsidenten. Ein Islamist und ein Getreuer des alten Systems beanspruchen den Sieg für sich. Nun liegt auch noch Ex-Machthaber Hosni Mubarak im Sterben. Und den Ägyptern wird klar, dass sie nach seiner Entmachtung nichts erreicht haben.

Ein Kommentar von Sonja Zekri, Kairo

Ahmed Schafik, Präsidentschaftswahl, Ägypten, Stichwahl
Präsidentschaftswahlen in Ägypten

Rückkehr des Regimes

Der Ägyptische Präsidentschaftskandidat Ahmed Schafik kann sich auf die Seilschaften aus Mubaraks Zeiten stützen. Der regierende Militärrat, die Medien und auch die Justiz ziehen ihn unübersehbar seinem Gegner Mohamed Mursi vor.

Von Sonja Zekri

Egyptian presidential candidate headquarters torched
Ausschreitungen in Kairo

Ägypter verzweifeln an ihrer Wahl

Aufruhr statt Versöhnung, Chaos statt demokratischer Aufbruch: Die freien Wahlen in Ägypten sollten den Schlusspunkt der Tahrir-Revolution bilden, aber die Reformer könnten leer ausgehen. Weil nun ein Islamist mit einem alten Militär-Kader um die Macht ringt, wächst der Frust im Volk.

Von Thomas Schmelzer

People gather around a train as they wait for the arrival of those wounded during clashes in Port Said stadium, at Ramses metro station in Cairo
Nach tödlichen Krawallen in Ägypten

"Die Polizei stand einfach da und hat zugeschaut"

Wer steckt wirklich hinter den tödlichen Fußballkrawallen in Ägypten? Das alte Regime oder einfach nur gewaltbereite Fans? Einen Tag nach dem schlimmsten Gewaltexzess in der Geschichte des ägyptischen Fußballs mit mindestens 70 Toten fragt sich das Land, wie es dazu kommen konnte. Schwere Vorwürfe gibt es auch gegen die Sicherheitskräfte.

Police react as chaos erupts at a soccer stadium in Port Said city, Egypt 9 Bilder
Ausschreitungen bei Sportveranstaltung in Ägypten

"Das ist kein Fußball. Das ist ein Krieg"

Nach einem Fußballspiel im nordägyptischen Port Said machen Fans Jagd auf die gegnerischen Spieler. Steine und Flaschen fliegen, Feuerwerkskörper explodieren, bald gleicht das Stadion einem Hexenkessel. Am Ende der Krawalle sind mindestens 70 Menschen tot und mehr als1000 verletzt.

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Ägyptische Frauen ein Jahr nach der Revolution

"Wir waren so naiv"

508 Männer, fünf Frauen: Ägypten hat sein erstes frei gewähltes Parlament seit dem Sturz des Mubarak-Regimes. Ein Jahr nach den Protesten auf dem Tahrir-Platz bewegt sich etwas im Land. Doch für die Frauen bedeutet die Wahl einen Rückschritt - nie waren sie in der Politik so marginalisiert wie heute. Doch es gibt Hoffnung. Zwei Ägypterinnen berichten.

Von Raimon Klein

Maikel Nabil Sanad
Kritik an Streitkräften

Zwei Jahre Haft für ägyptischen Blogger

Maikel Nabil Sanad gilt als Stimme der wütenden ägyptischen Jugend - und muss dafür nun ins Gefängnis: Trotz aller internationaler Proteste verurteilte ihn ein Gericht nun endgültig wegen seiner Kritik an der Militärregierung.