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Wie Frauen ihren Partner umstylen:bequem = ausgebeult?

Noch immer gibt es Männer, die glauben, Cargohosen mit Beinen in Dreiviertel-Länge oder Trekkingsandalen seien nicht nur ein geeignetes Urlaubskostüm, sondern auch eine bequeme Lösung für den Alltag. Wer es bequem mag, soll sich einen "Onesie" zulegen und den Rest seines Lebens in einer Hängematte verbringen. Oder nach Hollywood gehen. Dort gehören Männer in albern bedruckten Stramplern zum Straßenbild - zumindest, wenn sie mit Nachnamen Biber, Pitt oder Hilton heißen. Was den Begriff "bequem" betrifft, gehen die Meinungen zwischen den Geschlechtern ohnehin auseinander: Ist damit wirklich ein ärmelloses Unterhemd als T-Shirt-Ersatz gemeint? Unter bequem versteht eine Frau zum Beispiel "dehnbar", bei den Herren bedeutet es hingegen fast immer "ausgebeult" - an Knien, Ellbogen, Po. Auch "bequeme" Schuhe wie Flip-Flops und andere Zehenteiler-Schlappen an Männerfüßen sind nur als Notfall-Alternative zu Adiletten akzeptabel. Überhaupt, Adiletten: Die Dinger gehören selbst an Bademeistern verboten.

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Nein, das war nicht Mutti. Dieser Mann wurde von seiner Partnerin umgekrempelt.

(Foto: Maria Vaorin /Photocase.de)

Zugegeben, ein Mann im bunt bedruckten Strampelanzug sollte wirklich zur Vernunft gebracht werden. Doch was, wenn er die stilistische Fürsorge seiner Partnerin nicht zu schätzen weiß? Wenn er die weibliche Manipulation als Angriff auf seinen Lebensstil empfindet und Widerstand leistet? In dem Fall greift immerhin jede siebte Frau zu drastischeren Maßnahmen: Die Problemtextilien landen "versehentlich" im falschen Waschgang.

Wenn also der geliebte Schurwollpullover mit den Rentiermotiven und den Ellbogenflicken eines Tages als verfilztes Brettchen endet, dann muss sich ein Mann fragen, ob etwas mit der Waschmaschine nicht stimmt - oder mit seinem Geschmack.

Die Auseinandersetzung mit der Wahrheit dürfte für beide Seiten eine unangenehme Erfahrung bedeuten. Sicher, eine ausgeleierte Jogginhose zu Trekkingsandalen kann die Partnerschaft belasten. Andererseits ist der Kleidergeschmack ein Teil unserer Persönlichkeit. Was soll ein Mann davon halten, wenn seine Partnerin sich davon derart abgestoßen fühlt, dass sie es am liebsten im Müll entsorgen würde? Das dürfte sich auf Dauer ebenfalls negativ auf die Beziehung auswirken.

Wenn der Mann also die Beziehung - und seine Garderobe - retten will, muss er schnell sein. Solange sich seine Lebensgefährtin noch in der Verliebtheitsphase befindet, wird sie mit glückseliger Ahnungslosigkeit über seine Fashion-Fauxpas hinwegsehen. Doch je vertrauter der Umgang, desto niedriger wird die Toleranzschwelle. Und die Bereitschaft, mit seinen textilen Entgleisungen unter einem Dach zu leben.

Mit anderen Worten: Klamotten außer Reichweite bringen, bevor die Schonfrist abgelaufen ist. Und hin und wieder einen Köder auslegen, den sie kleinwaschen kann, um sie davon abzuhalten, den Schrank zu durchwühlen. Wo die wahren Schätze lagern - und der Rentierpullover.

© SZ.de/leja/lala

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