Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben", sagte Wilhelm Busch einst über den edlen Tropfen, der im Ranking der beliebtesten Getränke der Deutschen, unabhängig von Alter und Geschlecht, deutlich vor Prosecco, Weißwein und Rosé liegt. Aber in welchem Glas serviert man Rotwein am besten?
"Eine runde Burgunder-Flasche braucht ein rundes Glas, eine schlanke Bordeaux-Flasche ein schlankeres Glas", sagt unser Experte Harry Stolker. Wichtig für den Rotwein sei, dass er Platz hat und arbeiten kann, so Stolker: "Man muss mit dem Wein spielen können, ihn bewegen können." Wenn der Geruch voll da ist, ist auch der Geschmack entsprechend.
Doch nicht jeder Weintrinker möchte sich das Dreigestirn aus Cabernet-Glas, Bordeaux-Kelch und Burgunder-Pokal in die Vitrine stellen, schon gar nicht, wenn es um eine Erstausstattung geht. Wir haben mit drei verschiedenen Rebsorten sieben Gläser testen lassen, die von ihren Herstellern als Universal-Gläser verkauft werden, das heißt: ein Rotweinglas für alle Rebsorten. Häufig ist das ein Glas mit dem Zusatz "Cabernet Sauvignon/Merlot".
Der Experte
Harry Stolker, 47, ist seit 27 Jahren Sommelier. Er stammt aus dem niederländischen Utrecht und kam 1989 nach Deutschland. Seit 2003 ist er Chef-Sommelier in Schuhbeck's Südtiroler Stuben in München. Für den Test hat Stolker drei Weine aus den getesteten Gläsern probiert: einen Spätburgunder (Edition Fritz Keller), einen Tempranillo (DOCa Rioja, Weingut Torres) und einen Bordeaux (Château Finet). Jeder Wein befand sich in jedem Glas gleich lang.
