Haben & SeinVoll in Ferienlaune

Lesezeit: 3 Min.

Versace x Mytheresa La Vacanza

Wie schmeckt ein Whisky von Harrison Ford? Und wie badet Zürich dieses Jahr? Die Antwort auf diese und andere Fragen, die niemand gestellt hat, geben die Stilnews der Woche.

Von Silke Wichert, Max Scharnigg, Anne Goebel

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V-Power

Hoffentlich schreibt irgendwer einmal ein „tell-all“ über diese verrückte Versace-Saison des Sommers 2026. Wir erinnern uns: Der Donatella-Nachfolger Dario Vitale - kam von Miu Miu - präsentierte eine Kollektion im September 2025. Dann wurde Versace an Prada verkauft - Miu-Miu-Mutterkonzern - und plötzlich trennte man sich „im gegenseitigen Einverständnis“ schon wieder vom hochgelobten Designer. Dessen einzige und deshalb jetzt schon legendäre Kollektion soll angeblich so wenig wie möglich in Modestrecken auftauchen, die (sehr gute) Kampagne taucht kaum auf. Immerhin bei Mytheresa herrscht noch „Business as usual“: Dort ist gerade die Versace „La Vacanza“ Capsule Collection eingetrudelt, Ferien auf Süditalienisch. Fließende Hosen und Hemden, ein Kaftan, Bandeautops und Badesachen in Pastellfarben mit ikonischen Versace-Designs, inklusive Medusa natürlich. Perfekt für extraheiße Tage. Und ein schönes Souvenir aus der Post-Dario-Vitale / Pre-Pieter-Mulier Ära. Wer weiß, wie versacig Versace dann noch aussehen wird.

Glemorangie

Auf ein Glas mit Indiana Jones

Der US-Kinostar Harrison Ford erlebt seit einiger Zeit so was wie einen dritten Frühling. Trotz beachtlicher 83 Jahre ist er präsent wie nie, mit seinen Rollen in den erfolgreichen Serien „1923“ und „Shrinking“ hat er sich noch mal sehr charaktervoll in Szene gesetzt. In seiner Freizeit ist Ford nicht nur ein begeisterter Hobbyflieger, sondern auch gerne mal in Schottland und in Whisky-Destillerien unterwegs. Jedenfalls kündigte Glenmorangie Anfang Mai die Sonderedition eines Single Malt Scotch Whisky an, an dessen Abrundung Harrison Ford tatsächlich beteiligt gewesen sein soll. Am Rande der Dreharbeiten für eine humorvolle Miniserie von Glenmorangie stellte Chief-Destiller Dr. Bill Lumsden dem Schauspieler demnach verschiedene Fässer und ihre Eigenschaften vor, um Harrisons Vorlieben kennenzulernen. Zahlreiche weitere Whiskyproben fanden in den folgenden Monaten den Weg über den Atlantik, um gemeinsam die finale Rezeptur für eine kleine Sonderedition festzulegen. Für den so ermittelten Ford-Whisky reifte klassischer Glenmorangie in Bourbonfässern und wurde dann mit Whisky aus getoasteten portugiesischen Rotweinfässern vermischt. Harrison Fords Urteil nach dem ersten Schluck: „It’s nice. It’s very nice.“ Na dann. Nicht nur für Single Malt-Liebhaber dürfte diese Promi-Edition einen gewissen Sammelwert haben, immerhin: ein Whisky von Indiana Jones! Preis: 90 Euro im ausgewählten Fachhandel.

Valesque

Neue Dauerbegleitung

Bei einer Blindverkostung würden viele wahrscheinlich auf The Row oder Khaite tippen. Weil diese Tote Bag so selbstverständlich daherkommt, dass man sofort denkt: „Warum bloß sind wir uns nicht früher begegnet?“ Tatsächlich heißt das Label Valesque, kommt aus Berlin und wurde 2023 von der Designerin Valeska Dütsch und Sophie Berianidze gegründet. Gefertigt werden die Taschen in Italien aus hochwertigem, glänzendem Nylon, das in Kombination mit den filigranen Lederriemen gleichzeitig elegant und lässig wirkt. Vielseitiger geht es kaum, leichter auch nicht. Problem: Die meisten anderen Handtaschen, die man sonst so zu Hause liegen hat, kommen plötzlich deutlich weniger zum Einsatz. Der Bestseller, den mittlerweile auch Net-a-porter im Programm hat, heißt „Cami“ und ist in zwei Größen und mehreren Farben erhältlich. Der Preis liegt – entgegen dem sonstigen Wahnwitz-Trend der Branche – bei erschwinglichen 240 Euro beziehungsweise 280 Euro. Das allerdings führt zum nächsten Problem: Sobald die nächste Lieferung im Online-Shop eintrifft, ist sie innerhalb kürzester Zeit auch schon wieder ausverkauft.

ZZZxZüritourismus

Swiss Eintauchen

Es fängt schon bei dem Wort an: Badi – wem würde da nicht das Herz aufgehen? Das klingt als Abkürzung für ein Strandbad schön praktisch, ein Ort, von dem man nicht lange redet, sondern einfach hingeht, dazu liebevoll, ein bisschen altmodisch und trotzdem jung. Man kann Zürich also allein um den Begriff beneiden, und erst recht um die vielen Liegewiesen, Sprungtürme und Stadtstrände am See und den Fluss entlang. Abende am Wasser, Morgenschwimmen zum Wachwerden: Das passende Tuch zum Mittelmeer-Gefühl nördlich der Alpen (und mit Bergblick) hat das städtische Tourismusbüro jetzt gemeinsam mit dem Textilhersteller Zig Zag Zurich entwickelt.  Das Modell „Züri Summer“ besteht aus gezwirnter Frottee-Baumwolle, das Format ist großzügig (100 mal 180 Zentimeter), die grafischen Muster der Illustratorin Katrin von Niederhäusern machen auch an nicht ganz strahlenden Tagen gute Laune. Darf natürlich auch in München, Hamburg oder Köln in die Badetasche.

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