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USA:Ärger um XXL-Kleid in "Seekuhgrau"

Wer will ein Übergröße-Kleid in der Farbe "Seekuhgrau" kaufen? Zumal, wenn das gleiche Kleid in Normalgröße "heidekrautgrau" ist? Die US-Supermarktkette Target hat Ärger - und entschuldigt sich für den "Flüchtigkeitsfehler".

Es gibt Koseworte, Sachbegriffe, weniger nette Bezeichnungen, Schimpfworte, Beleidigungen. Für Menschen aller Form und Farbe. In welche Kategorie übergewichtige Frauen den Begriff "Seekuh" einordnen, dürfte eindeutig sein. Und wie die Zielgruppe auf ein Geschäft reagiert, das ein Kleid der Farbe "heidekrautgrau" in der Übergröße-Version als "seekuhgrau" anbietet, kann man sich leicht ausrechnen.

Geleistet hat sich diesen Patzer die US-Einzelhandelskette Target, entdeckt hat ihn Susan Clemens, Designerin, Art-Direktorin und "digitale Expertin". Sie postete am Abend des 2. April einen Screenshot des Target-Onlineshops bei Twitter. Oben: das (teurere, kleinere) Kleid und unten das auf den ersten Blick identische (billigere, größere) Kleid.

Wie sich der warme Grauton nun am treffendsten beschreiben lässt - als Elefantengrau, Asphaltgrau, Mausgrau, Kieselgrau, Delfingrau, Rattengrau, Walgrau, Regenwettergrau, oder Fabrikschlotgrau - darüber ließe sich vortrefflich diskutieren. Das Problem ist ja auch nicht, dass Target generell Artikel des durchaus kreativ gewählten Farbtons im Programm hat. Das Wirtschaftsmagazin Forbes weist in seinem Bericht zu Recht darauf hin, dass sich an seekuhgrauen Sofakissen, Badematten und Tischsets keiner stören dürfte. Sondern, dass für dasselbe Produkt verschiedene Angaben gemacht wurden.

Target entschuldigte sich inzwischen für die Panne. Forbes zitiert einen Konzernsprecher mit der Begründung, das Oversize- und das Normalgrößenmodell des Kimono-Kleids seien von zwei verschiedenen Einkäufer-Teams akquiriert und in den Onlineshop gestellt worden:

"We apologize for any discomfort this might have caused and are working to update the name of the dress to reflect Dark Heather Gray," he said. "This was an unfortunate oversight and we'll take it into consideration moving forward."

Auch per Twitter entschuldigte sich die Kette für den "Flüchtigkeitsfehler":

Am besten einfach das Kleid in einer der sieben anderen Farben kaufen. In "frohlockendem Pink" zum Beispiel.

© Süddeutsche.de/dpa/leja/soli
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