1998 - Jugger

Wie geht das? In der Mitte des Spielfeldes liegt der "Jugg" in Form eines Hundeschädels. Den gilt es während des Spieles zu erobern und in das "Mal" des Gegners zu befördern, ein kleines rundes Behältnis. Die zwei Mannschaften, die antreten, haben jeweils fünf Spieler, von denen vier mit Schlägern und Kettenbällen ausgestattet sind. Der Spieler ohne Bewaffnung darf als einziger den Jugg in die Hand nehmen. Wird jemand durch einen Schläger oder Kettenball getroffen, darf er vorübergehend nicht am Spiel teilnehmen.

Wo kommt das her? Die Sportart ist 1989 eigentlich für einen australischen Film erfunden worden: "Die Jugger - Kampf der Besten". Doch das Konzept fand auch im echten Leben Anhänger. 1993 fand das erste Turnier auf einem Liverollenspiel in Deutschland statt und fünf Jahre später feierte die hiesige Jugger-Meisterschaft Premiere. Der echte Durchbruch blieb zwar aus, trotzdem ist Jugger nicht tot. Da Fairness und Mannschaftsgeist im Mittelpunkt stehen, wird der Sport bis heute gerne im Strafvollzug und von Streetworkern eingesetzt.

Wer macht das? Eine Mini-Minderheit. Was vielleicht am Erscheinungsbild liegt. Jugger sieht aus, als würde eine Horde Mittelalterfanatiker mit Stangen aufeinander eindreschen. Für blutrünstige Haudrauftypen ist der Sport allerdings nichts: Kopf, Hals und Hände dürfen nicht vom Schläger getroffen werden. Der Rest schon.

Was kostet das? Schnupperkurse kosten um die 60 Euro, wobei viele Vereine diese auch kostenlos anbieten. Die "Pompfen", so heißen die Schläger, gibt es für 70 Euro, mit selbstgebauten Pompfen kommt man günstiger weg. Die restliche Ausrüstung, also Schutzschilder und Kettenbälle, kosten etwa 80 Euro.

Will ich das? Klar, wenn ich "Gladiator" mit Russell Crowe mitsprechen kann, aber echte Prügeleien scheue.

Bild: Wiki Commons/ Ruben Wickenhäuser 15. Juli 2015, 19:042015-07-15 19:04:02 © SZ.de/flex/dd