Süddeutsche Zeitung

Thanksgiving:Rezepte rund um den Truthahn

In den USA ist Thanksgiving wichtiger als Weihnachten. Hierzulande ist der Tag ein willkommener Anlass, ein paar neue Rezepte auszuprobieren. Wir haben die besten gesammelt.

Der Truthahn

Einen ganzen Truthahn in Deutschland beim Metzger zu bekommen, ist so gut wie unmöglich. Das liegt in erster Linie an der niedrigen Nachfrage. Einige Erzeuger und Händler bieten Truthähne zur Bestellung im Internet an. Das Gewicht liegt zwischen vier und acht Kilo, der Preis richtet sich nach Qualität und Haltung - pro Kilo sollte man im Durchschnitt mit etwa 25 Euro rechnen.

Sollten es Ihnen gelingen, so einen Brocken zu organisieren, hätten wir unter anderem ein Rezept aus dem SZ-Magazin für einen "Truthahn aus der Tonne", den man im Freien (in einer zweckentfremdeten Regentonne und sehr, sehr, sehr viel Fett) über dem offenen Feuer zubereiten könnte.

Als Alternative eignen sich Pute, Gans, Ente oder Huhn. Wer sich bei der Zubereitung lieber auf die Tradition hierzulande besinnt, dem sei das Rezept für die Martinsgans mit Petersilienfüllung empfohlen. Entenliebhaber dürften entweder bei der karamellisierten Ente mit Kartoffelknödel und Blaukraut, der knusprig gebratenen Ente auf Schmorgemüse und Kartoffeln oder aber dem glacierten Entenbraten mit Apfel-Rosmarin-Füllung schwach werden.

Als kleinere Variante für zwei Personen genügt der Masthahn mit Kastanienpüree - oder eine der beiden Varianten eines Brathähnchens: einmal in Weißwein-Kräuter-Marinade, einmal mit Rosmarin, Knoblauch und Zitronen.

Natürlich gehört bei der original US-amerikanischen Variante noch eine Preiselbeersauce zum Fleisch.

Ohnehin finden manche, das Beste am Truthahn seien die Beilagen. Auf der nächsten Seite finden Sie einige Vorschläge, die nicht nur Vegetarier überzeugen dürften ...

Erste Beilage: Kürbis-Hirse-Salat

Für diese Beilage wird der Kürbis zuerst gebacken, geröstet und - angereichert mit frischen Zutaten - zu einer Salatvariation angerichtet. Das Rezept dazu stammt von dem Food-Blog "Flowers on my Plate".

Zutaten für 3-4 Personen:

  • 1 Kürbis der Sorte Acorn, Butternut oder Hokkaido
  • ½ Tasse Hirse
  • 2 große Handvoll Rucola
  • eine kleine Handvoll getrocknete Cranberries, wahlweise dunkle Trauben
  • eine kleine Handvoll Walnüsse
  • Olivenöl
  • Balsamico
  • Salz & Pfeffer
  • zum Anrichten: Kürbiskernöl oder Olivenöl / Feta oder Ziegenkäse

Für das Dressing:

  • 4 EL saure Sahne
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Apfelsaft oder 1 TL Honig
  • 1 Frühlingszwiebel oder Schalotte
  • 2 EL Apfelessig
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung:

Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Kürbis waschen, halbieren, die Kerne entfernen und in 3 bis 4 Zentimeter dicke, längliche Schnitze schneiden. Die Schale von Hokkaido und Butternut kann man mitessen, die vom Acorn-Kürbis theoretisch ebenfalls - sie ist den meisten aber zu dick. Mit Olivenöl (etwa 1 EL) und etwas Balsamico (je etwa 1 EL) beträufeln und die Kürbisschnitze damit einreiben. Salzen und für 20 bis 30 Minuten rösten.

Währenddessen die Hirse kochen. Dazu die Hirse kurz kalt abspülen, dann mit der doppelten Menge Wasser und etwas Salz in einen Topf geben, kurz aufkochen und für 10 Minuten bei schwacher Hitze und mit geschlossenem Deckel quellen lassen.

Feta passt besser als Schafskäse

Unterdessen die Frühlingszwiebel oder Schalotte (diese zuerst schälen) in grobe Stücke schneiden, dann mit allen Zutaten für das Dressing pürieren und abschmecken. Rucola waschen. Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett vorsichtig rösten, bis sie duften. 2 bis 3 EL vom Dressing beiseite stellen und den Rest des Dressings mit der fertigen, noch warmen Hirse vermengen.

Die Kürbisschnitze auf einen großen Teller oder eine Platte legen. Hirse, Rucola, Cranberries bzw. Trauben und Walnüsse darauf geben und mit dem restlichen Dressing und Kürbiskernöl oder Olivenöl beträufeln. Wer mag, kann noch etwas grob zerkrümelten Ziegenkäse darübergeben. Noch besser eignet sich Feta, der mit seiner salzigen Geschmack und seiner Cremigkeit gut zum leicht süßlichen Kürbis passt.

Zweite Beilage: Maisbrot

Cornbread, also Maisbrot, ist eine Mischung aus Kuchen und Brot, dem das Maismehl eine leicht süßliche Note verleiht. Dennoch - oder gerade deshalb - passt es hervorragend als Beilage zu deftigen Speisen. Das folgende Rezept stammt von der Foodbloggerin Katharina Kraatz, die neben ihrem Blog "Katharina kocht" auch mehrere Bücher veröffentlicht hat.

Zutaten für eine klassischerweise gußeiserne Form von etwa 20×30 cm bzw. 25 cm Durchmesser:

  • 50g Butter
  • 250ml Buttermilch
  • 1 Ei
  • 120g feines Maismehl
  • 150g Mehl (Dinkelmehl Typ 630 oder Weizen Typ 550)
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Natron
  • 1 TL Salz
  • 1 knapper TL Chipotle Chili

weitere Zutaten je nach Geschmack: gekochte Maiskörner, geriebener Käse, gehackte Zwiebeln, frische Chilis, etc. Für eine süße Variante die Chilis weglassen, nur 1/4 TL Salz nehmen und dafür 2 EL Ahornsirup.

Zubereitung:

Die Butter schmelzen, am besten direkt in der Backform, sofern sie herdtauglich ist. So ist dann gleich die Form eingebuttert. Ansonsten die Backform mit 1 TL der geschmolzenen Butter ausfetten. Geschmolzene Butter etwas abkühlen lassen.

Die Buttermilch und das Ei verquirlen, dann die flüssige Butter unterrühren.

In einer Rührschüssel Maismehl, Mehl, Backpulver, Natron, Salz und Chipotle sowie alle weiteren Zutaten mischen. Die Buttermilch-Mischung dazugeben und mit dem Löffel verrühren, nicht zu viel rühren. Die Masse wird sehr dicklich sein. Etwas stehen lassen, damit das Maismehl quellen kann, und währenddessen den Herd auf 200 Grad vorheizen.

Den Teig in die gefettete Form füllen, glatt streichen und 25 bis 30 Minuten backen, bis das Maisbrot goldbraun ist und die Stäbchenprobe besteht. Wer mag, bestreicht das noch heiße Brot mit etwas Butter. Dann etwas abkühlen lassen und in Rechtecke schneiden - am besten noch warm genießen.

Das Teigrezept funktioniert auch für Muffins, dann sogar super in der süßen Variante und mit Blaubeeren. Getoastet oder angebraten sind Reste des Maisbrots auch sehr köstlich.

Zum Nachtisch Pumpkin Pie - oder Scones

Die traditionelle Krönung des Thanksgiving-Dinners ist nach wie vor Pumpkin Pie mit Schlagsahne - ein würziger Kürbiskuchen mit Ei und gezuckerter Kondensmilch, der auch zu Halloween und Weihnachten serviert wird (hier ein Rezept).

Wer eine Alternative zum Dessert-Klassiker sucht, dem möchten wir die Kürbis-Scones ans Herz legen, die wir auf Janaes Zuckerstunde entdeckt haben. Die amerikanische Foodbloggerin veröffentlicht dort die besten Backrezepte aus USA.

Zutaten für acht Kürbis-Scones:

  • 250 g Mehl
  • 100 g weißer Zucker
  • 1 EL Backpulver
  • ½ TL Salz
  • ½ TL Zimt
  • ½ TL Muskatnuss
  • ¼ TL Nelken
  • ¼ TL gemahlener Ingwer
  • 85 g kalte Butter
  • 110 g Kürbispüree (zum Beispiel von der amerikanischen Marke Libby's, die anderen Marken enthalten zu viel Wasser)
  • 3 EL Sahne
  • 1 Ei

Für den gewürzten Zuckerguss:

  • 130 g Puderzucker
  • 3 EL Sahne
  • 1-2 EL Frischkäse
  • ¼ TL Zimt
  • 1 Prise Muskatnuss
  • 1 Prise gemahlener Ingwer

Zubereitung:

Ofen auf 220 Grad vorheizen. Das Mehl, Zucker, Backpulver, Salz und Gewürze in eine großen Schüssel geben und vermengen. Die kalte Butter in kleine Stücke schneiden und dazugeben. Mit den Händen die Masse so lange kneten, bis sie krümelig aussieht.

Das Kürbispüree, die Sahne und das Ei in einer kleineren Schüssel mischen. Die nassen Zutaten zu den trockenen Zutaten geben und so lange rühren, bis fast kein Mehl mehr zu sehen ist.

Nun die Arbeitsfläche leicht befeuchten, ein Stück Backpapier auflegen und etwas Mehl auf das Backpapier streuen. Auf dem mit Mehl bestreuten Backpapier den Teig zu einer kreisförmigen Art "Pizza" formen mit etwa 20 Zentimeter Durchmesser. Dazu die Hände nass machen, dann geht es leichter. Anschließend mit einem Messer die "Pizza" in acht gleich große Stücke schneiden. Das Backblech ebenfalls mit Backpapier belegen.

Mit einem Tortenheber die acht Stücke nacheinander auf das mit Backpapier belegte Blech legen. Dazu auch etwas Mehl auf den Tortenheber streuen, dann ist es weniger klebrig.

Die Kürbis-Scones elf Minuten lang backen. Bis die Scones komplett abgekühlt sind, den Zuckerguss vorbereiten. Dazu alle oben genannten Zutaten mit einem Handmixer (Rührgerät) vermischen, bis die Masse cremig ist. Den Zuckerguss in einen Gefrierbeutel füllen, unten ein winziges Loch hinein schneiden und auf die Scones spritzen.

Falls etwas übrig bleibt, macht das gar nichts: Am nächsten Tag schmecken die Scones noch besser.

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URL:
www.sz.de/1.3261470
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Quelle:
SZ.de, flowersonmyplate.de; katharinakocht.com; janaeszuckerstunde.de/vs/stein
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