Test Spaß im Glas

Kein Martini, kein griechischer Salat kommt ohne die Olive aus. Aber welche Sorte schmeckt am besten? Charles Schumann hat den Test gemacht.

Ohne sie schmeckt kein griechischer Salat, und auch in spanischen Tapas-Bars kommt man kaum um sie herum. Oliven gehören zu den beliebtesten Zutaten der Mittelmeerküche. Aber wie muss die perfekte Olive schmecken? Bitter, salzig oder im besten Fall nach beidem? Fragen, mit denen sich auch die Bar-Legende Charles Schumann, 77, auseinandersetzt. "In jeden Martini gehört eine grüne Olive", sagt er. Und: "Wenn sie keinen Stein hat, schmeckt sie wie kastriert."

Schumann, der eigentlich Karl Georg Schuhmann heißt, sitzt im ersten Stock seiner Bar Schumann's am Münchner Odeonsplatz an einer langen Tafel. Er trägt einen dunkelroten Anzug und hat die langen grauen Haare nach hinten gekämmt. Wenn man ihn nicht kennen würde, könnte er den perfekten Mafioso abgeben. Wie muss sie aussehen, die Martini-Olive? "Sie darf nicht zu groß sein, kein Monster, aber auch nicht so klein wie eine Erbse." Schumann probiert eine nach der anderen. Die meisten Oliven sind von Discountern, die billigsten kosten nicht einmal 70 Cent. In der Auswahl ist aber auch ein Feinkostprodukt für 8,80 Euro.

Wie groß sind die Unterschiede? Und welche Olive schneidet am besten ab? Um das herauszufinden, ist sich Charles Schumann auch nicht zu schade, die Laken zu probieren. Manchmal verzieht er das Gesicht, wenn er direkt aus dem Glas trinkt. Er achtet auf Details. 2018 wurde seine Bar wie auch im Jahr zuvor schon bei "The World's 50 Best Bars" ausgezeichnet, Platz 43. Viel vertragen könne er heute aber nicht mehr, sagt Schumann. "Wenn ich zwei Martinis trinke, bin ich tot."