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Test:Laibspeise wie von Zauberhand

Eigenes Brot zu backen, das ist vermutlich das kulinarische Trendprojekt des Jahres. Mit einem Automaten geht das ganz komfortabel. Wir haben sieben Geräte getestet.

Von Aurelie von Blazekovic

Brot ist Handwerk, braucht Zeit und viel Liebe. Der Teig will gemischt und geknetet werden, gehen, ruhen und backen. Die Zutaten sind eigentlich simpel: hauptsächlich Mehl und Wasser, dazu ein Gärmittel - und dennoch gibt es im Brotland Deutschland unendlich viele Variationen. In Corona-Zeiten sind nicht wenige unter die Heimbäcker gegangen, probieren sich am eigenen Ciabatta, Vollkornbrot oder füttern sogar eine Sauerteigkultur.

Der Bäcker Julius Brantner plädiert beim Test in seiner Backstube zwar dafür, dass man für ein gutes Brot eigentlich nicht mehr als einen Ofen und eine gusseiserne Form braucht - dennoch muss er zugeben: Am komfortabelsten kommt man zum selbstgebackenen Brot schon mit einem Automaten. Ein solcher Automat erspart einem die "Brotpflege", wie der Bäcker das nennt, denn nach einem Brot muss man eigentlich alle paar Stunden schauen und sich kümmern fast wie um ein Kind.

Die Brotbackautomaten machen es einfach: Wasser, Mehl, Hefe hineingeben, und ein paar Stunden später kommt ein warmes Brot heraus. Manche produzieren neben mehreren Brotsorten auch Eis, Joghurt oder Marmelade. Für den Test hat sich Brantner sieben Geräte angesehen, zur Vergleichbarkeit probierte er bei jedem das beiliegende Weißbrotrezept. Nach drei bis vier Stunden piepte es - und die Brote in der charakteristi-schen Automatenform "viereckiges Türmchen" waren wie von Zauberhand fertig. Allerdings, das betont der Bäcker, gilt beim Automaten genauso wie im Ofen: Beim ersten Versuch wird ein Brot selten perfekt, da muss man sich erst annähern. Brotpflege eben.

© SZ vom 07.11.2020
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