Kolumne „In aller Munde“Mit diesen Keksen wird alles gut

Lesezeit: 2 Min.

Apple/Imago/Collage: SZ

„Biscuits with the boss“: Seit Beginn der lang ersehnten vierten Staffel von „Ted Lasso“ werden die legendären Kekse aus der Serie wieder nachgebacken. Schmecken – und trösten – sie wirklich so gut?

Von Kathrin Hollmer

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Die rosafarbenen Schachteln aus der Apple-TV-Serie „Ted Lasso“ sind gerade überall: In den sozialen Netzwerken kursieren Wochen Fotos und Rezepte für die Kekse, die der unverhoffte Fußballtrainer Ted (Jason Sudeikis) in der ersten Staffel seiner neuen Chefin Rebecca (Hannah Waddingham) mitgebracht hat. Seit Beginn der lang ersehnten vierten Staffel werden sie für Watchpartys gebacken und verschenkt.

In der Serie gehören die Kekse zu einem Ritual: Bei „Biscuits with the boss“ will Ted seine Chefin besser kennenlernen. Zugleich sind sie eine Metapher für seine freundliche, softe Art, mit der er Menschen begegnet, vor allem denjenigen, die ihn kritisieren oder nicht ernst nehmen: „Du weißt doch, was man mit harten Keksen macht“, fragt er einmal. „Man taucht sie in Milch.“ Vor allem der sonst gern toughen Rebecca spenden die Kekse immer wieder Trost, auch in den neuen Folgen, die bisher veröffentlicht worden sind.

Was Serienhelden essen und trinken, kochen und backen, bewegt die Fans seit jeher. Wie Special Agent Dale Cooper aus „Twin Peaks“ an seinem Kaffee nippt und „a damn fine cup of coffee“ raunt, ist zum Meme geworden. In Großbritannien werden in Dining-Events fünf Folgen aus „Friends“ und die passenden Gänge dazu serviert. Am größten war die Aufregung zuletzt um die Serie „The Bear“. Es kursieren Rezeptsammlungen, wie man jedes (!) Gericht daraus nachkocht, am beliebtesten, weil machbarsten, war das Omelette mit Kartoffelchips und Boursin-Käse.

Das Geheimnis: sehr viel Butter!

Der nette Ted backt und verpackt die Kekse selbst. Das offizielle Rezept, das der Sender irgendwann veröffentlicht hat, ist simpel und besteht nur aus vier Zutaten: 200g Mehl in eine Schüssel sieben und eine Prise Salz dazugeben. Separat 225g Butter bei Zimmertemperatur auf höchster Stufe drei bis fünf Minuten schaumig schlagen. Nach und nach 90g Puderzucker zur Butter geben und ebenfalls schaumig rühren, dann die Mehl-Salz-Mischung dazugeben und unterrühren. Eine Backform (am besten ca. 20 x 20 cm) einfetten und den Teig in die Form drücken, er sollte ca. 1,5cm dick sein. Mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen, damit die Butter beim Backen langsam schmilzt und die Kekse besser aufgehen, danach goldbraun backen (45 bis 60 Minuten bei 150 Grad). Ted bestreut den heißen Teig mit Zucker, am besten schneidet man ihn noch warm in Stücke.

Man kann Vanille, Zitronenschale oder Zimt hinzufügen. Muss man aber nicht. Die Kekse, im Grunde ein englisches Shortbread, stehen für sich. Sie sind ein schöner Kontrast zu den überladenen Cookies, die seit einer Weile trenden; sie erinnern an die Kindheit und an erste Plätzchenversuche, und sie sind so wärmend und tröstend wie die Serie. Als Ted Rebecca nach einem Essen fragt, dass „Sie nach Hause beamt und macht, dass Sie sich warm und flauschig fühlen“, schielt sie direkt zu der Schachtel. Dabei erzählte die Schauspielerin Waddingham einmal, die Kekse seien am Anfang so schrecklich trocken gewesen, dass sie sich beschwerte. „Jetzt enthalten sie so viel Butter und Zucker, dass ich sie gerne den ganzen Tag essen könnte.“ Wenn ihre Figur später an ihnen schnuppert und die Kekse gierig verschlingt, ist das wohl nicht – nur – gespielt.

Die Autorin entdeckte sogar eine  Bastelanleitung  für eine stilechte rosafarbene Schachtel im Internet.
Die Autorin entdeckte sogar eine Bastelanleitung für eine stilechte rosafarbene Schachtel im Internet.
Bernd Schifferdecker (Illustration)
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