Tag des deutschen Brotes Zusammenstellung nach Baukastensystem

Das fand auch Johannes Arning, der als Politikstudent in Berlin vor Jahren vergeblich nach gutem Brot suchte. Eines Abends, als er "wieder mal ein Brot aß, ohne richtige Kruste und viel zu trocken", begann Arning zu recherchieren, wie man Brot backt. "Zu kompliziert!", sagt der heute 26-Jährige. Er überlegte, wieso man nicht mit weniger Aufwand gutes Brot machen kann - und gründete, als Uni-Projekt, eine kleine Firma: "Brotliebling".

Auf der Webseite stellt man sich nach einem Baukastensystem die Zutaten zusammen. Von der Getreidesorte über Nüsse und Körner bis hin zu Gewürzen. Einige Tage später kommt die persönliche Backmischung per Post. Natürlich seien da "keine Zusatzstoffe drin wie in Backmischungen aus dem Supermarkt", erklärt Arning, der "Brotliebling" heute hauptberuflich betreibt.

Bestellungen gehen nun täglich ein, leben kann der 26-Jährige von seiner Idee aber noch nicht ganz. Er ist gerade dabei, sein Sortiment um glutenfreie Ware zu erweitern. Derzeit ist das "rustikale Weißbrot mit Kräutern der Provence und Walnüssen" am beliebtesten. Eine Mischung, die Puristen wie Malin Elmlid allerdings ablehnen.

Krachende Kruste

Die Schwedin beschränkt sie sich am liebsten auf nur drei Zutaten: Mehl, Wasser und etwas Salz. "Da schmeckt man das Getreide und den Sauerteig richtig raus", sagt sie. "Viele Leute denken: wie spannend, ein Brot mit getrockneten Tomaten! Ich persönlich würde die nur verwenden, wenn ich schlechtes Hefebrot mache." Elmlid gehört unter den semiprofessionellen Privatbäckern zu den Ambitioniertesten.

Sie nimmt nicht mal warmes Wasser zum Teigansetzen: "Mit wärmerem Wasser geht es schneller, dann verliert man aber einen Teil des Geschmacks." Während sich Industriebrot dem Rhythmus der Maschinen anpassen muss, richtet sich die Schwedin nach dem natürlichen Rhythmus des Teiges. Das sieht, riecht und schmeckt man. Die Kruste kracht beim Reinbeißen, das Innere ist weich, es schmeckt säuerlich und intensiv nach Getreide.

Dann versteht man plötzlich auch, was auf Elmlids hölzernem Buttermesser steht: "Not for all the butter in Småland". "Nicht für alles Geld der Welt", könnte man es übersetzen. Und man weiß sofort, warum sie ihr Brot nie verkaufen würde.

Linktipps:

Malins Brottausch: www.thebreadexchange.com und https://www.facebook.com/BreadExchange

Lutz Geißlers Blog: www.ploetzblog.de

Versand Brotliebling: www.brotliebling.de

US-Blog zu Brot: www.thefreshloaf.com