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Stilkritik:Schutzhelm für überdrehte Zeiten

Neue Schutzausrüstung für hessische Polizei

Neue Schutzausrüstung für die hessische Polizei.

(Foto: Uwe Zucchi/dpa)

Ausgewählte Polizisten in Hessen erhalten neue, etwas martialisch wirkende Helme. Muss man da Angst bekommen?

Von Martin Zips

Mit einer neuen Kopfbedeckung sollen in Hessen Polizisten sogenannter "Notinterventionsteams" besser geschützt werden. Die Beamten haben von ihrem Innenminister gerade 780 frische Schutzhelme erhalten. Ihre Form erinnert an den britischen Brodie-Helm (zuletzt auch in Science-Fiction-Filmen und auf dem Radweg anzutreffen). Sehr gute Wahl!

Polizisten sind die Ersten am Tatort und setzen sich großen Gefahren aus, um Staat und Bürger zu schützen. Wir leben ja nicht mehr in den Siebzigerjahren, wo der Modedesigner Oestergaard dem deutschen Ordnungshüter noch sein lächerlich moosgrünes Stoffmützchen aufziehen konnte, um damit zu zeigen: "Ey, Bürger, du hast jetzt zwar vielleicht Mist gebaut, aber keine Angst. Stahlhelm, das war gestern. Heute bin ich dein Freund und Helfer."

In einem Zeitalter, in dem Sprengstoffgürtel auf Bodycam und Handyzündung auf Polizei-Drohne treffen, in unserem leicht überdrehten Zeitalter also, braucht der deutsche Beamte einen optimalen ballistischen Schrapnell-Schutz. Obwohl: Ein bisschen Angst kriegt man jetzt schon.

© SZ vom 25.01.2018/feko
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