Avolatte Echte Hipster schlürfen Kaffee aus Avocadoschalen

Dem Avolatte gehört ganz klar die Zukunft.

(Foto: Instagram)

Avolatte ist nicht nur up-to-date, sondern hat auch einige andere unschlagbare Vorteile. Mit der Plörre aus der Filtermaschine sollte man aber nicht ankommen. Eine Stilkritik.

Von Michael Neudecker

Der Nachteil einer Avocado liegt darin, dass sie zum Wachsen ein Klima braucht, das man von Mitteleuropa aus nur mit ein paar Flugstunden erreichen kann, weshalb sie von Umweltfreunden gerne als "ökologische Handgranate" bezeichnet wird. Wer aber SUV fährt, Inlandsflüge super findet und auch sonst ein gereinigtes ökologisches Gewissen hat, der hat den Blick frei auf die unverkennbaren Vorteile dieser Frucht:

Sie ist handlich und gut zu transportieren (vgl.: Himbeere), sie ist mit einem einigermaßen spitzen Löffel bequem aushöhlbar und also äußerst benutzerfreundlich (vgl.: Mango), und ihr Kern ist so groß, dass man nicht versehentlich draufbeißen kann (vgl.: Weintraube).

Kluge Cafébetreiber haben nun noch einen weiteren Vorteil entdeckt: Die Schale der halbierten Avocado weist eine praktisch hohle Rundform auf, sie ist also ein ideales Behältnis für zum Beispiel Kaffee. Das wiederum ist ziemlich up-to-date - die Kaffee-Entwicklung, was Trink- und Darreichungsformen angeht, ist schließlich längst ausgereizt. Außerdem wird das Kaltwerden des "Avolatte" automatisch verhindert, weil eine Avocado nicht zu lange abgestellt werden kann, so dass man das Heißgetränk mit Freuden rasch zu sich nimmt.

Und schließlich fügt sich das Avocado-Aroma ganz vorzüglich ein in den Geschmack eines guten Cappuccino oder Latte macchiato oder Doppio oder Doppio macchiato (nicht so passend: Filterkaffee); ganz im Gegensatz übrigens zum Aroma einer Eierschale. Dem Avolatte gehört also die Zukunft, gar keine Frage. Aus Biomüll trinken, das ist, man kann es nicht anders sagen: ökologisch genial.

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