Stil von Michelle Obama:Jedes Kleid ein Statement

Glamourös, selbstbewusst, politisch. Kaum eine First Lady wurde für ihren Stil so gefeiert wie Michelle Obama. Ihr modisches Vermächtnis in 15 Bildern.

Von Jana Stegemann

15 Bilder

Official Visit Of Italian Prime Minister Matteo Renzi To The White House

Quelle: Bloomberg

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Sie beherrscht den bedeutungsvollen Auftritt. Auch ihr letztes Staatsbankett machte Michelle Obama zu einem Statement-Dinner: In einem Versace-Kleid aus roségoldenen Metallplättchen überstrahlte die 52-Jährige die Gäste, unter ihnen glamouröse Persönlichkeiten wie Gwen Stefani und Giorgio Armani. Die Obamas gaben das Dinner anlässlich des Besuchs des italienischen Premiers Matteo Renzi und seiner Frau Agnese Landini. Traditionell trägt die First Lady bei Staatsbanketten ein Kleid eines Designers aus dem Land des Gastes. Donatella Versace hatte die kunstvoll geraffte Glitzer-Robe für Obama geschneidert. "Eine große Ehre", wie die Designerin mitteilte.

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Quelle: AFP

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Die Kombination aus Schnitt und Stoff war perfekt gewählt, das Kleid umfloss Obamas Silhouette wie fließendes Wasser und reflektierte die Scheinwerfer bei jedem Schritt. "Atemberaubend", "umwerfend", "wie eine Göttin" lobten Modejournalisten und Modeblogger, deren Urteil einstimmig ausfiel: "She is slaying it." In etwa: Sie kann es einfach. Einige fühlten sich sogar an Pippa Middletons Auftritt bei der Hochzeit ihrer Schwester Catherine mit Prinz William erinnert. Laut Wall Street Journal sagte Barack Obama am Rande des Dinners zu Renzi: "Niemanden interessiert es, was wir anhaben."

Was die First Lady wie und wo trägt, ist hingegen die vergangenen acht Jahre immer und überall Thema gewesen. Mit Michelle Obama sei nach Jahrzehnten modischer Durststrecke endlich wieder Glamour ins Weiße Haus eingezogen, jubelten die US-Medien 2008. "Sie tritt Jackie Kennedys Erbe an", schrieben einige und nannten sie "Michelle O.".

U.S. President Obama and first lady Obama pose with India's Prime Minister Singh and his wife Kaur before a state dinner at the White House in Washington

Quelle: REUTERS

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Sieben Jahre sind seit diesem Bild im November 2009 vergangen. Es war das erste der 13 Staatsbankette, die die Obamas gaben. Als Ehrengast war der damalige indische Premier Manmohan Singh mit seiner Frau Gursharan Kaur geladen. Michelle Obama kam in einem schulterfreien Kleid des indischen Designers Naeem Khan.

Michelle Obama

Quelle: dpa

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Das Kleid, das Obama beim Ball anlässlich der Amtseinführung ihres Mannes am 20. Januar 2009 trug, hängt heute im Museum. Der junge taiwanisch-kanadische Modedesigner Jason Wu wurde damit über Nacht berühmt. Die First Lady in der fedrigen One-Shoulder-Robe schaffte es auf alle Titelseiten. Damals fragten noch alle: "Jason - who?" Wu war damals 26, er hatte hart für diesen Moment gearbeitet, sich mit dem Entwerfen von Puppenkleidern sein Studium finanziert. Um das Kleid persönlich bei der First Lady abzugeben, war er nach Chicago geflogen. Danach war sein Name über Nacht etabliert. Heute ist Wu aus New York unter anderem auch für Hugo Boss tätig, verantwortet als Chefdesigner die Damenkollektion. Obama, die in der Öffentlichkeit kein Kleid ohne Botschaft trägt, hat das häufig getan: Kreationen junger, unbekannter Designer auf großer Bühne vorführen und ihnen so zu einer hohen Bekanntheit verhelfen.

Obama and his wife Michelle greet Hollande as he arrives for a State Dinner in his honor at the White House in Washington

Quelle: REUTERS

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"Ich sage immer, dass Frauen etwas tragen sollten, in dem sie sich wohlfühlen. Ich glaube auch, dass es einfacher ist, mit Menschen eine Verbindung aufzubauen und ihnen ein gutes Gefühl zu geben, wenn man sich in seinem eigenen Outfit wohlfühlt", sagte Michelle Obama zu Beginn ihrer Zeit als First Lady.

Obama, die 1,80 Meter groß ist, und daher häufig Flats oder halbhohe Slingpumps trägt, ist modisch so wandelbar, wie kaum eine First Lady vor ihr. Zu großen Anlässen wirft sich die zweifache Mutter in Glitzer und Knallfarben, ihren Freizeitstil würde man wohl als sportlich-elegant beschreiben. Gerne trägt die First Lady ärmellose Kleider mit schmaler, fließender Silhouette. Fürs Abendessen mit François Hollande wählte sie dann aber eine Carolina-Herrera-Robe mit Spitzentop und voluminösem Rockteil.

From the Files: Queen Elizabeth's 90th Birthday

Quelle: REUTERS

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Jeder, der die Queen schon mal aus der Nähe gesehen hat, weiß: Es ist nahezu unmöglich, noch mehr zu funkeln als die Monarchin. Darum trat Michelle Obama anlässlich des Besuchs von Queen Elizabeth II. und Prinz Philip erst gar nicht in einen Wettstreit, sondern überließ der Jahrhundert-Königin den Glitzer. Sie selbst hat sich für ein Tom-Ford-Kleid mit gekreuzten Trägern, lange Handschuhe und Diamantenohrringe in Tropfenform entschieden.

Michelle und Barack Obama

Quelle: picture alliance / dpa

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Den chinesischen Präsidenten Xi Jinping begrüßte sie zum Staatsdinner 2015 in einem schwarzen Vera-Wang-Kleid im Mermaid-Stil. Die chinesischstämmige Designerin hatte eine Robe geschaffen, über die das Time-Magazin schrieb: "Everyone is in love with Michelle Obama's amazing Vera Wang dress." Eines der Kleider in den vergangenen acht Jahren, das die besten Kritiken bekam.

Barack Obama, Salman bin Abdul Aziz

Quelle: AP

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Anfang 2015 wird in den USA heftig diskutiert, weil die First Lady bei einem Besuch im ultrakonservativen Saudi-Arabien kein Kopftuch trägt. "Ein mutiges politisches Statement" sei ihr Auftritt gewesen, sagen die einen, andere sprechen von einem "Tabubruch". Doch kein Grund zur Aufregung: Im Protokoll heißt es, weiblichen Mitreisenden aus dem Weißen Haus bleibe es überlassen, ob sie eine Kopfbedeckung tragen wollten.

President Obama joins First Lady Michelle in White House Garden

Quelle: REUTERS

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Michelle Obama ist nicht nur First Lady, sondern auch Fitness-Fanatikerin und wirbt seit Jahren für gesunde Ernährung. Bei jeder Gelegenheit kämpft sie mit ihrer Kampagne "Let's move" gegen die Fettleibigkeit amerikanischer Kinder. Dafür tanzte Obama auch schon werbewirksam mit einer Rübe und gärtnerte vor den Augen der Weltpresse.

RNPS IMAGES OF THE YEAR 2009

Quelle: REUTERS

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Ihre trainierten Oberarme waren immer wieder Thema in den US-Medien. Susan Swimmer, die ein Buch über den Stil der First Lady verfasst hat, schreibt dazu: "Ich wüsste nicht, wann sie jemals lange Ärmel an einem Abendkleid getragen hat. Warum auch? Sie hat großartige Arme."

OFFICIAL PORTRAIT FIRST LADY MICHELLE OBAMA

Quelle: AFP

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Ihr erstes offizielles Porträt, das im Februar 2009 herausgeben wurde und die Präsidentengattin im "Blue Room" des Weißen Hauses zeigt, sorgte für einen Mini-Eklat unter Amerikas Konservativen. Ihr Outfit sei würdelos und dem Anlass nicht angemessen, die damals 45-Jährige zeige in dem schwarzen Michael-Kors-Kleid zu viel nackte Haut. Die Chefredakteurin der US-Glamour, Cynthia Leive, kommentierte humorvoll: "Oh mein Gott. Sie geht ärmellos. Und das im Februar."

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Quelle: AFP

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Nach Berlin kommen die Obamas 2013 mit der ganzen Familie. Bei 33 Grad besichtigen sie unter anderem das Holocaust-Mahnmal zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz. Michelle Obama trägt an dem Nachmittag eine schwarze Hose und eine ärmellose weiße Bluse mit Perlenkette. Ihre Töchter Malia und Sasha (im Bild) werden später in den Potsdamer-Platz-Arcaden gesichtet und kaufen dort, so ist es überliefert, im Ampelmännchen-Shop Basecap, Schlüsselanhänger und ein T-Shirt für 28,70 Euro.

U.S. first lady Michelle Obama waves to attendees at the Commander in Chief's ball in Washington

Quelle: REUTERS

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Als ihr Mann zum zweiten Mal als Präsident vereidigt wird, setzt Michelle Obama abends auf eine bodenlange Robe aus Seide und Chiffon in Signalrot - vielleicht ein Statement an all jene, die dem Paar eine weitere Amtszeit nicht zugetraut hatten. Der Fachpresse gefällt Obamas Farbwahl, weil sie "patriotisch" sei. Die New York Times analysiert damals, Obama habe modisch zu einem "erwachsenen Pragmatismus" gefunden. Es sei ihr gelungen, teure Designerware zu tragen, ohne dass dies angesichts der für viele Amerikaner spürbaren Wirtschaftskrise zu einem politischen Problem geworden wäre.

Das hat sicher auch damit zu tun, dass Obama Kleider häufig mehrmals trägt. In einer Vogue-Titelstory über ihre Modevorlieben inszenierte sich die frühere Anwältin glaubhaft als Mutter zweier Töchter, die im Alltag preisbewusst einkaufe. Immer wieder sah man die Präsidentengattin in Kleidung von Modeketten wie H&M, J. Crew und Zara.

Michelle Obama

Quelle: AFP

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Wer Leuchtfarben trägt, wird nicht übersehen, mag sich Michelle Obama 2009 in Rom gedacht haben und wählte ein kanariengelbes Etuikleid in schmaler Form. Die große Statement-Brosche in Glitzergrün komplettiert den Look. Accessoires, so heißt es, kauft Obama auch mal von der Stange.

Barack Obama, Michelle Obama

Quelle: picture alliance / AP Photo

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Und wie findet der Präsident den Kleidungsstil seiner Frau? Antwort im Bild.

© SZ.de/jana/jobr
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