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Kurz gesichtet:Große Träume

Die Kinderkamera für die Fahrt in den Urlaub.

(Foto: Hersteller)

Eine Spielkamera für Kinder, Namenskettchen mit Kristallen und eine neue Serie über den Jet-Set-Modedesigner Halston: die Stilnews der Woche.

Von Anne Goebel, Julia Rothhaas und Silke Wichert

Ein Klassiker unter den Sätzen zum Urlaubsbeginn, die von der Rückbank Richtung Cockpit schallen: "Wann sind wir endlich da?" Weil Zeit- oder Kilometerangaben für Menschen unter zehn Jahren nur wenig Sinn ergeben, wollen sie beschäftigt bleiben. Dafür packen Eltern eine große Tasche mit allerlei Spielkram, in diesem Sommer gesellt sich die Kinderkamera aus Holz der japanischen Firma mit dem ungewöhnlichen Namen Kiko+ & gg* hinzu. Der Clou der Kamera für Kinder ab drei Jahren: Am Ende der Reise muss sich niemand durch Hunderte Fotos scrollen, hinter der Linse steckt ein neongelbes Kaleidoskop, das die vorbeirauschende Welt in bunte geometrische Formen bricht. Deutlich interessanter also als jeder Seitenstreifen (mit zwei verschiedenen Halsgurten, 27 Euro über smallable.com).

Muss ja nicht immer der eigene Name sein: Kettchen von PD Paola.

(Foto: Hersteller)

Nach "Nora" kam lange nichts. Das bekannteste Namenskettchen der Geschichte hatte einfach so lange, so plakativ am Hals von Modern-Talking-Sänger Thomas Anders gebaumelt, dass Buchstaben bis auf Weiteres Pause hatten. Erst Celine brachte vor einigen Jahren mit einzelnen großen Lettern den Trend zurück, der seitdem ungebrochen ist: den Namen um den Hals tragen. Auch bei der spanischen Schmuckmarke PD Paola gehören die Halsketten zu den Bestsellern, deshalb gibt es mit "Say My Name" jetzt noch einmal eine neue Kollektion. Die kleinen goldenen Lettern sind hier von einem bunten Kranz aus Schmucksteinen eingerahmt, darunter Tigerauge, Labradorit und verschiedene Kristalle, der die Designs verspielter macht. Wer schon jede Menge T, B oder L für seinen Vornamen in der Schatulle hat: Es muss ja nicht immer der eigene Anfangsbuchstabe sein, den man sich umhängt (69 Euro, pdpaola.com).

Zu Hause im Jetset: Ewan McGregor als Halston in der Netflix-Serie.

(Foto: ATSUSHI NISHIJIMA/NETFLIX)

Mode plus Netflix, das ist wie ein sehr bunter, sehr vollgepackter Kleiderschrank. Wer nicht genug von Rüschenhemden und hoch angesetzten Taillen bekommt, liebt die feinen Leute von "Bridgerton"; für stundenweises Abtauchen in die Neunziger eignet sich "Friends" (Jennifer Aniston in Mom Jeans!), sehr teure Handtaschen werden bei "Emily in Paris" spazieren getragen. Jetzt kommen die lasziven Siebziger dazu: Mit ihrer Serie Halston erinnert die Streamingplattform an den Designer, der die schillerndsten Hosenanzüge der Disco-Ära entwarf. Roy Halston Frowick aus dem ländlichen Iowa baute sich nach seinem Überraschungscoup, dem viel kopierten Pillboxhut für Präsidentengattin Jacqueline Kennedy, in New York ein Modeimperium auf und war im legendären Club Studio 54 stets umgeben von Jetset-Freundinnen wie Bianca Jagger und Liza Minnelli - den sogenannten Halstonettes. Als einer der ersten schickte Halston regelmäßig schwarze Mannequins auf den Laufsteg, und eine Dekade lang galt er als Amerikas unangefochtener Modekönig. Der recht pompöse Netflix-Trailer zeigt Hauptdarsteller Ewan McGregor mit magnetischem Blick zwischen Koks-Exzessen und genialen Einfällen am Zeichentisch. Dazwischen Schlaghosen, Riesensonnenbrillen und viel wirbelnder Stoff. Musik: Depeche Mode. Genau richtig zur Ablenkung an viel zu kühlen Maiabenden (netflix.com).

Viele Luxusmodehäuser haben ihre eigenen Kosmetiklinien, zuletzt zog Hermès mit einer Edition von Lippenstiften nach - jetzt expandiert auch die italienischen Marke Valentino in den Beautybereich. Allerdings nicht mit einem kleinen Versuchsballon, sondern entwickelt wurden ganze 40 Foundation-Nuancen, 50 Lippenstift-Farben und diverse Schattierungen an Augen Make-up. Kreativdirektor Pierpaolo Piccioli ist bekannt für experimentelle Schminkkunst bei den Schauen von Valentino, da wird schon mal das ganze Gesicht eines Models mit Goldstaub überzogen oder als Augenakzent ein schwungvoller Bogen aus schwarzen Federn aufgeklebt. Ganz so artifiziell wird die kommerzielle Produktpalette wohl nicht ausfallen. Lippenstifte und die Tiegel für Lidschatten sollen nachfüllbar sein, man hat schließlich die junge Klientel und ihr Umweltbewusstsein im Auge. Präsentiert wird die neue Linie Ende Mai in London, weltweit ist sie dann ab dem Sommer erhältlich.

© SZ
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