Raf Simons gibt sein Debüt:In den Fußstapfen von Christian Dior

Mehr als eine Million Blüten ließ Designer Raf Simons für seine erste Couture-Show herankarren. Die Kollektion stand im krassen Gegensatz zu der üppigen Dekoration: Architektonische Schnitte, klare Farbblöcke und elegante Stickereien. Da bekam selbst Prinzessin Charlène glänzende Augen.

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Mehr als eine Million Blüten ließ Raf Simons für seine erste Couture-Show herankarren. Die Kollektion stand im krassen Gegensatz zu der üppigen Dekoration: Architektonische Schnitte, klare Farbblöcke und elegante Stickereien. Da bekam selbst Prinzessin Charlène glänzende Augen.

Lange hat die Modewelt darauf gewartet, am Montagabend war es dann endlich soweit: Raf Simons zeigte bei den Pariser Couture-Schauen seine ersten Entwürfe für das französische Traditionshaus Dior und setzte damit gekonnt Akzente. Enge Taillen sorgen für grazile Silhouetten. Die Kleider sind schlicht und schnörkellos, aber durch die raffinierte Schnitttechnik dennoch von großer Eleganz bestimmt.

Raf Simons Dior-Debüt

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Architektonische Schnitte sowie klare Farbblöcke mit viel Schwarz, Blau und etwas Pink gaben den Grundton an. Angelehnt an die legendären Linien von Christian Dior schaffte es Simons bei seinem Debüt, diese auf moderne Weise zu variieren. Den üppig-barocken Ansatz von Ex-Chefdesigner John Galliano suchte man in Paris vergebens. Das einzig Üppige waren die Blumenbouquets an den Wänden des Showrooms.

A model presents a creation by Belgian designer Raf Simons as part of his Haute Couture Fall-Winter 2012/2013 fashion show for French house Dior in Paris

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Nach mehr als einem Jahr ohne offiziellen Chefdesigner hatte Dior im April Raf Simons berufen, der von Jil Sander kommt. In der Modeszene verfügt Simons zwar über einen tadellosen Ruf, doch über keine Erfahrung in der Königsklasse der Mode, der Haute-Couture. Was ihm in Paris aber nicht anzumerken war.

Anna Wintour, editor-in-chief of Vogue magazine, attends the Haute Couture Fall-Winter 2012/2013 fashion show for French house Dior in Paris

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Selbst Anna Wintour, die Chefredakteurin der US-amerikanischen Vogue und einflussreichste Frau der Modewelt, klatschte mehrmals während der Schau. Wintour sitzt sonst meist mit stoischer Miene und ohne Regung in der ersten Reihe der Fashion Weeks dieser Welt. Zu Dior hatte sie ihre Tochter Bee Shaffer mitgebracht. Während Mutter und Tochter angeregt über Simons Entwürfe sprachen, machte Suzy Menkes (rechts) mit ihrem Handy Aufnahmen. Simons dürfte das sehr gefreut haben, immerhin gilt die Modekritikerin von der Herald Tribune nach Winotur als zweitwichtigste Kritikerin der Branche.

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Simons Debüt stand unter dem Titel "Blumenfrauen". Hierfür waren die leerstehenden Räume einer Stiftung mit mehr als einer Million Blüten geschmückt worden. Die illustre Gästeschar saß in einem Meer aus Blumen und ließ die Ideen des 44-jährigen Simons auf sich wirken.

Christian Dior: Front Row - Paris Fashion Week Haute Couture F/W 2013

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Prinzessin Charlène von Monaco gehörte dazu. Die gezeigten Kleider im Stil der 40er Jahre spiegelten Eleganz und Überfluss wieder und dürften der Frau von Prinz Albert sehr gut gefallen haben. Neben Charlène sitzt übrigens Bernard Arnault, Chef des Luxusgüterkonzerns LVMH, zu dem das Modehaus Dior gehört. Arnault, laut Forbes-Liste derzeit viertreichster Mann der Welt, hatte im Vorfeld verkündet, dass er sich freue, mit Raf Simons einen der "talentiertesten aktuellen Modeschöpfer" für seine Prestige-Marke Dior gewonnen zu haben.

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Gut vernetzt scheint Simons zu sein: So hatten neben der Monegassen-Prinzessin auch die Schauspielerinnen Marion Cotillard und Sharon Stone Einladungen erhalten. Carine Roitfeld, die ehemalige Chefin der französischen Vogue, und die Designer Diane von Fürstenberg, Donatella Versace und Marc Jacobs ließen sich Simons Debüt ebenfalls nicht entgehen.

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Neben Netzstrukturen sind auch kunstvolle Stickereien auf den Kleidern von Simons' zu finden. Raffinierte Details, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt, zeigen das ganze Können des belgischen Designers, der einmal sagte: "Wir müssen zurück zu einer Mode, die überrascht, die nicht langweilig und vorhersehbar ist."

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In Paris bewies der Nachfolger von John Galliano, dass er die großen Erwartungen an ihn bestens erfüllen kann. Der Antwerpener Simons studierte zunächst Möbeldesign, bevor er in die Modebranche wechselte. 1995 gründete er sein eigenes Label, fühlte sich aber schnell "erstickt und eingezwängt durch den kommerziellen Apekt der Mode" und nahm daher ein Jahr Auszeit, um im Anschluss an der Universität Wien Modedesign zu unterrichten.

A model presents a creation by Belgian designer Raf Simons as part of his Haute Couture Fall-Winter 2012/2013 fashion show for French house Dior in Paris

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Sein weiterer Weg ist bekannt: 2005 kam er als Chefdesigner zu Jil Sander, was ihm zu weltweiter Beachtung verhalf. Beachtet werden von den Kundinnen wird wohl auch dieses knallrote Mantelkleid mit aufgesetzten Klappentaschen. Es ist klassisch-elegant, aber gleichzeitig modern.

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Raf Simons ähnelt seinem Vorgänger John Galliano äußerlich zwar kaum, aber beiden werden revolutionäre Ambitionen nachgesagt. So schickte Simons schon einmal auf belgischen Straßen gecastete, unprofessionelle Models auf den Laufsteg. Bei Dior allerdings gab sich der Belgier gewohnt zurückhaltend. Anders als der extrovertierte Brite Galliano, der sich am Ende einer Show in aufwändige Kostümierungen hüllte, grüßte Simons, der ein schlichtes, schwarzes Hemd trug, nur kurz. Selbstinszenierungen sind ihm fremd - und in erster Linie ging es ja auch um Dior.

© Süddeutsche.de/leja
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