Oscar: Die Kleider auf dem roten TeppichKleider mit Schleppe und Schlappe für Pro Sieben

Modekritik am roten Teppich ist heikel in diesen Tagen. Gerade Designer und Pro-Sieben-Experte Michael Michalsky hätte sich da besser etwas zurückgehalten.

Von Johanna Bruckner

Es gab eine Zeit, da war der rote Teppich vor der Oscar-Verleihung eine ungefährliche Angelegenheit. Zumindest für die Kommentatoren. Für die über den Teppich Schreitenden sah die Sache anders aus. Besonders Schauspielerinnen mussten damit rechnen, von den Kritikern am Rande des Rots zerpflückt zu werden. Wegen ihrer Kleiderwahl, Frisur oder nicht mehr rechtzeitig vor den Oscars abtrainierten Fettpölsterchen. Mittlerweile haben sich die Verhältnisse umgekehrt: Die Kommentatoren beim Portal Entertainment Weekly reden weniger über die Oscar-Outfits, als mehr über die Schwierigkeiten ihres Jobs. 2015 baten Hollywoods Damen im Rahmen der Aktion "Ask Her More" darum, doch bitte nicht nur nach dem Designer ihres Kleides gefragt zu werden. Vor dem Hintergrund der Metoo-Debatte hat die Diskussion um eine angemesse Red-Carpet-Berichterstattung eine neue Dimension bekommen.

Bei den Golden Globes früher in diesem Jahr erschienen viele Gäste, weiblich wie männlich, in Schwarz - als Zeichen der Solidarität mit Opfern sexueller Gewalt. Eine Ausnahme war die eher unbekannte Schauspieler Blanca Blanco, die Rot trug. Bei den Oscars zeigt sie sich in einem ganz ähnlichen Entwurf in Rot-Weiß mit hohem Beinausschnitt. Böse Presse muss sie diesmal wohl nicht befürchten: Für die Oscars wurde kein bestimmter Dresscode ausgerufen, und die versammelten Modekritiker haben sich selbst Sensibilität verordnet.

Bild: REUTERS 5. März 2018, 03:252018-03-05 03:25:12 © SZ.de