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Möbel für Haustiere:Ab ins Körbchen

Hundehütte und Kratzbaum sollen neuerdings nicht nur praktisch sein, sondern auch ansehnlich. Besonders beliebt sind Möbel, die von Mensch und Tier gleichermaßen genutzt werden können.

Pitsky, Schnoodle und Chiweenie in einem angekauten Hundekorb in der Ecke? Schwer vorstellbar. Wer sich schon für eine solch exklusive Mischung aus Pitbull und Husky, Pudel und Schnauzer oder Chihuahua und Dackel - passend zum aufwendig kuratierten Zuhause - entscheidet, will sein Tier auch entsprechend präsentiert wissen. Es geht nicht mehr darum, dass etwas einfach nur praktisch ist wie Halsbänder mit reflektierenden Streifen, Kotbeutelspender an der Hundeleine oder Katzentoiletten mit Einstieg von oben, damit das Streu nicht im ganzen Zimmer verteilt liegt. Jetzt werden Hundehütten und Kratzbäume instagramtauglich gemacht.

Der einfache Verschlag im Garten wird zum minimalistischen Dreieck aus Kiefernholz, und der Unterschlupf im Wohnzimmer ist mit taupefarbenem Flokati ausgelegt. Die Katze bekommt eine Rolle aus Bambusholz an den Heizkörper gehängt, damit sie es im Winter schön kuschelig hat, und der schlichte Kratzbaum hängt unauffällig als Leiste am Bücherregal oder sieht aus wie eine liegende Acht.

Besonders beliebt sind Möbel, die von Mensch und Tier gleichermaßen genutzt werden

Von nichts kommt nichts, die Liebe der Deutschen zum Haustier ist groß wie nie: 34,3 Millionen Katzen, Hunde und Kleingetier leben in deutschen Haushalten, das entspricht fast der Bevölkerung Kanadas. Zierfische und Gekrieche aus dem Terrarium nicht mitgezählt. Um ihre Lieblinge glücklich zu stimmen, haben ihre Besitzer 2017 laut Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF) 4,8 Milliarden Euro für Fertignahrung und Zubehör ausgegeben. Weltweit liegt die Summe bei 98,7 Milliarden Euro für Heimtierbedarf.

Mit die schönsten, weil schnörkelfreien Entwürfe fürs Tier bietet das koreanische Designstudio Bad Marlon. Die Dose fürs Hundefutter gibt es in zartem Rosé samt Holzdeckel, das Körbchen für kleine Hunde ist aus haferflockenfarbenem Filz und die Hütte mit Dachschrägen erinnert an eines der modernen Holzhäuser, die Vorarlberger Architekten rund um den Bodensee stellen. Da verzeiht man den Koreanern gerne, dass sie auch ärmellose Hundeblusen mit Schleife oder kleine Feenhüte für die Mieze im Angebot haben.

Besonders beliebt sind Möbel, die von Menschen und Tieren gleichermaßen genutzt werden können. Katze oder Hund werden mitgedacht, der Gegenstand selbst ist aber vorrangig für den Tierhalter bestimmt. Das "Benchouse" des Architekturbüros Estudio Ramos aus Buenos Aires ist etwa ein Drei-in-eins aus hellem Kiefernholz: eine Sitzbank für den Menschen, dahinter eine Kiste für Pflanzen zur Zierde und darunter ein Unterschlupf fürs Tier. Der "Rocking 2gether 2.1" von Paul Kweton basiert auf einer ähnlichen Idee: Der Schaukelstuhl aus Birke bietet unter der Sitzfläche Platz für einen kleinen Hund. Die Holzrippen lassen sich auseinanderziehen - damit sich Herrchen und Hündchen durch die Ritzen noch näher kommen können. Der Japaner Koichi Futatsumata hat einen Couchtisch aus Stahl und Glas entworfen, unter der Tischplatte hängt eine Art Hängematte aus Rattan, in der es sich die Katze gemütlich macht, und unter der Tischplatte des "Catable" von Lycs aus China hat sie Platz zum Spielen, Schlafen, Schnurren, während ihr Besitzer oben essen und arbeiten kann.

Die neuen Tiermöbel überzeugen vor allem durch ihre Form, die sich klar abhebt von dem sonst üblichen Zubehör. So sitzt die Katze künftig zum Beispiel im Hexagon. Die nach vorne offenen Möbel von Petsinboxes stehen auf kurzen Beinen oder sind als Set aus vier Waben zu haben. Darin: Kratzteppich aus Sisal, Kuschelkissen und Kokosmatte für die Fellpflege. Die Kratzbäume von Kletterletter hingegen sehen wie riesige Buchstaben oder Zahlen aus. Dahinter verbergen sich Höhlen zum Schlafen, Stufen und Tunnel zum Klettern und Schleichen, Aussichtsplattformen und Eingänge, die nur betreten kann, wer katzengroß ist. Ein Spielturm also, der nur nicht so aussieht. Die bunten Schlafkugeln von Meyou im Holzgestell könnte man sich sogar in seiner Wohnung vorstellen, obwohl man gar keine Katze hat.

Genau darum geht es: Das Tier soll es gut haben beim Menschen, und im Gegenzug soll sich der Mensch nicht von hässlichem Tier-Getürm gestört fühlen. Dass diese Liebe keine Grenzen kennt, auch keine finanziellen, zeigt der Katzenbaum von Rinn aus Japan, ein wunderbar anzusehendes Drei-Ebenen-Konstrukt aus Naturholzstäben mit Marmorfuß. Wer einen möchte, muss rasch bestellen: Pro Jahr werden nur 22 Stück hergestellt. Für umgerechnet 7500 Euro.

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