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Ladies & Gentlemen:Arme freimachen, bitte!

Was tragen zum großen Piks? Natürlich etwas, das die Arme frei lässt und die neue Lebenslust betont! Vorschläge für das Impf-Outfit.

Von Julia Werner und Max Scharnigg

(Foto: netaporter.com)

Für sie: Arm frei, wir kommen!

Für die meisten von uns liegt der Impftermin noch in weiter Ferne, obwohl der Stoff von Astra Zeneca ja so nah wäre. Aber nicht alle, die dürfen, wollen auch, und die, die von Reisen träumen, dürfen nicht. Und so haben sich in dieser Pandemie nicht nur die Prioritäten, sondern sogar die Träume verschoben: Wir träumen wirklich inbrünstig von einem Stich in den Oberarm! So unsinnlich das ist - es wird höchste Zeit, sich schon mal Gedanken darüber zu machen, was man bei diesem Highlight des Jahres tragen wird. Die Todernsten unter uns werden jetzt natürlich sagen: Das ist doch nun wirklich egal! Die Fashionista hingegen antwortet: Geh impfen, but make it fashion. Was ein gutes Mantra ist, denn es impliziert eben auch, dass man die Contenance niemals aufgibt, egal wie würdelos die Lage gerade scheint. Also, hier ein Vorschlag: Dieses lässige Strickkleid von Chloé mit nur leicht überschnittenen Ärmeln und einem interessanten Kragen wäre eine Möglichkeit (über netaporter.com). Man müsste keine Lockdown-Longsleeves hochkrempeln, würde trotzdem nicht overdressed wirken und dem feierlichen Anlass, nämlich dem ersten Schritt zurück in die Freiheit, angemessen angezogen entgegentreten. Und um im Fashion-Jargon zu bleiben: Wie wäre es eigentlich mit einer Goodie-Bag nach diesem denkwürdigen Ereignis? Mit einem T-Shirt als Impfsouvenir, auf dem die Aufschrift "I love Astra Zeneca" prangt statt: "I love New York". Dieses Touristen-Shirt tragen selbstdeklarierte New-York-Kenner ja seit Jahren nur noch ironisch. Die neue Variante wäre aber total ernst gemeint.

(Foto: mytheresa.com)

Für ihn: Piks-Protz

Wenn man in den vergangenen zwölf Monaten eines perfektioniert hat, dann die Gabe, kleine Ereignisse hemmungslos zu überhöhen: Die sonnige Parkbank, der spannende Drogerie-Einkauf, den Nachbarn zuwinken - alles wird mittlerweile zum Event. Der Impftermin wirkt in diesem Sinne mindestens wie eine Mischung aus Taufe (man wird in die Gemeinde der Gesunden aufgenommen) und Abitur (man hat wenig geleistet, darf aber umso mehr feiern). In der unsinnigen Hoffnung, dass das Datum noch in diesen Sommer fällt, schlagen wir dafür ein Outfit vor, das einerseits impf-funktional ist, aber andererseits auch Lebensfreude ausstrahlt, mit anderen Worten: Dieses 500-Euro-Unterhemd von Gucci dürfte genau das Richtige sein (über mytheresa). Damit lässt sich auch anschließend beim Ein-Mann-Autocorso im Mietcabrio die frische Impfwunde stolz präsentieren und dann direkt ins Freibad beziehungsweise nach Portofino weiterfahren. Wobei das Unterhemd natürlich nur der zweitmännlichste Impflook ist. Stilistisch überragend wird in dieser Situation immer der Klassiker bleiben: Das staubige Khaki-Hemd, das man eine Sekunde vor der Impfung lässig bis hinters Schlüsselbein aufkrempelt, während man die strenge Ärztin mit einem charmanten Bonmot zum Lächeln bringt, um dann gleich wieder den Seesack über die Schulter zu werfen und in den Jeep zu springen (Nein, Arne, Lastenfahrrad geht nicht!). Modell: Indiana Jones auf dem Weg ins dunkelste Peru. So ein ausgedachtes Abenteuer-Setting wertet sogar den lahmen Mehrzweckhallen-Charme der Corona-Impfung deutlich auf - Überhöhung ist eben alles.

© SZ
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