1984

Im Jahr 1984 hat Madonna nun einen Plattenvertrag, ihre ersten Hits ("Everybody", "Burning Up") laufen schon in den Discos. Jetzt geht es darum, einen prägnanten Look für sie zu finden, der von MTV um die ganze Welt gesendet werden kann. Als hilfreich stellt sich ihre Freundschaft zur französischen Schmuckdesignerin Maripol Fauque heraus. Die ist in der New Yorker Modeszene zu der Zeit schon eine große Nummer, sie ist nämlich Art-Direktorin der Fiorucci-Boutique, in der es alles Schrille und Modische zu kaufen gibt, was man für eine durchtanzte Nacht im "Studio 54" oder in der "Danceteria" so braucht. Maripol wird Madonnas Stylistin und entscheidet, dass die Pop-Debütantin mit einem Mix aus offensivem Vulgarismus und ein bisschen katholischem Frevel auf sich aufmerksam machen soll. Also: nachlässig blondiertes Haar mit breiten Ansätzen, sehr viele Jesus-Kreuze, Nieten, Netz und Spitze und dazu dieses ständige obszöne Herumgekaue auf Kaugummis oder Lutschen an Lollis. Der Look ist billig, aber auch opulent. Vor allem ist er eine Mischung aus allem, was in den Jahren zuvor schon wichtig war: Punk, New Wave, Disco.

Bild: imago stock&people 16. August 2018, 11:342018-08-16 11:34:50 © Jan Kedves/pvn