Gewusst wie:Wie man Basilikum über den Winter bringt

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Gewusst wie: Das Basilikum ist eine Diva, es über den Winter zu bringen, eine Herausforderung.

Das Basilikum ist eine Diva, es über den Winter zu bringen, eine Herausforderung.

(Foto: Johannes Simon)

Im Supermarkt ist es noch schön grün, zu Hause jedoch sofort verwelkt: Mit welchen Tricks das Kraut möglichst lange überlebt.

Von Hans Gasser

Wer erfolgreich für den Winter einen Salat- und Gemüsegarten angelegt hat, allabendlich mit Stirnlampe und Gartenschere den Invasions-Nacktschnecken zu Leibe rückte, wer überdies Tomatenstauden in Töpfen zog, sich in die fruchtbringenden, aber streng riechenden Geheimnisse der Herstellung von Brennnessel-Jauche eingearbeitet hat, der, so möchte man meinen, wird ja wohl noch in den eigenen vier Wänden einen Topf mit Basilikum über den Winter bringen. Es gibt ihn ja das ganze Jahr über im Supermarkt zu kaufen. Dort sehen die Blätter immer knallgrün und gesund aus. Das kann doch zu Hause auf dem Fensterbrett nicht so schwierig sein.

Tja. Die würzig schmeckende Pflanze, einst aus dem warmen Indien zu uns gebracht, ist eine Diva. Sie verkörpert wie kaum eine andere den Sommer, wo sie mit ihren Blättern voller ätherischer Öle unerlässlich ist für Tomaten mit Mozzarella, Pesto alla Genovese oder Pizza.

Allein, sobald man den sommers auf Terrasse oder Balkon üppig sprießenden Busch am Fensterbrett in Küche oder Wohnzimmer zu kultivieren versucht, fangen die Probleme an: Nach wenigen Wochen werden die Blätter braun, oft auch die Stängel. Genauso verhält es sich mit der Ersatzpflanze, die man im Supermarkt kauft, um den Verlust zu ersetzen. Sie geht ziemlich schnell ein.

Und das, obwohl man all die Ratschläge aus Marie-Luise Kreuters Gartenbibel "Der Biogarten" beherzigt: Kein Gießwasser über die Blätter, das "starkzehrende" Kraut nicht zu knapp mit Flüssigdünger versorgen, beim Ernten nicht einzelne Blätter, sondern die Triebspitzen mit mehreren Blattpaaren pflücken, damit die Pflanze stark und kompakt bleibt. Dass die Diva einen sonnigen Fensterplatz bekommt, versteht sich von selbst.

Aber es hilft alles nichts. Nach ein paar Wochen trägt man das braune Gerippe der Pflanze samt Wurzelballen zum Kompost. Was also tun? Abermals im Supermarkt eine neue, mit Dünger hochgejazzte 2,50-Euro-Pflanze kaufen, die dann wieder das gleiche Schicksal ereilt? Das kann auf Dauer auch nicht die Lösung sein.

Eine etwas tiefer gehende Recherche zeitigt neben vielen unnützen und sich widersprechenden Tipps die entscheidende, wenn auch niederschmetternde Erkenntnis: Es gibt verschiedene Basilikumsorten (klar, wusste man) und es gibt ein- und mehrjährige Sorten (wusste man nicht). Das klassische Genueser Basilikum, das den Markt bei uns beherrscht, ist einjährig. Das bedeutet: Mehr als einen Frühling und Sommer lang zu leben, ist in seiner Pflanzen-Biografie nicht vorgesehen. Da kann man ihn noch so viel hätscheln und verwöhnen.

Es gibt allerdings eben auch mehrjährige Sorten wie das zyprische Strauchbasilikum und vor allem das afrikanische Basilikum, das bei uns oft unter dem Namen "African Blue" verkauft wird. Damit kann die Überwinterung gelingen, eine Drainage-Schicht aus Blähton im Topf ist von Vorteil, Staunässe mögen die Pflanzen nicht, genauso wenig wie zu viel trockene Heizungsluft, was in diesem Energiesparwinter allerdings nicht so das Problem sein sollte.

Gewusst wie: Hans Gasser hat viele Kuriositäten in Japan gesehen, aber noch nie Schnee im Schwimmbad.

Hans Gasser hat viele Kuriositäten in Japan gesehen, aber noch nie Schnee im Schwimmbad.

(Foto: Bernd Schifferdecker (Illustration))
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