
Mehr ist eindeutig mehr. Diese Regel galt bei Versace schon immer - und nächste Saison noch ein bisschen, na, mehr halt. Denn die Herbst-Winter-Kampagne soll das am dichtesten besetzte Modefoto aller Zeiten sein. 54 Models in einem endlosen Gruppenbild, aufgenommen von Starfotograf Steven Meisel. Das sieht hübsch bunt und eindrucksvoll aus, soll aber auch eine Botschaft transportieren: nämlich die, dass es bei Versace nicht nur um viel, sondern genauso um Vielfältigkeit geht. Bekanntlich gerade ein riesen Thema in der Branche. Zu sehen sind also farbige und asiatische Models, bekannte Gesichter wie Gigi Hadid neben Newcomern wie der Brasilianerin Eduarda Bretas - der neue "Versace Clan" ist offen für (fast) alle. Noch besser, in jedem Fall lustiger: In einem der Videos zur Kampagne machen Models und Designerin Donatella Versace noch einmal vor, wie man den Markennamen richtig ausspricht: Nicht Wersatschie, wie die Amerikaner gern sagen, sondern Wersatsche. Capisce?!
Chanel verkauft seine Sonnenbrillen künftig auch online - die Meldung klingt nach einer Randnotiz, löste in der Modebranche aber von Paris bis New York Schnappatmung aus. Fällt bei den Franzosen jetzt die letzte Bastion? Erst kürzlich hatten die Besitzer zum ersten Mal in der 108-jährigen Unternehmensgeschichte Ergebniszahlen veröffentlicht. Und jetzt diese Sonnenbrillen-Sache - ist das erst der Anfang? Werden bald alle anderen Teile mit dem berühmten Doppel-C, bislang ausschließlich in den edlen Boutiquen zu haben, online bestellbar sein? Mal sehen, nicht beim E-Commerce mitzumachen, können sich jedenfalls nur noch die wenigsten Fashionlables leisten.

Das Hotel Altstadt Vienna am Spittelberg gehört zu den gediegenen Geheimtipps für Wienfreunde. Künstler und Schauspieler steigen hier ab und schätzen das ungewöhnliche Konzept dieser Adresse: In einem Wohnhaus von 1902 kauft Kunstsammler Otto E. Wiesenthal seit mehr als zwanzig Jahren immer wieder frei werdende Wohnungen dazu und lässt sie unterschiedlich gestalten - immer mit viel Kunstverstand und ein bisschen Schmäh. Nun gab es wieder ein paar anliegende Zimmer zu erwerben und damit die Gelegenheit, eine Josef-Hoffmann-Suite zu inszenieren - als Würdigung des überragenden Wiener Architekten und eines der ersten Designer neuen Stils und pünktlich zum Themenjahr "100 Jahre Wiener Moderne". Gespart wurde dabei nicht, mit originalen Lampen, Sekretär und dem legendären "Sitzmaschine" -Lehnstuhl von Josef Hoffmann dürfte das Interieur zu den sammlungswürdigsten Hotelzimmern der Stadt gehören (Foto: Badezimmer). Damit man sich trotzdem nicht wie in einem Museum fühlt, kombinierte Architekt Roland Nemetz zeitgenössische Interpretationen der Art-déco-Epoche und junge Wiener Kunst dazu.

Knappe Bikinis, die an allen möglichen Stellen zwicken - viele Frauen nehmen das jeden Sommer ergeben in Kauf. Kinder brauchen solche Kompromisse zum Glück nicht zu machen. Wobei bequem nicht heißen muss, dass Ein- und Zweiteiler für Mädchen nach zweimal Schwimmen schlaff sitzen. Die Kindermode-Marke Tambere aus Südkorea verbindet behagliche Schnitte mit hübschem Design. Die Sommerkleider oder Blusen mit weiten Ärmeln sehen ein bisschen nostalgisch aus, das gilt auch für den gerüschten Badeanzug. Zu haben auch in Schokobraun mit himmelblauem Band - zu einem stolzen Preis, aber garantiert kneiffrei (59 Euro, etwa über meetmisterfred-shop.com).
Bei der Herrenmode-Schau in Paris ließ Thom Browne die Models über Rasen laufen, die Socken hochgezogen bis zur Wadenmitte. Vielleicht der Hinweis auf eine prestigeträchtige Kooperation des New Yorker Labels: Von der Saison 2018/2019 an stattet Thom Browne den FC Barcelona mit maßgeschneiderten Anzügen aus. Die Spieler werden sie als offizielle Kleidung bei Auftritten abseits des Fußballplatzes tragen. Wie die Anzüge aussehen, wird zum Saisonstart Mitte August enthüllt. Ihm schwebe ein "klassisches, handgefertigtes Kleidungsstück" vor, sagte der Designer in einem Interview. Gut möglich, dass sein Markenzeichen, ein rot-weiß-blaues Ripsband, in den Entwürfen auftaucht. Für Normalsterbliche bleiben die Outfits ein kostspieliges Vergnügen: Wadenstrümpfe gibt's ab 80 Euro, ein Anzug kostet mindestens 2000 Euro.