Süddeutsche Zeitung

Kurz gesichtet:Schöne Aussichten

Neue Brillen aus Holz, die besten Hüte für heiße Tage - und ein Poster für all diejenigen, die den Sommer überwiegend aus dem Büro erleben werden. Die Stil-News der Woche.

Von Anne Goebel, Tania Messner und Julia Rothhaas

Früher gehörte der Bucket Hat, auf Deutsch Anglerhut, zu Menschen mit harter Arbeit: Fischer, Farmer, wer immer sich vor Regen und stechender Sonne schützen musste. Heute tragen ihn gern Models wie Kaia Gerber, deren nicht ganz so rauer Job es ist, bei jedem Wetter makellos auszusehen. Vor ein paar Tagen spazierte die schöne Amerikanerin mit kleinem Schlapphut durch New York - es folgte sofortiger Trendalarm auf allen Kanälen. Die Kopfbedeckung, gern aus Popeline und lange als bieder verschrien, hatte unter Modeleuten schon vergangenen Herbst sprunghaft an Ansehen gewonnen. Damals lancierte Prada eine Neuauflage seines Nylon-Modells. Für den Sommer gibt es jetzt die leichteren Versionen aus Baumwolle, zum Beispiel von R 13 in Südsee-Farben (etwa über Net-a-porter.com).

Holz bleibt ein Werkstoff mit Überraschungspotenzial. Wood Textile, eine Mischung aus Furnier und Gewebe, soll künftig in der Mode Einsatz finden. Und ein junges Start-up-Unternehmen aus Bayern hat nun eine Brille aus Massivholz entwickelt. Das Label Freisicht bezeichnet sein filigranes Gestell als erste Brille, die aus einem einzigen Stück des Naturmaterials gefertigt und den Bedürfnissen des Kunden angepasst werde - ohne die sonst übliche Verwendung von Schichtholz oder Materialmischungen. Ihre sogenannte Woodflex-Technologie, mit der Walnuss oder Ahorn formbar gemacht und wieder gehärtet werden, hat sich das Team von Freisicht patentieren lassen. Jede Brille ist ein Unikat, dazu gehört ein Etui aus Eichenholz (freisicht-eyewear.com).

Wer diesen Sommer überwiegend aus dem Büro erleben wird, sollte nichts unversucht lassen, um ihn sich wenigstens stückchenweise an den Arbeitsplatz zu schummeln. Die doppelte Portion Eiscreme zur Mittagspause, der Eimer Wasser für die heißen Füße unterm Tisch - und ein Bild an der Wand, das einen zumindest gedanklich an den Pool oder Badesee fahren lässt. Das Poster mit den vielen Badenden von Fine Little Day von der schwedischen Illustratorin Elisabeth Dunker macht gute Laune, obwohl man erst nach Feierabend mitschwimmen kann (ca. 28 Euro, finelittleday.com).

Chanel hat mit Margot Robbie eine neue Markenbotschafterin für eines seiner Parfums bekannt gegeben. Damit reiht sich die australische Schauspielerin ("I, Tonya" oder "Maria Stuart") ein in die exklusive Riege aus Keira Knightley, Lily-Rose Depp und Kristen Stewart, die bereits ebenfalls für Parfums des Hauses werben. Welchen Duft Robbies Gesicht schmücken wird, verrät das Luxusunternehmen noch nicht - beim legendären "Chanel No. 5" wäre sie jedoch in bester Gesellschaft. Marilyn Monroe kostete die Marke seinerzeit keinen Cent, als sie 1954 auf die Frage, was sie zum Schlafen trage, antwortete: "Einen Tropfen Chanel No. 5". Spätere Testimonials waren etwa Schauspielerin Ali MacGraw oder Catherine Deneuve. 2012 verpflichtete Chanel dann sogar Brad Pitt als erstes männliches Werbegesicht für das ikonische Frauenparfum.

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SZ vom 08.06.2019
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