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Kurz gesichtet:Glanzvoll

Bühne Berlin: Eine Arbeit der Fotografin Anne Schönharting über die Kunstszene im Westen der Stadt.

(Foto: Anne Schönharting, aus: Berlin-Charlottenburg, 2012)

Eine Fotoausstellung feiert das Charisma der Metropole Berlin. Leuchten nur nachts: die Rucksäcke des jungen Startups Oak25. Und Designer Sebastian Herkner hat seinen lange erwarteten neuen Lounge Chair präsentiert.

Von Anne Goebel, Max Scharnigg und Silke Wichert

Berlin ist nicht immer eine Metropole gewesen - ein wichtiger Schritt dahin war vor hundert Jahren die Entstehung des Stadtgebiets mit dem unbescheidenen Namen Groß-Berlin. Das Jubiläum wird mit diversen Veranstaltungen und Projekten gefeiert, darunter die neue Ausstellung Diversität der Moderne - 100 Jahre Groß-Berlin im Haus am Kleistpark. Ein etwas sperriger Titel, aber die Schau ist lohnend. Zu sehen sind Arbeiten renommierter Fotografinnen und Fotografen, die in ihren Werken den schillernden, abseitigen, sehr unterschiedlichen Lebenswelten in der deutschen Hauptstadt nachspüren. Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 1989/90 bis 2017, vom Fall der Mauer bis zur Gegenwart, in der Berlin seinen Status als Synonym für lässige Kreativität und durchwachte Nächte geschickt zu pflegen weiß. Der Fotokünstler Michael Schmidt etwa hat den Zeitenwechsel der Wendejahre eindringlich dokumentiert, Göran Gnaudschun porträtiert die Punks am Berliner Alexanderplatz. Die großbürgerliche Kunstszene in Charlottenburg und ihre Selbstinszenierungen fängt die Fotografin Anne Schönharting ein: In ihren Werken zeigt sie bühnenhaft ausstaffierte Wohnungen wie die der beiden Stylisten Frank Dingel und Karsten von Kuczkowski (zu sehen bis 13. Dezember, hausamkleistpark.de, der Katalog erscheint im Lukas Verlag, lukasverlag.com).

Leuchtet nachts: Rucksack von Oak25.

(Foto: Hersteller)

Früh übt sich: Die Hamburger Jungunternehmer Jacob Leffers und Emil Woermann sind 20 und 19 Jahre alt - und haben schon als Schüler ihr eigenes Streetwear-Label Oak 25 gegründet. Inzwischen haben beide ihr Abitur in der Tasche und die ersten Produkte ihres Start-ups auf den Markt gebracht: einen Rucksack und eine Bauchtasche für Bewegungsfreiheit in der Stadt. Schlicht im Design und in den Farben nordisch reduziert auf Schwarz und Hellgrau, sollen die Unisex-Modelle vor allem Fahrradfahrer ansprechen. Und das wegen der besonderen Sicherheits-Ausstattung: Der Rucksack "Luminant Bag" (134 Euro) ist am Korpus und an den Trägern mit reflektierendem Stoff bezogen, damit man im Straßenverkehr auch bei Dunkelheit gut sichtbar ist - sind ja nur noch zwei Wochen bis zur Zeitumstellung. Nach dem selben Prinzip funktioniert die kleine Bauchtasche "Everyday Sling", zu haben für 34 Euro. Und natürlich gehört zu einem jungen Label auch Nachhaltigkeit: Robuste Materialien sollen die Oak25-Produkte langlebig machen. Der Versand erfolgt in unbeschichteten Kartonagen, das Füllmaterial besteht aus biologisch abbaubarer Kartoffelstärke (oak25.com).

Engagement ist gerade sprichwörtlich groß in Mode: Louis Vuitton schickte in Paris ein T-Shirt mit dem Appell "Vote" über den Laufsteg, Schuhmarken wie Saye pflanzen für jedes verkaufte Paar Bäume. Aber vor Pandemie, Klimawandel und Trump gab es ja schon andere Dinge, für die sich Designer engagierten. Die "Pink Pony"-Initiative von Ralph Lauren im Kampf gegen Krebs wurde vor mittlerweile 20 Jahren ins Leben gerufen. Zum Jubiläum startet auf der Website nun die Kampagne "Mehr Gespräche. Mehr Liebe", in deren Mittelpunkt Geschichten von Persönlichkeiten aus aller Welt stehen, die den Krebs erfolgreich besiegt haben. Darunter etwa der olympische US-Schwimmer Nathan Adrian oder die preisgekrönte Fotografin Ana Maria Arévalo Gosen. Klar, eine aktuelle Pink Pony Kollektion gibt es dazu auch, und deren Erlöse gehen weiterhin zu 25 Prozent an die Krebsforschung (ralphlauren.de).

Angedeutete Umarmung: der Loungechair Let.

(Foto: Hersteller)

Sowohl der Designer Sebastian Herkner als auch der dänische Hersteller Fritz Hansen haben einen guten Ruf, was Sitzmöbel angeht. Die erste Zusammenarbeit der beiden wurde deshalb in der Branche mit Spannung erwartet. Enthüllt wurde jetzt ein neuer Lounge Chair, der auf den Namen "Let" hört und mit seinen charakteristischen Seitenflügeln eine freundliche Umarmung andeutet. Beim Gestell sieht das Design Varianten aus Stahl-, Chrom- oder Holzbeinen aus Eiche oder Esche vor. Gedacht ist der komfortable Fauteuil nicht nur für den privaten Bereich, sondern auch für Empfangsräume oder Hotellobbys. Die handwerklich hochwertige Verarbeitung ohne Klebstoffe lässt eine Dampfreinigung zu - das soll den Sessel auch zu einer Option an stark beanspruchten Orten machen (Preis ab 1323 Euro, Info unter fritzhansen.com).

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