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Kurz gesichtet:Glänzende Aussichten

Ein goldener Füller für extreme Sammler, eine Politikerin, die geschminkte Wahrheiten verbreitet, ein ungewöhnliches Spielgerät für Kinder und eine Erinnerung an wärmere Zeiten. Das und mehr in den Stil-News der Woche.

Von Georg Cadeggianini, Julia Rothhaas, Max Scharnigg

(Foto: Olff Appold)

Kommen mit einem edlen Schreibgerät auch automatisch Premium-Gedanken aufs Papier? Ausprobieren ließe sich das auf jeden Fall mit der neuen Victor-Hugo-Edition des Hamburger Herstellers Montblanc. Vier verschiedene Schreibgeräte aus den Montblanc-Ateliers sollen mit ihren kunstsinnigen Details den französischen Schriftsteller würdigen. Darunter ist auch eine besonders luxuriös gestaltete Mini-Serie, deren Füller aus massivem Gold mit formvollendeter Plique-à-Jour-Emaille-Technik verziert und auf acht Exemplare weltweit limitiert sind - für extreme Sammler mit entsprechenden finanziellen Möglichkeiten. Der Einstieg in die neue Victor-Hugo-Schreibklasse ist aber auch schon dreistellig möglich. Eine schöne Handschrift sollte man allerdings in jedem Fall mitbringen (montblanc.com).

Der Münchner Leuchtenhersteller Occhio hat mit seinem Konzept aus innovativer Lichttechnik und edler Verarbeitung offenbar den Nerv der Zeit getroffen. Jedenfalls vermeldete das Unternehmen mit Sitz in Haidhausen und 200 Mitarbeitern nach zuletzt schon zwei Rekordjahren auch für das jetzt abgelaufene Geschäftsjahr wieder 30 Prozent Umsatzplus - trotz oder vielleicht auch wegen Corona. Manch ein Kunde mag ja erst durch den Lockdown auf die Idee zu ein bisschen mehr Licht daheim gekommen sein. Occhio wurde 1999 von Axel Meise gegründet und setzt auf besonders elegante Leuchten mit einem Hauch Magie - so ist das Erfolgsmodell Mito nicht nur ein skulpturaler Lichtring, sondern lässt sich auch per Gesten steuern, dimmen und vor allem in seiner Lichtfarbe von warmem Wohlfühllicht bis zu kühlem Arbeitslicht einstellen. Vielleicht ist dies das Geheimnis des jüngsten Erfolges: multifunktionale Homeoffice-Technik und berührungslose Funktion sind ja gerade ohnehin sehr gefragt (occhio.de).

(Foto: PR)

Die meisten Spielgeräte haben einen klar definierten Einsatz wie Rutschen, Wippen, Schaukeln. Die Stapelsteine hingegen lassen sich verwandeln in: Walze, Hut, Wurfgeschoss, Trommel, Balanceboard, Hocker, Twister, Wasserbombe und vieles mehr. Quietschbunt, styroporleicht, fast unkaputtbar erinnert der multifunktionale Baustein an eine dicke Salatschüssel, die sich anfühlt wie eine Mischung aus Turnboden und Raufasertapete. Wenn die Kinder müde sind, lassen sich die Stapelsteine leicht aufeinandergesteckt verstauen. Geeignet sind sie für Kinder ab einem Jahr, weil sie weichmacherfrei und bissfest sind. Darüberhinaus können sie zu 100 Prozent recycelt werden. Spaß machen sie allerdings erst, wenn man einen ganzen Haufen zu Hause hat (6 Stück in Regenbogenfarben für 154,99 Euro, stapelstein.de).

Schönheitstipps von Politikern? Bekommt man eher selten, was vielleicht auch nicht so schlimm ist, wenn man an so manches Fiasko in Sachen Haarfarbe denkt. Wie man Beauty und Politik elegant miteinander verbinden kann, hat nun die US-amerikanische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, auch als AOC bekannt, gezeigt. Die plauderte in einem Make-up-Tutorial für Vogue vor einem Spiegel fröhlich über Sonnenschutz, Concealer (Augenringe wegen Überstunden) und markante Augenbrauen - nicht ohne nebenbei auch Themen wie die Tamponsteuer, das Patriarchat und die Wichtigkeit einer ordentlichen Gesundheitsversorgung anzuschneiden. Dabei verriet die mit 30 Jahren jüngste Abgeordnete auch, dass ihr die knallrot geschminkten Lippen (ihr Markenzeichen) bei der Bewerbung um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus einen Auftrieb in Sachen Selbstbewusstsein gegeben habe. Ihr Favorit: ein Liquid-Lippenstift der Marke Stila in der Farbe Beso. Die Beauty-Firma aus den USA gibt an, alle Produkte ohne dem Einsatz von Tierversuchen zu produzieren, bislang kann man sie nur über Großbritannien bestellen (stila.co.uk).

(Foto: PR)

Bald ist sie vorbei, die Zeit, in der ein bisschen Leder in Form einer Sohle und ein paar Bändern als Fußbekleidung ausreichend war. Die Sandalen verschwinden wieder im Schrank und warten auf den nächsten Sommer. Ein wenig Trost verspricht da der Hersteller Ancient Greek Sandals aus Griechenland, dessen Schnallen ganz Götterboten-mäßig aussehen wie ein kleiner Flügel. Als Erinnerung an wärmere Zeiten gibt es jetzt einen Schlüsselanhänger aus Leder in Flügelform in vier verschiedenen Farben (natur, schwarz, silber, platingold). Möge die Zeit bis 2021 also nur so dahinfliegen! (45 Euro, ancient-greek-sandals.com).

© SZ vom 29.08.2020
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