Kurz gesichtet Drunter und drüber

Unterwäsche aus Bio-Baumwolle? Sieht neuerdings sexy aus. Creed lanciert sein Kinderparfum neu - und Armani entwirft für Fußballer.

Von Anne Goebel, Tania Messner, Julia Rothhaas und Max Scharnigg

Klassiker in der Mode gibt es so einige, dieser hier ist meistens unsichtbar: schwarze Spitzenunterwäsche. Schade eigentlich, wo doch sexy inzwischen auch nachhaltig sein kann. Wie das geht, zeigt zum Beispiel das Label Lovjoi aus Baden-Württemberg, das bereits mit seiner "Just in time"-Produktion aufgefallen ist, je nach Order und unter Vermeidung von unnötigem Ausschuss. Für die Wäschekollektion "Intimates", die es ausschließlich in Schwarz gibt, wird nur Bio-Baumwolle verwendet. Spitze und Elasthan-Bänder bestehen aus recycelten Materialien, die BH-Cups werden ohne Polyurethan-Schaum produziert. Ein ziemlich zeitgemäßer Klassiker eben (lovjoi.com).

Jean Cocteau nannte sie die "Kaiserin der Schönheit", ihr Auftreten war tatsächlich imperial: Helena Rubinstein, vom einfachen Mädchen aus Krakau zur Großunternehmerin aufgestiegen, gilt als Pionierin der modernen Kosmetikindustrie. Jetzt widmet ihr das jüdische Museum in Paris eine Ausstellung. "Helena Rubinstein. L'aventure de la beauté" zeichnet den abenteuerlichen Lebensweg einer willensstarken Frau nach. Gezeigt werden mehr als 300 Objekte, Fotos und Teile von Rubinsteins avantgardistischer Kunstsammlung. Die Tochter eines jüdischen Lebensmittelhändlers begann ihre Karriere während eines Intermezzos in Australien, wo sie erste Tiegel mit reichhaltiger Creme an Farmerinnen verkauft haben soll. Bei ihrem Tod als 94-Jährige in New York hinterließ sie 1965 ein millionenschweres Unternehmen. Die Luxusmarke Helena Rubinstein gehört heute zum L'Oréal-Konzern (bis 25. August, mahj.org).

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Parfum für Kinder braucht die Welt nicht am dringendsten, das sagt man ja auch gelegentlich vom Adel - und doch mindert es die Vorfreude auf den königlichen Nachwuchs von Herzogin Meghan und Prinz Harry nicht. Und weil bald eine Prinzessin oder ein Prinz auf die Welt kommt, wird der Duft "Creed for Kids" auch neu vermarktet. Der Parfumeur Olivier Creed und sein Sohn Erwin führen den britischen Traditionsbetrieb, 1760 als Modehaus gegründet, in der sechsten und siebten Generation. Erst Olivier Creed wandelte die Firma ganz zum Düfte-Haus um, aber für die Vermarktung macht sich die Jahreszahl 1760 gut. Die Creeds sind Profis, nicht nur für edle Nuancen, sondern auch für das sogenannte Narrativ, das ihre Kreationen begleitet. In diesem Fall hat Antoine de Saint-Exupérys "Kleiner Prinz" Creed bereits 2016 zu der alkoholfreien Komposition inspiriert. Das Parfum riecht nach Pflaume, Apfel, Grapefruit und Rose. Aber weil Kinder sich letztendlich doch nicht so sehr für Parfum interessieren, sind es häufig Frauen, die den unschuldigen Duft tragen (100 ml für 140 Euro, erhältlich in Creed-Boutiquen etwa in Wien oder London).

Giorgio Armani stattet die italienische Fußballnationalelf aus. Neben schmal gehaltenen Anzügen für die Männermannschaft hat der Mailänder Designer auch seine Entwürfe für das U 21- sowie das Damenteam vorgelegt - für Letztere sind sportlich geschnittene Zweiteiler in Marineblau vorgesehen. Die Sportler werden bei Auftritten abseits des Spielfelds außerdem Sonnenbrillen der Zweitlinie Emporio Armani tragen, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Italienische Sportfunktionäre kommentierten, nun müsse sich neben der "eleganza" auch der Erfolg wieder einstellen. Italien hatte sich für die WM 2018 nicht qualifiziert.

(Foto: Morgane Le Gall)

In Paris haben die Designer Ronan & Erwan Bouroullec sechs neue Brunnen gestaltet, die am vergangenen Donnerstag offiziell eingeweiht wurden. Beauftragt von der neuen "Fonds pour Paris"-Stiftung, werden mit den Brunnen die renovierten Bassins aus dem 19. Jahrhundert bewässert, die auf dem Rond-Point der Champs-Élysées zwischen der Place de la Concorde und dem Triumphbogen gelegen sind. Jeder Brunnen hat einen zentralen Mast aus Bronze, an dem 258 LED-beleuchtete Kristallelemente der österreichischen Firma Swarovski glitzern. Für den Betrachter entsteht dabei der Effekt eines sanft kreisenden Kronleuchters, bei dem das Wasser, das durch die Kristalle plätschert, für ständig wechselnde Lichteffekte sorgt. Ziel von Ronan & Erwan Bouroullec war eine geometrische Ästhetik, die sich ideal in die urbane Landschaft einfügt und trotzdem als Hommage an das historische Umfeld wahrgenommen werden kann. An der Fertigstellung der Brunnen waren 40 Unternehmen und 250 Akteure beteiligt.