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Kurz gesichtet:Aufatmen

Schön entspannen: Gesichtscreme von Max and Me.

(Foto: Hersteller)

Endlich kommt der Frühling - zum Beispiel mit einer Picknickdecke auf Bayerisch, Schuhen für die Ohne-Socken-Saison und Naturkosmetik zum Entspannen. Die Stilnews der Woche

Von Anne Goebel, Julia Rothhaas und Silke Wichert

Je anstrengender der Alltag da draußen ist (und bleibt), umso wichtiger wird Körperpflege als Entspannungsritual genommen: Naturkosmetikprodukte boomen, wenn sie bei der Anwendung nicht nur das Gefühl vermitteln, der eigenen Haut etwas Gutes zu tun, sondern auch der Psyche und dem gesamten Naturkreislauf gleich mit dazu - durch biologische Inhaltsstoffe oder weniger Plastik. Auch Max and Me gehört zu den Marken, die von diesem Trend profitieren und schon im Namen eine geschickte Botschaft verpacken: Wer es nach einem üblen Tag zwischen Home-Schooling und Fernkonferenzen nicht mehr zum Waldbaden schafft, will abends wenigstens nicht mit industriellen Tiegeln hantieren, sondern hat es gerne individueller. Hinter Max and Me verbergen sich die Gründer des Labels aus Wien, Tanja und Max Gruber, die ihre Cremes, Gesichtsmasken und Körperöle als holistische Kosmetik begreifen. Begriffe wie Fürsorge, Beruhigung, Trost spielen eine große Rolle - wer könnte das zur Zeit nicht gebrauchen? Und wenn nur als einen Klacks Creme mit dem schönen Namen "Rescue Balm" (75 Euro, maxandme.at).

Die Schuhe von Cecilie Bahnsen für Hereu sind ein Mix aus Ballerina und Schläppchen.

(Foto: Hersteller)

Langsam kommt der Frühling, und irgendwann auch die Ohne-Socken-Phase. Wer diese Zeit zwar bequem, aber trotzdem nicht schluffig begehen will, sollte sich die neue Kooperation von Cecilie Bahnsen und Hereu anschauen: Aufstrebende dänische Designerin (geliebt für voluminöse Silhouetten) trifft aufstrebendes spanisches Schuhlabel (bekannt für moderne Loafer), dabei herausgekommen ist ein Hybrid zwischen Ballerina und Schläppchen, der sowohl an den Strand wie auch in die Stadt passt. Das Obermaterial, das erst aussieht wie gewachstes Leinen, ist in Wirklichkeit gewebtes Plastik, das von der dänischen Marke Casc8 mit in Indien gesammelten Abfällen produziert wird. Weniger Spuren in der Natur hinterlässt dieser Schuh also auch noch (ceciliebahnsen.com).

Die Colomba di Pasqua, der Kuchen zu Ostern in stilisierter Tauben-Form, ist in Italien eine Art Heiligtum, dem man sich vor den Feiertagen mit Ernst und in spendabler Grundstimmung widmet. Welche Firma ist die beste, sieht die Verpackung hübsch genug aus und vor allem: Was ist drin? Denn auf die üppige Anreicherung des luftigen Teigs kommt es an, manchen genügt die dicke Schicht Zuckerstreusel obendrauf, andere wollen Schokocreme als Füllung. Eataly bietet eine Colomba-Auswahl, die keinen echten Bummel durch ein echtes Feinkostgeschäft am Lago Maggiore oder in Genua ersetzt. Aber die Basics sind vorrätig, Classica oder Gran Cioccolato. Alles andere dann, schweren Herzens, nächstes Jahr (ab 14 Euro, eataly.net).

Ob ein Lippenstift vegan ist, fragen sich wahrscheinlich die wenigsten - aber wer es mit "cruelty free"-Produkten wirklich genau nimmt, sollte auch auf Kleinigkeiten achten. Zum Beispiel auf die winzigen Cochenille-Schildläuse, aus denen der rote Farbstoff Karmin gewonnen wird. Die weiblichen Tiere der Insektenart werden zu Pulver zerkleinert, der so gewonnene natürliche Farbstoff kommt in Spirituosen oder Marmeladen und eben in der Kosmetik zum Einsatz. Die Firma Hourglass hat jetzt einen Lippenstift entwickelt, der seine tiefrote Farbe ohne Zusatz von Karmin erhält. Der "Confession Lipstick Red 0" - die Zahl bezieht sich auf null tierische Inhaltsstoffe - ist nachfüllbar, der schmale Behälter ist mit einem stilisierten Käfer verziert. So hat man sein gutes Gewissen bei jedem Lippen-Nachziehen vor Augen (43 Euro, hourglasscosmetics.com).

Frühlingspicknick? Zum Beispiel mit der gemusterten Decke von Steffi Bauer.

(Foto: Hersteller)

Gerade noch unvorstellbar, aber die Zeit wird kommen, in der wir wieder einen ganzen Tag lang draußen herumliegen werden. Dieser Moment sollte gefeiert werden, also mindestens mit einem Glas Champagner aus der Tiefkühltasche, aber auch der Untergrund darf dann diesem heiß herbeigesehnten Anlass entsprechen. Textildesignerin Steffi Bauer aus München, die für ihre Gute-Laune-Entwürfe bekannt ist, hat gemeinsam mit dem Illustrator Michael Wiethaus eine hochwertig gewebte Decke entworfen, auf der man am liebsten sofort Platz nehmen möchte. "Tiachi" klingt zwar nach einer chinesischen Vorspeise, gemeint sein soll mit dem ungewöhnlichen Namen aber das Wort "Tuch" oder "Decke" auf Bayerisch. Brezn, Radieschen und eine Maß Bier sind immerhin schon darauf zu sehen. In diesem Sinne eignet sich die Decke aus Biobaumwolle, gefärbt mit Naturfarben wahlweise in Blau und Gelb, auch sehr gut als Tischdecke im Biergarten (Limited Edition, 125x150 cm, 150 Euro, derbutter.com).

© SZ
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