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Kurz gesichtet:Alles neu im Mai

Von H&M gibt es eine eigene Kollektion nur für Berliner, Architekt David Chipperfield hat die Espressokanne überarbeitet und Birkenstock setzt auf Hotelschlappen.

(Foto: Hersteller)

Billige Hotelschlappen verwandeln Gäste in schlurfende Frottee-Lemminge. Dass es auch anders geht, zeigt die neue Kooperation von Birkenstock: Neben einer Kollektion mit dem US-Designer Rick Owens und einer Edition mit dem Berliner Magazin 032c hat die Marke mit dem legendären Hotel "Il Pellicano" in der Toskana zusammengearbeitet. Die Fliesen dort haben garantiert noch keine Schlappe gesehen, viel zu profan. Hier wohnten schließlich schon Leute wie Henry Fonda und Gianni Agnelli. Bequem soll es im Urlaub trotzdem sein. Entworfen wurden also sieben eher mondäne Modelle des Birkenstock-Klassikers "Arizona", mit Riemen aus Raffia und Lederfinish, aus Seidensatin oder Samt. Der Name der Kollektion: "Il Dolce Far Niente", "das süße Nichtstun" - zum Reinschlüpfen, nicht Reinschlurfen (Vorbestellen unter matchesfashion.com, ab 15. Juni im Handel).

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(Foto: Hersteller)

Nanu, das ist doch? Genau, eines der prägendsten Alltagsdesigns des 20. Jahrhunderts, die "Moka Express" von Bialetti, die seit Jahrzehnten in unzähligen Haushalten die einfache Kaffeeversorgung bewerkstelligt. Im Auftrag von Alessi hat sich der britische Architekt David Chipperfield nun der alten Kanne angenommen und sie als "Moka" sanft remixt. Alle Beteiligten waren sich im Klaren, versicherte Chipperfield beim "Salone del Mobile" in Mailand, dass man eine Ikone nicht groß verändern sollte. Nur ein paar kleine Verbesserungen waren es schließlich, die er vornahm. Dazu gehören der abgeflachte Deckel, auf dem man jetzt eine Espressotasse vorwärmen kann, oder der verschobene Knauf, dank dem sich die Kanne jetzt mit einer Hand öffnen lässt. Mit Preisen ab 28 Euro ist sie vermutlich das günstigste Stück Chipperfield, das man erwerben kann. Und Alfonso Bialetti, der das ursprüngliche Design in den 1930er-Jahren erfand, hätte wahrscheinlich nichts dagegen gehabt - er war der Großvater mütterlicherseits von Firmenchef Alberto Alessi.

Die Mode versucht sich am alten Lokalteil-Prinzip: Seit Donnerstag hängt in acht H&M-Filialen an der Spree die erste Berlin Collection, Entwürfe mit einzigartigem "Hauptstadtgefühl", wie es aus Schweden heißt. Demnach stehen die Berliner auf Blazer zu Radlerhosen, mintfarbene Anzüge mit weiter Hose, Handtaschen in Netzoptik - wobei das wohl eher auf Mitte und Neukölln zutrifft als auf Spandau oder Grunewald. An sich eine hübsche Idee, das Angebot noch genauer auf die Kunden zuzuschneiden, die in der föderalen Vielfalt Deutschlands gern ganz anders ticken und sich anders stylen als ihre Landsleute ein paar Kilometer weiter. Aber warum nur Berlin? München, Köln, Pforzheim: Haben die in Modedingen etwa kein spezielles "Wir-Gefühl"? Ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis auch der Store in Bergisch-Gladbach sein regionales Angebot bekommt.

(Foto: Gestalten)

Kochbücher mit Fotos, bei denen einem das Wasser im Mund zusammenläuft, gibt es jede Menge. Beth Walrond gelingt der gleiche Effekt mit Illustrationen - obwohl "So schmeckt die Welt" nicht mal eine Rezeptsammlung ist. Der Band, erschienen in der Kinderbuch-Reihe des Gestalten Verlags, ist ein kulinarischer Grundkurs für junge Leser. Eingeteilt nach Kontinenten, werden Gerichte, typische Zutaten und Feste rund um den Globus vorgestellt: Was hat es mit den gebratenen Speisen beim indischen Lichterfest auf sich? Wie viele Sorten Käse gibt es in Frankreich, wonach schmecken argentinische Empanadas? Die britische Grafikerin, die für das Brummell Magazine und die New York Times arbeitet, bringt in ihrem ersten Buch viel Wissenswertes unter. Walrond hat sich außerdem, in bester angloamerikanischer Tradition, nicht an die öde Trennung von Sachbuch und schönem Buch gehalten. "So schmeckt die Welt" ist informativ - und eine Augenweide. Angefangen vom Vorsatzpapier in der Farbe von Pfirsicheis bis zu den appetitlichen Zeichnungen. Auch für erwachsene Foodies geeignet (24,90 Euro, gestalten.com).

Anfang März wurde die 21-Jährige vom Magazin Forbes zur jüngsten Selfmade-Milliardärin aller Zeiten gekürt. Um sich den Titel weiter zu sichern, bringt Kylie Jenner , die Halbschwester von Kim Kardashian, nach einer eigenen Kosmetiklinie nun Hautpflegeprodukte auf den Markt. Verkaufsstart ist der 22. Mai. Und danach geht es munter weiter: Eine Marke für Cremes, Puder und Mode für Babys soll bereits in Planung sein.