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Kochnische zu griechischem Neujahrskuchen:Süßer Glücksbringer

Vasilopita

Ein Rührkuchen mit Cognac und Zitrusfrüchten, der nicht nur an Neujahr, sondern auch zum sonntäglichen Kaffeekranz schmeckt.

(Foto: Christina Metallinos)

Während viele das neue Jahr mit einer Diät beginnen, geht in Griechenland die Völlerei weiter. Mit einem Kuchen, der nicht nur schmackhaft ist, sondern auch eine Extraportion Glück verspricht.

Während vielerorts das Neujahr mit guten Vorsätzen und gesundem Essen beginnt, geht in Griechenland die Völlerei weiter. Im Namen eines Heiligen. Hier bekommen die Kinder ihre Weihnachtsgeschenke erst am Basilius-Tag. Dazu gibt es einen speziellen Kuchen: Vasilopita, quasi den Kuchen des Heligen Basilius, den man auf Griechisch Vasílios ausspricht. Zur Erinnerung an den Bischof, der den Armen half, wird in den Kuchen eine Münze eingebacken. Und wer die in seinem Stück findet, startet angeblich mit einer Extraportion Glück ins neue Jahr.

Kuchen nach diesem speziellen Glücksprinzip gibt es zu Jahresbeginn in einigen Ländern. In Frankreich und Spanien etwa werden zum Dreikönigstag Mandelkuchen und Hefekranz serviert, in die Bohnen eingebacken wurden. In Griechenland wird die Vasilopita unter Familienmitgliedern und Gästen verteilt, die bedächtig darin herumstochern und auf die geheime Zutat hoffen.

Der Brauch erinnert an eine Legende, die man sich über den Namensträger erzählt. Basilius war im vierten Jahrhundert nach Christus Bischof von Caesarea. Er soll damals einen Steuererlass erwirkt und unter den Armen auf besondere Weise verteilt haben: Er ließ die Besitztümer, die zuvor von den römischen Statthaltern eingetrieben wurden, in große Brote einbacken. Jeder Bürger bekam ein Stück ab. Und auf wundersame Weise soll jeder genau die Kostbarkeiten, die er zuvor abtreten musste, in seinem Teil wiedergefunden haben.

Heute ist Basilius in der orthodoxen Kirche ein wichtiger Heiliger. Die griechische Vasilopita existiert inzwischen in so vielen Varianten wie es Familien gibt, in denen der Kuchen gebacken gibt. Diese hier ist simpel, saftig und verströmt einen wunderbar heimeligen Geruch: Ein Rührkuchen mit Cognac und Zitrusfrüchten, der nicht nur an Neujahr, sondern auch zum sonntäglichen Kaffeekranz schmeckt. Und noch dazu Spannung verspricht.

Für eine Springform mit 22 cm Durchmesser

4 Eier, Größe L

180 g Zucker

160 g weiche Butter

300 g Mehl

3 TL Backpulver

¼ TL Natron

1 Bio-Orange

1 Bio-Zitrone

4 EL Cognac

Außerdem: Münze, hitzebeständige Frischhaltefolie

Zubereitung

Ofen auf 170°C vorheizen. Orange und Zitrone heiß abwaschen und die Schale von beiden Früchten fein abreiben. Dabei möglichst wenig vom bitteren, weißen Teil mitreiben. Orange auspressen und den Saft auffangen. Butter und Zucker mit einem Rührgerät schaumig aufschlagen, danach ein Ei nach dem anderen unterrühren. Anschließend Orangensaft und Cognac dazugeben. In einer separaten Schüssel Mehl, Backpulver und die Zitrusschalen mischen.

Eine Münze nach Wahl gründlich abspülen, abtrocknen und in Frischhaltefolie wickeln. Springform buttern und mit Mehl ausstäuben. Trockene Zutaten zu den feuchten Zutaten geben und zu einem glatten Teig verrühren. In die Springform füllen und die eingewickelte Münze in den Teig drücken und vollständig bedecken. Im vorgeheizten Ofen etwa 45 Minuten backen. Danach den Kuchen auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäubt servieren.