Kochnische zu Giouvetsi Das Beste zum Schluss

Lieblingsgericht der Autorin:der griechische Auflauf Gouvetsi.

(Foto: Christina Metallinos / SZ.de)

Griechen essen nur Fleischplatten und Moussaka? Von wegen. Dieser Nudelauflauf steht auf der Karte kaum eines Restaurants, ist aber fester Bestandteil der griechischen Küche - und das Lieblingsessen der Kochnischen-Autorin.

Von Christina Metallinos

Nicht Schnitzel, nicht Bolognese, nicht Milchreis - mein Lieblingsessen kennt hierzulande niemand. Als Foodblogger wird man ständig nach dem besten aller Essen gefragt, nach dem einen, von dem man nicht genug bekommen kann. Wegen seiner mangelnden Bekanntheit antworte ich schon gar nicht mehr mit dem Namen des Gerichts, sondern beschreibe es lieber, in all seiner Großartigkeit.

Man stelle sich zart geschmortes, saftiges Fleisch vor, gekreuzt mit dem Geschmack von Nudeln in Tomatensauce, dazu eine Vielfalt griechischer Kräuter und Aromen, nämlich Nelke, Zimt, Lorbeer und Thymian. Gestatten: Mein Name ist Metallinos und ich esse am liebsten Giouvetsi.

Dafür werden reisförmige Kritharaki-Nudeln in einer Tomaten-Fleisch-Sauce im Ofen gegart und saugen so deren Geschmack auf - ein Aroma, das man nie hinbekäme, wenn man die Nudeln klassisch in einem Topf mit Salzwasser kochen würde. Traditionell wird Giouvetsi mit Kalb- oder Lammfleisch zubereitet, sehr gut schmecken aber auch Varianten mit Rind oder Huhn.

Giouvetsi ist eines der Gerichte, die es in meinem Elternhaus oft sonntags zum Abendessen gab. Der Duft erfüllte meist schon stundenlang zuvor das Haus und steigerte die Vorfreude. Ich bin davon überzeugt, dass ein Gericht dann zum Lieblingsessen wird, wenn man damit Erinnerungen wie diese verbindet. Sei es der letzte Urlaub, die eigene Kindheit oder eine besondere Person, die es für jemanden zubereitet. In diesem Fall mein griechischer Vater - der übrigens auch Pate für das allererste Gericht in der Kochnische war, die Dorade aus dem Ofen.

Zutaten für vier Portionen

500 g Kalbfleisch (z.B. Nuss oder Oberschale)

1 Zwiebel

1 EL Tomatenmark

1 Dose Tomatenstücke

400 ml Kalbsfond

1 Nelke

1/4 TL gemahlener Zimt

2 Lorbeerblätter

2 Zweige Thymian

400 g Kritharaki (reisförmige Nudeln, auch Orzo genannt, aus dem Feinkostregal)

50 g Parmesan

Salz, Pfeffer, Olivenöl

Zubereitung

Kalbfleisch in etwa drei Zentimeter große Würfel schneiden. Zwiebel schälen und fein hacken. Olivenöl erhitzen und Fleisch scharf anbraten. Rundum bräunen, Zwiebel hinzugeben und bei mittlerer Hitze andünsten. Tomatenmark zugeben und eine weitere Minute dünsten.

Mit Kalbsfond ablöschen. Tomatenstücke, Nelke, Zimt, Thymian und Lorbeerblätter hinzufügen, mit Salz und Pfeffer würzen. Zugedeckt 30 Minuten köcheln lassen.

So sieht Gouvetsi aus, wenn es aus dem Ofen kommt.

(Foto: Christina Metallinos / SZ.de)

Ofen auf 200°C vorheizen. Traditionell wird jede Giouvetsi-Portion in einem eigenen feuerfesten Schmortopf mit Deckel gebacken, ähnlich der kleinen französischen Cocotte. Es funktioniert aber auch eine große Aufflaufform mit Deckel für die Gesamtmenge.

Fleisch aus der Sauce holen und in die Form geben. Die ungekochten Kritharaki-Nudeln darauf verteilen. Sauce kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken, sie darf fast schon ein wenig versalzen schmecken. Jetzt über den Kritharaki verteilen. Die Flüssigkeit sollte etwa einen Zentimeter über den Nudeln stehen, gegebenenfalls mit heißem Wasser auffüllen. Den Auflauf bei geschlossenem Deckel 30 Minuten im Rohr garen.

Parmesankäse reiben. Deckel von der Form nehmen und offen zehn Minuten im Ofen lassen. Wenn die Kritharaki-Nudeln gar sind, den Parmesankäse darüberstreuen und für fünf Minuten überbacken. Das Giouvetsi aus dem Ofen holen, kurz durchziehen lassen und servieren.

Liebe Leser, nach einem erfolgreichen Jahr endet mit dieser Folge die Kochnische. Nicht traurig sein! Fortsetzung folgt, am übernächsten Freitag. In unserem neuen Kochblog "Netzküche" testet unsere Autorin Kathrin Hollmer künftig alle zwei Wochen Koch-Trends und -phänomene aus dem Netz - manchmal zusammen mit ihrer Oma, von der sie mehr übers Kochen weiß, als das Internet hergibt.