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Kurz gesichtet:Schimmernde Aussichten

Produktiver arbeiten: am Stehpult Harmoni.

(Foto: Hersteller)

Perlen am Hemdkragen von Simone Rocha, eine nach Blumengärten duftende Deocreme und ein Stück aus Kenzo Takadas Privatbesitz für daheim: Der Frühling zeigt sich gewohnt frisch.

Von Anne Goebel, Julia Rothhaas, Max Scharnigg und Silke Wichert

Einen neuen Vorschlag für besseres Arbeiten im Home-Office macht das ganz junge britische Start-up Harmoni. Im ersten Lockdown entwickelte das Team aus Manchester kurzerhand einen Aufsatz-Tisch namens "Harmoni Stehpult", der sich aus vier Holzteilen zusammenstecken lässt und dann einen verstellbaren Platz für Laptop und Tastatur bietet - Arbeiten auf Augenhöhe sozusagen, mit ansprechendem Design. Damit kann jeder Tisch zu Hause in einen rückenschonenden Steh-Arbeitsplatz umgebaut werden und sich genauso schnell wieder zurückverwandeln. Immerhin ergab eine Studie des Texas A&M Health Science Centre, dass die Arbeitsproduktivität im Stehen um 46 Prozent gesteigert werden kann. Auch ohne Leistungssteigerung: Für den Rücken und gegen das allgemeine Versacken im Home-Office ist Stehen vermutlich allemal besser als der alte Küchenstuhl. Auch Unternehmen, die ohne großen Aufwand die bestehenden Arbeitsplätze umrüsten wollen, soll das formschöne Set ansprechen (ab 195 Euro, harmonidesk.com).

Vogue HK x Kenzo Takada

Erinnerung an den Meister: Kenzo Takada.

(Foto: Mitchell Geng/Hersteller)

Er galt als besonders scheu und zurückhaltend, doch nun kann man dem legendären Kenzo Takada ein Stückchen näher kommen. Der im vergangenen Oktober gestorbene Modedesigner lebte mehr als 15 Jahre in einem großzügigen Appartement in Paris, sein Wohnstil erinnert an seine Modeentwürfe: Eleganz aus Ost und West, eine eklektische Mischung verschiedener Kulturen, Farben und Strukturen. Am 11. Mai werden nun knapp 600 Stücke aus seinem Privatbesitz vom französischen Auktionshaus Artcurial versteigert. Darunter etwa ein Hinoki-Pferd aus Holz aus der Han-Dynastie, ein Buddha aus dem dritten Jahrhundert oder ein mächtiger Kronleuchter aus seinem Wohnzimmer. Zudem werden Fotografien von William Eggleston angeboten, japanisches Steinzeug und Murano-Glas sowie Gemälde vom Meister selbst. Parallel dazu können online hundert Kleidungsstücke aus seiner Sammlung ersteigert werden (artcurial.com).

Der Markenname NKM klingt eher wenig blumig und emotional, hat sich aber wohl genau so natürlich ergeben wie alles bei dieser Marke. Mareike Peters, gerade mal Mitte zwanzig, fing auf Instagram an, sich mit Hautproblemen und deren pflanzlichen Gegenmitteln zu beschäftigen. Wegen der großen Nachfrage gründete sie schließlich ihre eigene Linie, Naturkosmetik München, kurz also NKM. Produziert wird ausschließlich lokal, alle Inhaltsstoffe sind zu hundert Prozent natürlich, ohne Füllstoffe oder Verlängerungsmittel, vegan und tierversuchsfrei. Das neueste Produkt ist eine Deodorantcreme, die - bei Körperreinigung ausschließlich mit Wasser - tagelang vor Geruch schützen soll. Weil Glas in der Herstellung sehr energieintensiv ist, wurde als Verpackung leichtes, recycelbares Aluminium verwendet. Das Unisex-Deo gibt es in zwei Varianten: "herb" duftet nach Wald- und Tannenbäumen, "lieblich" nach Geranien und Blumengärten (30ml für 22 Euro, nkm-atelier.de oder im NKM-Store in München).

Simone Rocha: eine Hommage an unangepasste Frauen.

(Foto: Simone Rocha x HM/Hersteller)

Perlen galten als Inbegriff für konservativen Schmuck, gerade bekommen sie einen neuen Dreh. Kamala Harris ist ein erklärter Fan schimmernder Ketten, und auch die zweite Lieblingsfigur des progressiven Amerika, die Lyrikerin Amanda Gorman, setzt bei ihren starken Auftritten auf (scheinbar) mädchenhaftes Perlmutt. Da fügt es sich bestens für H&M, dass die neue Designer-Kollektion des schwedischen Konzerns genau ins Schema passt: Ergebnis der Zusammenarbeit mit Simone Rocha sind jede Menge perlenbesetzte Details, an Hemdkragen etwa oder an schwarzen Boots mit Plateauabsatz. Die irische Designerin, bekannt für eine Mixtur aus romantischen Elementen wie Tüll oder rosa Farbnuancen und Punk-Anleihen, versteht ihre Kollektionen als Hommage an "unangepasste Frauen" wie die exzentrische Künstlerin Louise Bourgeois. "Sie wäre meine Traum-Sitznachbarin für ein Dinner, wenn ich einen Wunsch frei hätte", so Rocha. Mit ihrer gewohnt kontrastreichen Kollektion für H&M, die zum zehnjährigen Bestehen ihres eigenen Labels erscheint, will die 34-Jährige auch an etwas erinnern, das während der Pandemie fast in Vergessenheit geraten sei: "Wie viel Spaß und Freude Mode machen kann" (H&M x Simone Rocha, erhältlich ab 11. März, hm.com).

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