Geschmackssache Kamut, das Supergetreide

(Foto: imago)

Das Königskorn ist dreimal so groß wie ein Weizenkorn - aber viel verträglicher, mit einer großen Portion Eiweiß, Mineralien und Vitaminen.  Der feine nussig-buttrige Geschmack erfreut nicht nur Biofans.

Von Julia Rothhaas

Selbst Getreide braucht wohl eine gute Geschichte, damit es sich anständig verkauft. Diese hier beginnt 1949 in der Nähe von Fort Benton im US-Bundesstaat Montana. Dorthin schickte der Pilot Earl Dedman angeblich 36 Körner, die zuvor in dem ägyptischen Gräberfeld Dahschur gefunden worden waren. Sein Vater, ein Farmer, solle mal gucken, was man daraus machen könne.

Und siehe da: Aus den 36 uralten Körnern wurden im Laufe von nur sechs Jahren 40 Tonnen Getreide. Papa Dedman nannte das Korn fortan "König Tut's Weizen", heute heißt es Kamut (oder auch Khorasan-Weizen) und steht im Regal gleich neben anderen Ur-Sorten wie Einkorn und Emmer. Eine erstaunliche Geschichte, wenn man bedenkt, wie lange diese 36 Körner keimfähig geblieben sein sollen. Der tatsächliche Ursprung des Korns liegt wohl deutlich länger zurück, nämlich in der Antike, irgendwo im Nahen Osten.

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Keine Legende ist, dass das Königskorn eine Art Supergetreide ist. Etwa dreimal so groß wie ein Weizenkorn, ist es trotz Gluten besser verträglich, voller Eiweiß, Mineralien, Vitamine und hat einen nussig-buttrigen Geschmack. Damit es weder gekreuzt noch genetisch verändert werden kann, wurde es als geschützte Handelsmarke eingetragen und wird vor allem in Bio-Bäckereien genutzt.

Manch einer mag dem Wort das erste Mal in Italien begegnet sein, dem größten Absatzmarkt, weil das Getreide so schön klebt und sich für die Herstellung von Pasta gut eignet. Wer selbst backen mag: Kamut ist nicht so leicht zu verarbeiten und geht nicht so auf wie herkömmliches Mehl. Da hilft dann keine gute Geschichte weiter, sondern eine Kastenform.