Ladies & GentlemenMan trägt Hund

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(Foto: XNY/Star Max/GC Images, Gareth Cattermole/Getty Images for BFI)

Tierliebe darf ruhig öffentlich gezeigt und das Outfit passend zum Haustier ausgewählt werden – Demi Moore und Alexander Skarsgård haben es in den vergangenen Tagen auf dem roten Teppich vorgemacht.

Von Julia Werner und Max Scharnigg

Für sie: Treue Gefährtin

Frauen, die ihre Tiere lieben, werden im angloamerikanischen Raum abfällig Cat Lady genannt. Der Begriff soll alle als verrückt geltende Frauen zusammenfassen und eine Anspielung darauf sein, dass Tierliebe ein Ersatz für einen menschlichen Partner, genauer einen Mann ist. Die Tierfrau gilt als unvermittelbar, weil sie immer irgendwo Nassfutter an ihren Kleidern kleben hat, außerdem eine Menge Katzen, Nager und Hunde um sich herum. Dabei ist Brigitte Bardot aus anderen Gründen fragwürdig geworden, nicht wegen ihrer grenzenlosen Tierliebe! Die Wahrheit sieht also viel eher aus wie Demi Moore, die als Dog Lady nicht unvermittelbar ist, sondern schön und erfolgreicher denn je. Und das, obwohl sie seit Jahren ihre Chihuahua-Hündin Pilaf überall mitnimmt wie ein Handtäschchen. Auch der Chihuahua hat so einen schlechten Ruf wie die Cat Lady. Er gilt als kläffendes Schoßhündchen, das von Tussis als Kinderersatz herumgetragen wird, was aber meistens nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Leben dieses lustigen Hundes ist. Pilaf zum Beispiel war schon auf Modenschauen in Paris und langweilte sich in Talkshows, überdies hat sie einen eigenen Instagram-Account. Hier ist sie mit ihrem Frauchen gerade in New York unterwegs und sieht vor dem samtigen und leuchtenden Saint-Laurent-Anzug hervorragend aus. Hundebesitzerinnen wissen: Man selbst kann eigentlich nie gut aussehen, wenn man seinen Wauwau nicht dabeihat, weil man dann ein Gewand aus schlechtem Gewissen trägt.  Mit Männern verhält es sich oft umgekehrt, ihre Abwesenheit kann einen ungeahnten Glow hervorbringen. Wer ist also hier die Irre – die männerlose Cat Lady oder die tierlose Ehefrau?

Für ihn: Harte Nummer

Manches an diesem Auftritt von Alexander Skarsgård bei einer Filmpremiere in London vorige Woche sollte diskutiert werden. Es ist hier nicht zu erkennen, aber es waren dabei hinter ihm auch mehrere große Motorräder auf dem roten Teppich geparkt. Dann hatte Skarsgård noch Hund Maggie dabei, und, na ja, sein Outfit für diesen Abend bestand aus einem nur angedeuteten Hemd und einer Lederkrawatte und sah damit verdächtig nach der Berufskleidung von Männern aus, die aus Torten springen und anfangen zu strippen. Tatsächlich haben alle diese verstörenden Elemente mit dem vorgestellten Film „Pillion“ zu tun. Dessen Handlung wird so beschrieben: Ein alternder, aber immer noch attraktiver Chef einer Motorrad-Gang (Skarsgård) lernt einen jungen, verschüchterten Mann kennen, führt ihn in die Freuden der Sadomaso-Kultur ein und macht ihn sich als Sexsklaven gefügig. Das klingt, vorsichtig gesagt, nach einem cineastischen Unterfangen jenseits der ausgetretenen Pfade. Deshalb also die Bikes, deshalb ein Hund mit FSK 16, deshalb das haarsträubende SM-Outfit an dem sonst immer so skandinavisch-glatt wirkenden Herrn Skarsgård. Die grundsätzliche Frage ist aber – sollten bei einer Filmpremiere wirklich die Schauspieler im Styling noch mal Bezug auf die Handlung nehmen? Bei Alienfilmen steht auch immer irgendwo ein verkleideter Statist und schwingt die Alien-Keule, aber eigentlich hat das was von einem zweitklassigen Vergnügungspark. Und klar fände man es okay, wenn Herr Skarsgård mal einen Hund mitbringt. Aber das Tortenhemd war doch eher unnötig.

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