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Stilkritik zum Ehering nach der Trennung:Jetzt wissen es alle

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Gwyneth Paltrow und Chris Martin haben sich getrennt - in unterschiedlicher Geschwindigkeit.

(Foto: AFP)

Den Ring auch nach der Trennung zu tragen, zeigt: Wir geben noch nicht auf. Nun hat Coldplay-Sänger Chris Martin seinen Ehering abgenommen - mitten im Prozess der bewussten Entpartnerung von Gwyneth Paltrow. Was sollen jetzt die Leute denken?

Die zahlreichen öffentlichkeitswirksamen Trennungen diverser Hollywood-Stars haben uns verschiedene Dinge gelehrt. Zum Beispiel verstehen wir jetzt, dass man sich voneinander lossagen kann, obwohl man sich noch liebt, ja, sich näher ist als je zuvor.

Die Trennung von Gwyneth Paltrow und Chris Martin hat den Begriff der Trennung sogar um eine Dimension erweitert: das Konzept der bewussten Entpartnerung - Conscious Uncoupling. Sollte es zum Äußersten, also zur Scheidung, kommen, erfolgt diese selbstverständlich nicht einfach nur über einen Anwalt, sondern mithilfe von Therapeuten-Gurus, die daraus eine spirituelle Angelegenheit - a Spiritual Divorce - machen.

Nun wurde Hollywoods prominenteste Hausfrau während ihres bewusstseinserweiternden Abnabelungsprozesses offenbar von ihrem weniger geduldigen Noch-Mann überholt: Während Paltrow sich weiterhin gemäß ihrer Theorie schonend und emotional verträglich trennt und in der Öffentlichkeit den Ehering trägt, hat der Vater ihrer Kinder den Abnabelungsprozess mal ein wenig beschleunigt: Medienberichten zufolge hat sich Chris Martin des goldenen Schmuckstücks kurzerhand entledigt.

Man könnte quasi sagen: Die beiden haben sich in unterschiedlicher Geschwindigkeit getrennt. Vielleicht hat ihm die ganze Sache zu lange gedauert, vielleicht aber hat der Coldplay-Frontmann auch getan, wozu Paltrow offenbar nicht in der Lage war: für klare Verhältnisse gesorgt. Vielleicht hat er einfach nur eine Neue.

In jedem Fall dürfte es sie überrascht haben, dass der Sänger den Begrifff der bewussten Trennung so wörtlich nimmt. Und das mitten im Prozess der bewussten Entpartnerung! Ob sich der Martin darüber im Klaren ist, was das für Auswirkungen haben kann? Am Ende denken die Leute noch, sie würden sich nicht mehr lieben und deshalb auseinandergehen - wie gewöhnliche Leute!

Beziehungsarbeit läuft noch

Den Ehering, dieses goldene Versprechen - in manchen Kreisen angereichert mit ein paar kleinen Brillianten - während und auch nach der Trennung zu tragen, gehört in Promi-Kreisen nicht nur zum guten Ton. Es unterstreicht nach außen den Willen, die Beziehung nicht aufzugeben. Deshalb erschien Michael Douglas zum American Film Festival mit Ring, obwohl der Schauspieler und seine Frau Catherine Zeta-Jones zu dem Zeitpunkt bereits getrennt waren. Die offizielle Botschaft: "Work in Progress" - Wir arbeiten noch an unserer Ehe.

Auch Seal wollte sich damals von seinem Ring nicht so schnell trennen, wie Heidi von ihm. "Ich denke, das ist ein Zeichen dafür, was ich für diese Frau empfinde", sagte der Schmusesänger am Abend nach Bekanntgabe der Trennung in einem Interview mit der Talkshow-Moderatorin Ellen DeGeneres. "Nur weil wir uns zur Trennung entschlossen haben, bedeutet das nicht unbedingt, dass man seinen Ring ablegt und sich nicht länger dieser Person verbunden fühlt". Einen Monat später wurde Seal in Australien gesichtet - ohne Ring, dafür mit gelbem Nagellack.

Weniger eindeutig handhabte Noch-Gattin Heidi den Umgang mit dem Ring: Erst legte sie ihn ab, dann wieder an, dann wieder ab. Und jedesmal reagierte die Boulevardpresse wie ein Seismograph - mal besorgt, mal hoffnungsvoll, dann wieder besorgt.

Endgültig Schluss

Denn genauso aussagekräftig wie das Tragen des Rings als Symbol der Hoffnung erscheint auch der Verzicht darauf - und damit die Option auf Versöhnung. Nur wenige Tage, nachdem Katie Holmes die Scheidung von Tom Cruise beantragt hatte, posierte die Schauspielerin ohne funkelnden Diamant vor den Kameras und beschleunigte damit den Prozess "Lasst alle Hoffnung fahren".

Auch dass sich Oliver Pocher drei Wochen nach der Trennung von seiner Frau Alessandra bei Günther Jauch mit blankem Finger zeigte, dürfte nicht nur Sandy klar gemacht haben, dass er endgültig genug hatte von Schmuckdesignerinnen. 6,67 Millionen Zuschauer wussten von da an ebenfalls Bescheid.

Da hat es Heidi schon weitaus schwerer. An ihrem Unterarm prangte seit 2002 nämlich noch ein weiteres Treue-Symbol: ein tintenfischförmiges Liebes-Tattoo, das den Namen von Seal darstellen sollte.

Vielleicht überlegte die GNTM-Moderatorin noch, ob sie mit ein wenig Umgestaltung nicht etwas Lukratives daraus machen könnte - etwa einen Werbevertrag mit Seat oder Sealife. Doch im Sommer vergangenen Jahres ließ Heidi das Tattoo schließlich mit Laser entfernen, so dass Seals Name zu einem bräunlichen Schriftzug verblasste.

Mit jeder Behandlung verschwindet es nun mehr und mehr - bis es nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Trennung auf Raten, bewusst und sachte, garantiert skandalfrei und ökologisch-politisch korrekt. Das hätte Gwyneth Paltrow gefallen.