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Geschmackssache:Hanfnüsse

Hanfsamen Samen cannabis cannabis sativa seeds
(Foto: imago/Manfred Ruckszio)

Shampoo, Jogginghose, Dämmplatte: Hanf ist der Rohstoff, aus dem nichts nicht gemacht werden kann. Nun gilt auch ihre Saat, die Hanfnüsse, als Superfood.

Hanf ist der Rohstoff, aus dem offenbar nichts nicht gemacht werden kann, ob Shampoo, Jogginghosen, Limonade, Hundeleinen, Dämmplatten oder Kofferraum-Verkleidungen. Selbst Brautkleider daraus gibt es, und seit Mitte August kann man in der Schweiz auch Hanf-Zigaretten kaufen, die in Deutschland allerdings als (extrem gering wirkendes) Rauschmittel verboten sind. Davon abgesehen kommt auch bei uns seit einigen Jahren kein Bioladen, kein Alternativfestival, kein veganer Kindergarten mehr ohne Produkte aus der Alleskönnerpflanze aus. Der plötzliche Hanfrausch ist seltsam, schließlich geht es hier um eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt. Schon vor Jahrtausenden spielte Hanf in Persien und China als Nahrung und Faser eine große Rolle. 1455 druckte Gutenberg seine erste Bibel auf Hanfpapier. Heute wird die Pflanze wieder vermehrt angebaut, nun gilt ihre Saat als Superfood. Neu ist auch daran nichts. Dass Hanf viel Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren und Vitamine enthält, ist lange bekannt. Doch egal, freuen wir uns einfach, dass er wieder da ist und lassen wir uns nicht durch die knubbelige Anmutung seiner auch "Nüsse" genannten Samen beirren. Aus ihnen macht man Öl und Mehl, aber besonders gut schmecken sie pur: Dafür eine Portion geschälte Hanfnüsse in der Pfanne ohne Fett anrösten; nicht zu heiß, damit die Inhaltsstoffe nicht leiden. Das knistert ein bisschen. Fast so als würde man Popcorn machen. Die gerösteten Samen werden dadurch angenehm nussig-fruchtig und machen sich toll auf Salaten, im Müsli oder Früchtequark. Ungeröstet kann man sie auch in Brot- oder Kuchenteig mischen. Und mit Zucker oder Honig karamellisiert sind sie köstlich ungesund, also ideal für den Serienabend auf der Couch.