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Kochen:Wiener Schnitzel schmeckt auch mit Aprikosen-Chutney

Würziges Aprikosen-Chutney mit Pittabrot

Die Deutschen lieben eingekochtes Obst wie Marmelade und Kompott. Warum darf es also nicht auch mal ein Chutney sein?

(Foto: Getty Images/Dorling Kindersley)

Deutsche lieben eingekochtes Obst wie Marmelade und Kompott. Chutneys aber kennen sie nur aus indischen Restaurants - das ist ein Fehler.

Von Marten Rolff

Die Deutschen sind Marmeladen- und Kompott-Fans. Und angesichts ihrer Liebe für eingekochtes Obst fragt man sich, wann sie sich endlich auch ernsthaft dem Chutney zuwenden. Dieses mag einmal für Mangos, Limetten oder Kokos-Koriander-Mischungen erfunden worden sein, als süßsaures, scharfes oder behäbiges Gegengewicht zu komplexen indischen Currys.

Doch Chutneys lassen sich bekanntlich auch aus jeder europäischen Frucht machen, und sie funktionieren ebenso zu Geräuchertem wie zu Käse, Fisch oder Geflügel, wie schon die Obstfüllung der Gans nahelegt. Es gibt schlicht keinen Grund, die Fleischbegleitung dem Kürbis und der Preiselbeere zu überlassen. Besonders bietet sich gerade die Aprikose an, mit ihrer Affinität zu Fleischigem und Milchigem. Ingwer ist ihr natürlicher Verbündeter, mit Rosmarin driftet sie in Richtung Lavendelfeld ab.

Rezeptidee: Aprikosen-Chutney

Aprikosen-Chutney lässt sich gut in der beschichteten Pfanne zubereiten. Dafür eine fein gewürfelte Zwiebel bei mittlerer Hitze kurz in Olivenöl anbraten, 4-5 cm feinst geriebenen Ingwer und 2-3 frische Rosmarinzweige zugeben (gern etwas rote Chili), Temperatur runterdrehen und mehrere Minuten sanft karamellisieren lassen (darf nicht braun werden!).

Kurzfristig die Hitze erhöhen, 1 TL Honig und etwas Meersalz einrühren und mit trockenem Wermut (oder Weißwein) löschen. Nun 10 entsteinte Aprikosenhälften reinlegen und bei milder Hitze gute 20 Minuten zu Mus köcheln, Rosmarinzweige entfernen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Chutney passt auch zu Fisch oder Wiener Schnitzel. Eine Sommerabendliebelei geht es mit Gruyère auf Baguette oder mit Ziegenkäse ein.

© SZ vom 09.07.2016

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